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FIP bei Katzen: Alles über den Test, Symptome und Behandlung 

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Zwei Katzen beschnuppeernn sich zur Begrüßung. (Symbolbild)
Katzen können sich beim Freigang bei anderen Artgenossen mit FIP anstecken. (Symbolbild) © imagebroker/Imago

FIP kann bei allen Katzenarten auftreten. Ein geschwächtes Immunsystem spielt eine wichtige Rolle für den Verlauf der Infektion.

Die feline infektiöse Peritonitis, kurz FIP, ist eine durch ein katzenspezifisches Coronavirus ausgelöste Infektionskrankeit. Betroffen sind ausnahmslos Katzen (Felidae) aller Arten und Größen. Der Begriff Peritonitis taucht in der Namensgebung auf, weil eine Entzündung des Bauchfells (Peritoneum) das häufigste Hauptsymptom der Krankheit ist. Die Erkrankung betrifft vor allem junge Tiere im Alter zwischen sechs Monaten und 5 Jahren oder Katzen, die älter als 14 Jahre sind. Das sind die Altersbereiche, in denen das Immunsystem nicht auf dem Höhepunkt seiner Leistungsfähigkeit ist. Weitere immun schwächende Faktoren können den Ausbruch der Krankheit begünstigen. Dazu gehören andere Erkrankungen, aber auch Stresssituationen.

Auslöser für FIP ist das feline Coronavirus, das sehr viele Katzen in sich tragen. Das Ausmaß der Infektionsrate hängt stark von der Populationsgröße, der Haltungsform und den hygienischen Verhältnissen ab. Der häufigste Übertragungsweg ist der über Viren in Kotausscheidungen, die von den anderen Mitgliedern der Gruppe oral oder nasal aufgenommen werden. Das Virus verursacht meist nach der Erstinfektion nur leichte Beschwerden, die in der Regel schnell wieder abklingen. FIP entsteht dann, wenn diese enteralen Erreger durch Mutationen verändert werden.

FIP bei Katzen: Formen und Symptome der Katzenkrankheit

In der ersten Phase nach der Aktivierung des Virus erfolgt vom Körper der Katze die normale Immunantwort mit multiplen Entzündungsherden. Diese manifestieren sich vor allem an den Gefäßen (Vaskulitis) der Eingeweide und den sie umgebenden serösen Bindegewebehäuten. Am häufigsten ist das Bauchfell betroffen. Doch auch das Rippenfell, das die Lunge umgibt, kann befallen sein. Die frühere Unterscheidung in eine feuchte und eine trockene Form wird heute nicht mehr so strikt aufrechterhalten, da oft Mischformen zu beobachten sind.

Symptomatisch beginnt die Erkrankung mit Appetitlosigkeit, verringerter Futteraufnahme, damit verbundener Gewichtsabnahme und immer wiederkehrendem Fieber, das nicht therapiert werden kann. Dazu können sich andere Allgemeinbeschwerden wie Erbrechen, Durchfall und lethargisches Verhalten gesellen. Die weiteren Symptome sind davon abhängig, welche Variante im Vordergrund steht. Als Symptome von FIP zeigen sich bei infizierten Katzen:

FIP bei Katzen: Diagnostik und Therapie

Die Diagnose von FIP gestaltet sich bei Katzen sehr schwierig. Die differenzierte Bewertung, ob die durch Mutationen aktivierte Form des Virus vorliegt oder nicht, ist mit den üblichen Diagnostikinstrumenten meist nicht möglich. Die Untersuchungen werden dennoch vorgenommen, um wenigstens zu einer Differenzialdiagnose zu gelangen. Blutuntersuchungen zeigen zum einen die allgemeinen Parameter, die auch bei anderen Erkrankungen verändert sein können. Sie können zum anderen eine erhöhte Antikörperdichte gegen das feline Coronavirus anzeigen. Die ist aber auch bei der nicht aktivierten Form gesteigert.

Deutlich aussagekräftiger sind spezifische Tests durch die Untersuchung von Punktaten angesammelter Flüssigkeiten. Besonders zuverlässig sind heute zwei Testverfahren. Einerseits ist das der Nachweis von Antigenen in den Fresszellen (Makrophagen) und andererseits, der spezifische PCR-Test aus Proben der punktierten Flüssigkeit. Diese Verfahren sind bei der trockenen Form nicht möglich, weshalb ein Nachweis der Krankheit dort oft nicht möglich ist.

FIP ist flächendeckend noch nicht heilbar. Es gibt allerdings Studien mit antiviralen Medikamenten, die vielversprechende Ergebnisse zeigen. Die Wirkstoffe stehen aber momentan noch nicht oder nicht in ausreichender Menge zur Verfügung. Vorerst ist daher eine Behandlung nur in der Form möglich, dass sie die Symptome lindert, bis die Katze eingeschläfert werden muss, um ihr unnötiges Leiden zu ersparen.

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