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Verwahrlost und verletzt: Eine der Katzen aus dem Heessener Messi-Haus. 

Rettung von Hunden und Katzen

„Als wäre kübelweise Gülle ausgeschüttet worden“: Tierschützerin deckte Zustände in Messi-Haus auf

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Eine Tierschützerin schlägt Alarm. Durch Zufall entdeckt sie katastrophale Zustände. Sie schildert ihre Eindrücke.

Hamm – Wäre die Frau nicht gewesen, wäre das traurige Spiel wohl noch Wochen und Monate so weitergegangen und auch der sozialpsychiatrische Dienst des Gesundheitsamtes nicht auf die Situation in der Doppelhaushälfte aufmerksam geworden.

Kontaktdaten über andere Tierschützer vermittelt

„Da stimmt etwas nicht. Das habe ich sofort gemerkt“, erinnert sich die 51-jährige Hammerin an die erste Begegnung mit der Heessener Katzenfrau. Anfang Februar sei das gewesen, befreundete Tierschützer hätten ihr damals die Kontaktdaten vermittelt.

Hingefahren sei sie, weil sie für eine Hammer Familie auf der Suche nach einer Katze gewesen sei. Streunende, herrenlose Katzen gebe es in Hamm zuhauf – und auch eine Gruppe von Menschen, die sich um diese Tiere kümmert – die die Streuner bei sich aufnimmt, aufpäppelt und schließlich in gute Hände weitergibt. So hätte es auch in Heessen sein sollen – aber das war es nicht, wie wa.de berichtet.

Katzen krank und unterernährt

„Sie hat mich nicht ins Haus gelassen. Aber der Gestank, der aus dem Innern drang, war enorm. Als wäre dort kübelweise Gülle ausgeschüttet worden. Sie hat mir an der Haustür eine ihrer Katzen einfach überreicht“, berichtet die Katzenretterin. Das Tier sei krank und unterernährt gewesen.

„Mein Entschluss war sodann, dass ich so viele Tiere wie möglich dort herausholen wollte.“ Drei weitere Katzen habe sie schließlich in den nächsten Wochen von der Frau bekommen – alle in einem höchst bemitleidenswerten Zustand. Mitte April, als sie die letzte Katze erhalten hatte, habe sie dann das Ordnungsamt eingeschaltet.

Erstmals ein Durchsuchungsbeschluss erwirkt

14 Katzen, vier Katzenbabys und vier Hunde wurden von den Behörden aus dem Heessener Haus geholt. Erstmals überhaupt hatten die Ordnungskräfte dafür beim Amtsgericht einen Durchsuchungsbeschluss erwirkt. Wie ein Stadtsprecher erklärte, sei dies in der Vergangenheit nur vereinzelt in Zusammenhang mit gefährlichen Hunden der Fall gewesen. Ein Beschluss wegen tierschutzrechtlicher Aspekte sei bislang nicht fällig geworden.

Die Stadt bestätigte zudem, dass es bereits „vor fünf bis sechs Jahren“ eine Beschwerde über die Heessener Anschrift gegeben habe. Das Ordnungsamt sei damals auch tätig geworden, habe vor Ort aber keine gravierenden Verstöße entdeckt und somit auch keine weitergehenden Auflagen für die Zukunft erteilt.