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Einsamkeit bei Katzen: So zeigen sich Depressionen an und wie man vorbeugt 

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Eine Katze liegt neben einer Tonkatze vor einer Haustür (Symbolbild)
Manche Katze wünscht sich einen tierischen Spielgefährten (Symbolbild) © Julian Stratenschulte/dpa

Depressionen bei Katzen können sich in destruktivem Verhalten, lautem Miauen, Unruhe, Apathie oder Urinieren neben dem Katzenklo äußern.

Über lange Zeit hinweg hielt sich beharrlich das Vorurteil, Katzen seien Einzelgänger, die ihre Menschen lediglich als Dosenöffner betrachten. Inzwischen weiß die Forschung mehr. Denn Katzen entwickeln sehr wohl eine tiefe Bindung zu ihren Menschen und können entsprechend leiden, wenn sie allein gelassen werden. Auch wenn die Forschung hierzu noch in den Kinderschuhen steckt, ist davon auszugehen, dass rund jede zehnte einsame Katze ein auffälliges Verhalten zeigt.

Die Tatsache, dass Katzen bei der Rückkehr ihrer Besitzer vermehrt nach Aufmerksamkeit verlangen, scheint diese Theorie zu belegen. Katzen lieben Geselligkeit und können bei Einsamkeit und fehlender Anregung ein depressives Verhalten entwickeln. Im schlimmsten Fall geht eine solche Depression mit Verhaltensauffälligkeiten oder gesundheitlichen Problemen einher. Diese sind immer zum Nachteil des Tiers und des Halters und stellen das Miteinander oft auf eine harte Probe. Deshalb sollte bereits bei den ersten Anzeichen alles daran gesetzt werden, die Situation des Tieres zu verbessern.

Einsame Katzen können verschiedene Auffälligkeiten zeigen

Katzen mögen den Anschein erwecken, dass sie gut alleine zurechtkommen. Wenn Wohnungskatzen in Einzelhaltung jedoch über lange Zeiträume hinweg alleine bleiben, vereinsamen sie und wirken traurig. Ohne Ansprache, Anschmiegen, Spielen und Toben kann sich ihr Verhalten merklich ändern. So legen manche Katzen während der Abwesenheit ihres Halters ein stark destruktives bzw. aggressives Verhalten an den Tag oder drücken ihre Einsamkeit durch exzessives und besonders lautes Miauen aus.

Im Gegensatz dazu verhalten sich andere Tiere depressiv-apathisch, fressen weniger, schlafen viel oder zeigen Anzeichen von Unruhe und Angst. Ein besonderes Konfliktpotential mit dem Halter entsteht, wenn die Katze außerhalb des Katzenklos uriniert oder ihren Kot an unerwünschten Stellen hinterlässt. Das sogenannte Protestpinkeln gilt als ernstzunehmendes Warnzeichen bei den sonst so reinlichen Tieren. Einsamkeit bei Katzen tritt im Verhältnis häufiger bei Hauskatzen auf, die ihren Tag über mehrere Stunden hinweg alleine verbringen müssen. Zeigt eine einsame Katze auffälliges Verhalten, geht es ihr nicht gut. Deshalb gilt es, umgehend Maßnahmen zu ergreifen, die den Kreislauf aus Einsamkeit, Depression und Auffälligkeit durchbrechen.

Einsamkeit bei Katzen und Wege aus der Depression

Die meisten Hauskatzen erweisen sich anderen Katzen gegenüber als aufgeschlossen und wissen Geselligkeit durchaus zu schätzen. Selbst der liebevollste Mensch kann einen Artgenossen nicht ersetzen, weshalb bei einsamen Katzen die Anschaffung eines zweiten Tieres eine sinnvolle Lösung sein kann. Zur Vorbeugung gegen Langeweile und Verbesserung der Katzenhaltung wäre auch ein gesicherter Freigang am Fenster oder auf dem Balkon denkbar, der die Außenwelt für das Tier erlebbarer macht. Denn neue Sinneseindrücke sorgen für Abwechslung und bieten neue Perspektiven. Der nächste Schritt wäre, der Hauskatze generell ein Leben als Freigänger zu ermöglichen. Katzen, die unter Depressionen leiden, freuen sich außerdem besonders über ausgiebige Streicheleinheiten, Zuwendung und Beschäftigung. Hier bietet sich eine Vielzahl an Möglichkeiten, die sich günstig und ohne großen Aufwand realisieren lassen.

Neben vorbeugenden Maßnahmen führt bei Verhaltensauffälligkeiten und gesundheitlichen Problemen kein Weg am Tierarzt vorbei. Er steht Betroffenen mit guten Ratschlägen zur Seite und weiß, wie sich Haltungsbedingungen nachhaltig verbessern lassen.

Von: Gabi Knapp

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