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Tierschutzbund mahnt: Haustiere nicht wie Menschen anziehen

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Windhund im Mantel
Einem Windhund wird ein Mantel angezogen. So eine Bekleidung ist nach Angaben von Tierschützern nur in Ausnahmefällen angebracht - etwa bei sehr alten oder kranken Hunden, Rassen mit wenig Unterwolle oder mit kurzem, lichtem Fell. © Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/ZB

Ob Valentinstag, Karneval oder aus anderem Anlass: Wer sein Haustier zur eigenen Belustigung modisch verkleiden möchte, tut ihm keinen Gefallen. Schlimmstenfalls führt die Verkleidung zu Verletzungen.

Berlin - Der Deutsche Tierschutzbund warnt davor, Tiere übermäßig zu bekleiden und wie Menschen anzuziehen. „Frauchen oder Herrchen finden es oft süß, wenn ihr Tier ein Kleidungsstück trägt, auch wenn dafür keine Notwendigkeit besteht“, sagt Sprecherin Lea Schmitz. Die Bedürfnisse der Tiere kämen dabei jedoch oft zu kurz.

Mops im Dress
Auch wenn dieser als Froschkönig verkleidete Mops zur allgemeinen Belustigung beiträgt, ist die Verkleidung nicht artgerecht. Sie schränkt die Bewegungsfreiheit ein und beeinflusst den Wärmehaushalt negativ, warnen Tierschützer. © Fredrik von Erichsen/dpa/dpa-tmn

Anlass für die Warnung ist der vor allem in den USA verbreitete sogenannte Zieh-dein-Haustier-an-Tag am Freitag (14. Januar).

Tiere seien durch ihr Fell bereits gut vor Kälte geschützt, erklärt Schmitz. Eine Bekleidung sei deshalb nur in Ausnahmefällen angebracht, etwa bei sehr alten oder kranken Hunden, Rassen mit wenig Unterwolle oder kurzem lichten Fell. Bei eisigen Temperaturen könne es dann zusätzlich sinnvoll sein, einen gut sitzenden Mantel aus dem Fachhandel anzuziehen, rät Schmitz. Schuhe oder Socken sollten Hunde dagegen nur dann tragen, wenn ein Tierarzt das ausdrücklich anordnet.

Bewegungsfreiheit und Wärmehaushalt eingeschränkt

Andere Haustiere bräuchten hingegen gar keine Kleidung. Bei Katzen sollte aber sichergestellt sein, dass sie bei Kälte eigenständig ins Warme kommen können.

Der Tierschutzbund rät auch ab von Produkten, die ursprünglich für Menschen aus modischen Gründen kreiert wurden: Kleidung und Accessoires, die nur dem Menschen zum Wohlgefallen dienen, können die Bewegungsfreiheit der Tiere einschränken, den Wärmehaushalt negativ beeinflussen oder gar zu Verletzungen führen. „Tiere sollten nicht vermenschlicht werden. Das Wohl des Tieres sollte immer über den modischen Vorstellungen des Halters stehen“, betont Schmitz.

Initiiert wurde der Zieh-dein-Haustier-an-Tag im Jahr 2009 von Colleen Paige, die sich auf ihrer Website als „Amerikas führende Lifestyle-Expertin für Haustiere und Familie“ bezeichnet. dpa

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