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Haustiere klonen: Makaberer Trend bei Petfluencern

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Von: Nina Marie Jarosch

Immer mehr Petfluencer lassen ihre verstorbenen Haustiere klonen, um ihre Follower auf Instagram zu halten. Ist das moralisch vertretbar oder einfach nur makaber?

Texas (USA) – Petfluencer sind von ihren Haustieren abhängig, denn nur durch sie können sie sich ihre Fangemeinde bei Instagram aufbauen. Sterben die Tiere, steht ihr Account plötzlich vor dem Aus. Um das zu verhindern, gibt es einen neuen, makaberen Trend unter Petfluencer: Sie lassen ihre Haustiere klonen.

Haustiere klonen: Makaberer Trend bei Petfluencern

Das 2016 gegründete, in Texas ansässige Unternehmen „ViaGen Pets“ bietet das Klonen verstorbener Haustiere an. Bekannt wird das Unternehmen, als es 2018 den verstorbenen Hund der amerikanischen Schauspielerin Barbra Streisand klont. Da in den letzten Jahren Instagram für das Unternehmen zu einem zunehmend interessanten Markt geworden ist, haben sie eine neue Zielgruppe ins Visier genommen.

Jemand hält eine junge weiße Katze mit blauen Augen in die Kamera. (Symbolbild)
Immer mehr Pefluencer lassen ihre profitablen Haustiere nach dem Tod klonen. (Symbolbild) © Shotshop/Imago

Laut dem Onlinemagazin „Input“, hat „ViaGen Pets“ in den letzten Jahren verstärkt den Kontakt zu Petfluencern gesucht, denn deren Accounts basieren auf dem Leben ihrer Haustiere. Das Unternehmen ist anscheinend zahlreiche bezahlte Partnerschaften eingegangen, möchte aber nicht preisgeben, wie viele Petfluencer bereits Zellen ihrer Tiere hinterlassen haben. Doch es gibt auch einige Petflluenecer, die ganz offen mit dem Klonprozess ihrer Tiere umgehen.

Haustiere klonen: Petfluencern wird Profitgier vorgeworfen

Als der Wolfs-Hund-Mischling der Fotografin Courtney Udvar-Hazy im Jahr 2018 auf tragische Weise stirbt, nachdem er von einem Auto angefahren wird, beschließt sie, ihn zu klonen. Denn ihr Hund Willow hatte mit dem Account „WanderwithWillow“ eine große Fangemeinde auf Instagram. Udvar-Hazy wendet sich an „ViaGen Pets“ und bekommt 2019 ihren neuen Hund Phoenix und fünf weitere identische Welpen, die sie an ihre Freunde verschenkt, berichtet das „Input Magazine“. Ihr Account „WanderwithWillow“ ist immer noch sehr aktiv, nur dass sie jetzt Bilder von ihrem Welpen Phoenix postet, der der Klon von Willow ist. Laut ihrer eigenen Aussage zufolge war die Motivation hinter dem Klonvorgang die Trauer um ihren Hund. Es gibt aber auch User, die der Petfluencerin Profitgier vorwerfen.

Haustiere klonen: Zellen noch zu Lebezeiten konservieren

Es gibt zahlreiche weitere bekannte Fälle von Petfluencern mit geklonten Haustieren. Nicht selten müssen sie sich Vorwürfe gefallen lassen, unethisch gehandelt zu haben. Petfluencer, die ihrer Haustiere trotzdem klonen lassen möchten, müssen bei „ViaGen Pets“ mit Kosten zwischen 35.000 und 85.000 US-Dollar rechnen. Außerdem empfiehlt das Unternehmen Petfluencern, die Zellen ihrer Haustiere möglichst noch zu Lebzeiten zu konservieren und eventuell sogar schon vor dem Tod klonen zu lassen. Stirbt das Haustier unerwartet, könnten sie ihren Followern, ohne dass diese es merken, einfach den Klon präsentieren.

Haustiere klonen: Moralisch sehr umstritten und ethisch fragwürdig

In Deutschland ist das Klonen von Haustieren verboten – und das aus gutem Grund. „Fast immer müssen hunderte Klone sterben, ehe ein Tier lebend zur Welt kommt. Tiere, die zunächst überleben, sind oft krank und sterben früh“, so der Deutsche Tierschutzbund zu diesem Thema auf seiner Webseite. Auch gesunde Klone sterben meist viel früher als natürlich gezeugte Artgenossen. Das wirft nicht zuletzt die ethische Frage auf, inwieweit der Mensch in die Natur eingreifen und Gott spielen darf. Außerdem gibt es in Tierheimen genügend Haustiere*, die sehnsüchtig auf neue Besitzer warten. ....

Auch wenn Trauer mitunter eine große Rolle spielt – unabhängig von ethischen und moralischen und gesetzlichen Gesichtspunkten – ein geliebtes Tier lässt sich einfach nicht ersetzten. *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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