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Bei Freigängern hat die Kastration den Vorteil, dass sie sich ihren Artgenossen gegenüber ruhiger verhalten. (Symbolbild)

Sterilisation/Kastration bei Katzen

Kastration oder Sterilisation bei Katzen: Kosten, Zeitpunkt und was zu beachten ist

Welche Gründe sprechen für oder gegen eine Kastration oder Sterilisation von Katzen und Katern? Das sind die Vor- und Nachteile und welche Risiken beachtet werden müssen.

Berlin – Der Tierärzteverband berichtet von einer zunehmenden Zahl an kastrierten Katzen. Der Grund liegt darin, dass die freilaufenden Tiere sich oft unkontrolliert vermehren.

Fortpflanzung der Katzen: Kastration bei der Katze - was ist zu beachten?

Werden Katzen oder Kater geschlechtsreif, stellen sich viele Besitzer die Frage, ob sie ihr Haustier nicht kastrieren lassen sollen. Bei dem operativen Eingriff werden bei Katern die Hoden amputiert und bei Katzen die Eierstöcke entfernt.

Ein Argument für die Kastration ist das nach der Operation geringe Risiko vor hormonell bedingten Krankheiten. Bei der Rolligkeit verlieren viele Katzen und Kater ihren Appetit und schreien laut – durch eine Kastration kann ein solches Verhalten zukünftig vermieden werden. Bei Freilaufkatzen hat die Kastration den Vorteil, dass sie sich ihren Artgenossen gegenüber ruhiger verhalten. Eine Kastration hat also folgende Vorteile:

  • Keine unerwarteten Katzenbabys
  • Stabiler Hormonhaushalt
  • Weniger Verletzungen durch Kämpfe mit anderen Katzen

Der Nachteil einer Kastration besteht in der möglichen Gewichtszunahme. Nach der Kastration benötigen Katzen und Kater weniger Kalorien, aber ihr Fressverhalten bleibt gleich. Als Besitzer sollte man die Menge der Nahrung anpassen, damit der Vierbeiner nicht zu viel Gewicht zulegt. Durch die hormonellen Veränderungen sind außerdem starke Verhaltensveränderungen möglich.

Die Kastration eines Katers kostet um 80 bis 100 Euro, bei einer Katze können es durchaus 150 Euro werden.

Fortpflanzung der Katzen: Sterilisation - die bessere Alternative?

Die Sterilisation unterscheidet sich von der Kastration. Viele denken, Katzen werden sterilisiert und Kater kastriert, doch das stimmt nicht. Beide Operationsverfahren werden bei den Tieren unabhängig vom Geschlecht vorgenommen.

Bei einer Sterilisation werden Katern der Samenleiter und Katzen die Eileiter durchtrennt. Eine Schwangerschaft der Katze ist nach der Operation also ausgeschlossen. Die Sterilisation wird gegenüber der Kastration häufig bevorzugt, denn die Operation wirkt sich nicht auf den Hormonhaushalt der Tiere aus. Das hat jedoch den Nachteil, dass ungewolltes Verhalten einer Katze oder eines Katers bestehen bleibt.

Ebenso verhindert die Sterilisation nicht das Auftreten hormonell bedingter Krankheiten. Viele Katzenbesitzer greifen dennoch bevorzugt zu dieser Operationsmethode, da sie das grundlegende Verhaltensmuster ihrer Katze nicht beeinflussen möchten.

Die Kosten einer Sterilisation sind der einer Kastration ähnlich. Für Katzen gibt es Zusatzversicherungen, die Kosten für sowohl Kastration als auch Sterilisation übernehmen.

Fortpflanzung der Katzen: Was ist vor einer Operation zu beachten?

Bevor Sie Ihre Katze oder Ihren Kater kastrieren beziehungsweise sterilisieren lassen, sollte der Eingriff gut durchdacht sein. Weibliche Tiere werden etwa ab dem 5. Lebensmonat, männliche ab dem 6. Lebensmonat geschlechtsreif. Der ideale Zeitpunkt ist zwischen der vierzehnten Lebenswoche und dem achten Lebensmonat. Der Eingriff verfolgt das Ziel, eine Schwangerschaft zu verhindern, doch das sind nicht die einzigen Veränderungen: Die hormonellen Differenzen nach einer Kastration können eine Katze zu einem komplett neuen und anderen Wesen werden lassen.

Wer hingegen das Verhalten seines temperamentvollen Haustiers ändern möchte, wird mit einer Sterilisation nicht das gewünschte Ziel erreichen, denn der Hormonhaushalt bleibt unverändert.

Beide Methoden bergen das Risiko einer Gefahr durch die Vollnarkose. Insbesondere gesundheitlich angeschlagene Katzen sollten nicht einer Narkose ausgesetzt werden, denn sie wachen vielleicht nicht mehr auf. Alleine schon aus diesem Grund sollte vor einem operativen Eingriff Rücksprache mit einem Tierarzt gehalten werden.

Auch ist unbedingt zu klären, was nach der Operation zu beachten ist. Bei beiden Operationsverfahren bleibt eine Wunde, die verheilen muss – vor allem bei Freilaufkatzen ist in Erfahrung zu bringen, wie man sie halten kann, ohne ihren Freiheitsdrang einzuschränken.

Letztendlich ist auch der Kostenpunkt entscheidend. 80 bis 150 Euro scheint keine große Summe zu sein, jedoch ist der Unterhalt eines Haustiers teuer und die Tierarztkosten für einen operativen Eingriff eine weitere Rechnung, die bezahlt werden möchte.