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Katzenbisse und Kratzer können bei Menschen zu tiefen Wunden und Infektionen führen. (Symbolbild)

Eine oft unterschätzte Gefahr

Ihre Katze hat Sie gebissen oder gekratzt? Behandlung, Risiko und Gefahren 

Rund jeder zweite Katzenbiss führt zu einer Infektion. Entscheidend ist die Tiefe der Wunde, die betroffene Körperstelle und der Gesundheitszustand des Tiers.

Katzen besitzen lange Fangzähne, mit denen sie ihre Beute erlegen. Ihre Krallen setzen sie in der Natur als effektive Waffe ein, um sich gegen Angreifer und Feinde zur Wehr zu setzen. Auf dünner Menschenhaut können solche Katzenbisse und Kratzer leicht zu äußerst schmerzhaften und mitunter tiefen Wunden führen. In der Folge sind Entzündungen und Infektionen nicht auszuschließen. Gründe für ein entsprechendes Verhalten gegen den Menschen können darin liegen, dass die Katze Schmerzen hat, ihre Ruhe möchte oder mit Nachdruck zeigt, dass sie Transportbox oder Tierarztbesuch momentan ablehnt.

Vielleicht war es auch nur eine Unachtsamkeit während des Spiels. Unerfahrene Jungtiere können bisweilen die Gefahr, die von ihren Zähnen und Krallen ausgeht, noch nicht richtig einschätzen. Unter Umständen ist die Katze schlecht erzogen, dann wurden Kratzen und Beißen seit dem Welpenalter als Fehlverhalten durch den Menschen nicht ausreichend sanktioniert. Als besonders gefährlich gelten Verletzungen, die von fremden Katzen ausgehen. Ist der Gesundheits- bzw. der Impfstatus eines Tieres nicht bekannt, sollte deshalb umgehend ein Arzt die Wunde behandeln.

Ihre Katze hat Sie gebissen oder gekratzt? Sofortige Wundversorgung notwendig

Ein oberflächlicher Kratzer, zugefügt vom eigenen gesunden Tier, ist gut behandelbar. Mit klarem Wasser und einer milden Seife lässt sich der Bereich um die Wunde gut reinigen. Nach dem Trocknen und Desinfizieren empfiehlt sich die Verwendung einer Wund- und Heilsalbe. Gleichmäßig auf die Wunde aufgetragen, unterstützt sie die Haut bei der Regeneration. Tiefe und blutende Kratzer sollte sich dagegen ein Arzt ansehen, insbesondere dann, wenn das Tier nicht bekannt ist. Wer nichts über den Gesundheitszustand des Tieres weiß, ist mit präventiven Maßnahmen gegen Bakterieninfektionen, Wundstarrkrampf und Tollwut gut beraten.

Katzenbisse sind deshalb so gefährlich, weil der Speichel der Tiere hochgradig bakterienbelastet und infektiös ist. Zudem besteht bei tiefen Bissen die Gefahr von Muskel- und Sehnenverletzungen. Der Gang zum Arzt ist nach einem Katzenbiss unerlässlich – Impfpass nicht vergessen! Sind Bakterien über eine Wunde erst einmal in die Blutbahn eingedrungen, können sie sich ungehindert im ganzen Körper ausbreiten. Ernstzunehmende Anzeichen einer Infektion sind:

  • Rötung
  • Erwärmung
  • Schwellung
  • Schmerzen
  • eingeschränkte Beweglichkeit
  • ein Anstieg der Körpertemperatur

Sämtliche Symptome können unmittelbar nach der Verletzung auftreten. Ein Biss in die Hand oder die Finger kann zudem zu einer sofortigen Schwellung der Lymphknoten führen. Steht eine Blutvergiftung (Sepsis) im Raum, hilft nur ein Abstrich des Sekrets und eine gezielte Behandlung des Erregers mit dem passenden Antibiotikum.

Ihre Katze hat Sie gebissen oder gekratzt? So kann man es vermeiden

Katzenbisse und Kratzer können sich als ernste Bedrohung für die menschliche Gesundheit herausstellen. Deshalb sollten Katzenhalter diesen Verletzungen, so gut es geht, aus dem Weg gehen. Hierzu gehört, Jungtieren von Anfang an klare Grenzen zu setzen. Ein klares „Nein“, wenn das Tier beißt, ist dann besonders wirkungsvoll, wenn das Spiel umgehend beendet und der Beißer kurzerhand vor die Tür gesetzt wird. Bei konsequenter Anwendung lernt auch ein Jungtier, dass sein Verhalten nicht erwünscht ist.

Beim Spielen sorgt eine Reizangel dafür, dass der Katzenhalter gar nicht erst mit Zähnen und Krallen in Berührung kommt. In Ausnahmefällen, zum Beispiel wenn sich die Katze weigert, in die Transportbox zu gehen, und sich auch nicht mit Leckereien locken lässt, hilft in letzter Konsequenz nur die Verwendung von dicken Handschuhen. Wer seine Katze gut kennt, wird wissen, in welchen Situationen sie unter Umständen aggressiv reagiert, und kann diesen gezielt aus dem Weg gehen.

Von Gabi Knapp