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Freigängerkatzen sollten besser einen Chip haben (Symbolbild)

Transponder statt Tattoo

Katze chippen lassen: Wann es Pflicht ist und Infos zu Kosten 

Soll die Katze mit ins Ausland, ist ein Chip notwendig. Der Transponder hat die Größe eines Reiskorns und wird vom Tierarzt unkompliziert implantiert.

Die Katze chippen zu lassen, ist durch den Gesetzgeber nicht vorgeschrieben. Soll das Tier dennoch gekennzeichnet werden, hat der Besitzer zwei Möglichkeiten: eine Tätowierung vorzunehmen oder einen Transponder, umgangssprachlich als Chip bezeichnet, implantieren zu lassen. Ist das Tier Freigänger, ist ein Chip ratsam. Kehrt die Katze nicht zurück und wird von Fremden gefunden, hilft der Chip bei der Identifikation, sofern der Halter sein Tier bei Tierregistrierungsstellen eintragen lassen hat. Polizei, Tierheime und Tierärzte können den Chip mithilfe eines speziellen Lesegeräts auslesen.

Soll die Hauskatze aber mit ins Ausland reisen, ist der Chip Pflicht. In Verbindung mit dem Europäischen Heimtierausweis macht er die eindeutige Identifizierung der Katze möglich. Den Heimtierausweis muss der Besitzer während der Auslandsreise mitführen. Seit 2011 ist der Ausweis nur dann gültig, wenn die Katze mit einem Chip gekennzeichnet ist.

Ist eine eindeutige Zuordnung nicht möglich oder eine der beiden Bedingungen nicht erfüllt, kann das Tier an der Grenze in Zwangsquarantäne genommen werden. Die anfallenden Kosten dafür muss der Tierhalter begleichen.

Katze chippen lassen: Informationen zum Transponder

Der Chip ist ein sogenanntes passives Kommunikationsgerät, das seine Energieversorgung durch ein spezielles Lesegerät erhält. Wird das Lesegerät in der Nähe des Chips aktiviert, nimmt er die Signale auf und sendet eine Antwort. Der im Transponder enthaltene Mikrochip enthält die fünfzehnstellige Nummer, die der Identifikation dient. Sie muss mit der Nummer im Europäischen Heimtierpass übereinstimmen. Die Nummer besteht aus der dreistelligen Landesnummer, dem Herstellercode sowie einer einmaligen Ziffernfolge. Die Ländercodes nach ISO 11784 lauten:

  • 276 Deutschland
  • 040 Österreich
  • 756 Schweiz
  • 250 Frankreich
  • 528 Niederlande
  • 380 Italien

Den Chip setzt ausschließlich ein Tierarzt. So ist gewährleistet, dass er an der richtigen Position sitzt und schnell mit dem Gewebe verwächst. In der Regel ist dies links über der Schulter. Das Implantieren des Chips ist ungefährlich und für die Katze schmerzfrei. Das Einsetzen findet ohne Narkose statt. Das Chippen der Katze ist nicht mit Nebenwirkungen verbunden und verursacht – bei fachgerechtem Implantieren – keine Verletzungen bei der Hauskatze. Der Chip hält ein Leben lang und beeinträchtigt das Tier nicht.

Katze chippen oder tätowieren lassen?

Früher war die Tätowierung der Katze der übliche Weg, ein Tier zweifelsfrei zu kennzeichnen. Heute setzt sich zunehmend der Chip durch. Für das Tätowieren spricht vor allem die Sichtbarkeit; ein Lesegerät ist nicht notwendig. Allerdings ist eine Tätowierung weitaus aufwendiger, weil eine Betäubung der Hauskatze vorgeschrieben ist. Zudem ist die Nummer nicht fälschungssicher und kann im Laufe der Jahre ihre Lesbarkeit verlieren.

Möchte der Tierhalter seine Katze mit in den Urlaub nehmen, ist dies ohnehin nur mit einem Chip möglich. Er ist grenzüberschreitend gültig und fälschungssicher. Die einmalige fortlaufende Nummer des Chips ermöglicht die Identifikation der Katze. Ein dazugehörender Aufkleber mit Barcode wird in den Europäischen Heimtierausweis geklebt. Kontrollieren Zollbeamte das Tier, vergleichen sie die Nummer des Chips mit der Nummer auf dem Aufkleber.

Für das Chippen der Katze ist nur ein Termin beim Tierarzt notwendig. Mithilfe eines Implantiergeräts platziert er den Chip direkt unter der Haut der Hauskatze. Der Vorgang dauert nur wenige Sekunden und ist für die Katze nicht schmerzhaft. Die Kosten pro Katze liegen je nach Chiphersteller und Tierarzt zwischen 30,00 und 60,00 Euro.