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Giardien bei Katzen: Warum die Parasiten so gefährlich sind und wie sie behandelt werden

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Müde Katze liegt auf der Lehne eines Sofas. (Symbolbild)
Abgeschlagenheit und Desinteresse können bei Katzen ein Anzeichen für eine Infektion sein. (Symbolbild) © Westend61/Imago

Giardien bei Katzen kommen häufig vor: Die Parasiten verusachen Symptome wie Durchfall, Austrocknung und einen sichtbaren Gewichtsverlust.

München – Katzen leiden ebenso wie Hunde vergleichsweise häufig an Giardien. Beim Parasiten Giardia intestinalis handelt es sich um mikroskopisch kleine Einzeller, die sich vornehmlich im Dünndarm ansiedeln und dort an den Darmwänden leben. Hier stören sie die Verdauung der Tiere teils deutlich und verursachen unangenehme Symptome. Darüber hinaus bilden Giardien an der Darmwand widerstandsfähige Zysten aus, die es den Parasiten ermöglichen, eine lange Zeit im Darm, aber auch sogar außerhalb der Katze, zu überleben. Im Katzenkot können die Einzeller bis zu einer Woche am Leben bleiben, in einer feuchten Umgebung sogar bis zu drei Monate.

Die Parasiten können auf diese Weise von der Katze ausgeschieden und wieder aufgenommen werden – es ist sogar möglich, dass sich dieselbe Katze mit den eigenen Giardien erneut infiziert. Ob und wie stark die Symptome nach einer Ansteckung mit den winzigen Parasiten ausfallen, hängt in erster Linie davon ab, wie es um das Immunsystem des Tieres bestellt ist. BeiJungkatzenunter einem Jahr zählt die Infektion mit Giardia intestinalis zu den häufigsten Ursachen für Durchfall.

Giardien bei Katzen: Durchfall ist ein häufiges Symptom

Leidet eine Katze unter Giardien, stellt der Halter dies meist vor allem daran fest, dass das Tier Durchfall hat. Dieser kann vorübergehend abklingen, kommt aber in regelmäßigen Abständen wieder. Neben diesem sehr häufig auftretenden Symptom äußert sich eine Infektion mit den Darmparasiten durch die folgenden Anzeichen:

Treten diese Symptome bei der Katze auf, ist es ratsam, einen Tierarzt aufzusuchen und die Ursache dafür abklären zu lassen. Nicht nur Giardien können dahinter stecken: Auch eine Infektion mit einem Wurm oder eine Futterunverträglichkeit sind mögliche Ursachen für Durchfall, Gewichtsabnahme und Apathie. Was auch immer für den verschlechterten Gesundheitszustand verantwortlich ist: Die Ursache muss dringend ermittelt und beseitigt werden, denn vor allem junge Katzen können bei wiederkehrendem Durchfall schnell austrocknen und benötigen notfalls Infusionen dagegen. Der behandelnde Tierarzt kann anhand einer Kotprobe schnell feststellen, ob Giardien die unangenehmen Krankheitssymptome verursachen und eine entsprechende Therapie einleiten. Medikamente beseitigen die Parasiten innerhalb kurzer Zeit. Unbehandelt leiden die betroffenen Tiere oftmals mehrere Monate still vor sich hin.

Giardien bei Katzen: So wird die Parasiteninfektion behandelt

Stellen Tierhalter bei ihrer Katze Symptome für eine Infektion mit Giardien fest, ist es immer sinnvoll, zum Tierarzt zu gehen. Dieser kann nach einer positiven Diagnose eine geeignete Therapie einleiten. In den meisten Fällen verordnet der Mediziner Tabletten, welche die Wirkstoffe Fenbendazol oder Metronidazol enthalten. Die Medikamente werden dem Tier oral verabreicht und müssen über einen Zeitraum von mehreren Tagen angewendet werden. Oftmals erstreckt sich die Behandlung über zwei Zyklen, denn Giardia intestinalis können sehr hartnäckig sein.

Dennoch lassen sich die Parasiten mit einer angemessenen Therapie grundsätzlich sehr gut beseitigen. Nach erfolgter Medikamentengabe führt der Tierarzt noch einmal eine Kotuntersuchung durch, um sicherzustellen, dass sich keine Giardien mehr im Körper befinden. Darüber hinaus müssen Katzenhalter während dieser Zeit verstärkt auf Hygiene in Haus und Garten achten. Der Kot der betroffenen Samtpfote sollte mit einem Plastikbeutel eingesammelt und entsorgt werden, um weitere Ansteckungen zu vermeiden. Die gesamte Umgebung, in der sich die erkrankte Katze aufhält, sollte unbedingt umfassend gereinigt werden. Giardien sterben entweder bei Trockenheit oder bei Temperaturen über 60 Grad Celsius.

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