+
FIV verbreitet sich besonders unter streunenden Katzen

Gefährliche Immunschwächekrankheit

Katzen-AIDS (FIV): Symptome, Verlauf und Lebensdauer 

Katzen-AIDS tritt Schätzungen zufolge bei rund drei Prozent aller deutschen Hauskatzen auf. Eine Übertragung von der Katze auf den Menschen ist nicht möglich.

Ursächlich für die Krankheit Katzen-AIDS ist ein Virus mit dem Namen FIV (Felines Immundefizienz-Virus). Es greift gezielt die weißen Blutkörperchen, die Leukozyten, an und bewirkt eine Schwächung der Immunabwehr. So ist der Katzenkörper langfristig gesehen nicht mehr in der Lage, sich effektiv gegen Krankheiten, Entzündungen und Infektionen zur Wehr zu setzen. Was folgt ist ein schleichender Prozess, in dessen Verlauf die Katze immer anfälliger für andere Viren und Bakterien wird. Schätzungen zufolge sind drei Prozent der 15,7 Millionen deutschen Hauskatzen mit dem Virus infiziert. Eine beachtliche Zahl von knapp einer halben Million Tiere.

Da sich FIV sowohl im Speichel als auch im Blut nachweisen lässt, geht die Forschung davon aus, dass der Hauptübertragungsweg Bisse sind, wie sie beispielsweise bei Revierkämpfen auftreten. Dies würde erklären, warum hauptsächlich frei laufende, unkastrierte Kater von der Krankheit betroffen sind. Da grundsätzlich alle Körperflüssigkeiten infektiös sind, ist auch eine Übertragung beim Deckakt oder von der Katze auf die Welpen nicht auszuschließen. Die Tatsache, dass FIV-Viren außerhalb des Katzenkörpers nur wenige Sekunden überlebensfähig sind, schließt eine Übertragung durch gemeinsame Futterplätze oder gegenseitiges Putzen aus. Bei reinen Wohnungskatzen ist die Katzen-Gesundheit kaum gefährdet. Eine Ansteckung ist nur unter Katzen möglich, weder Hunde noch Menschen können durch Bisse infiziert werden.

Katzen-AIDS – Krankheitsverlauf und Symptomatik

Der Krankheitsverlauf von Katzen-AIDS erstreckt sich über vier Stadien. Auf die Ansteckung mit FIV folgt eine Inkubationszeit von sechs bis acht Wochen. Erst dann bricht die Krankheit aus. In der „akuten Phase“ beginnt die Katze Antikörper zu bilden, danach ist sie Träger, zeigt jedoch keine Symptome. Diese „asymptomatische Trägerphase“ kann über Jahre hinweg andauern. Während dieser Zeit ist die Krankheit allein über einen entsprechenden Test nachweisbar. In der „unspezifischen Phase“ kommt es dann zu verschiedensten Sekundärerkrankungen. Hierzu zählen:

  • Fieber
  • Infektionen der Atemwege
  • Infektionen des Verdauungstrakts
  • Infektionen der Maulhöhle
  • Zahnfleischentzündungen
  • Haut- und Augenverletzungen
  • Tumorerkrankungen
  • Blutarmut
  • neurologische Defekte

Auch diese Phase kann sich über mehrere Jahre erstrecken, sie wird oft begleitet von ungepflegt wirkendem struppigen Fell. Mit der letzten Phase, der „Terminalphase“, geht ein vollständiger Zusammenbruch des Immunsystems einher. Aufgrund verschiedenster Sekundärerkrankungen wirkt das Tier zunehmend geschwächt und verliert schnell an Gewicht. Die Lebenserwartung beträgt ab diesem Zeitpunkt in der Regel weniger als ein Jahr.

Katzen-AIDS – Diagnose, Behandlungsmöglichkeiten & Prognose

Den endgültigen Nachweis über eine Infektion bringt die Untersuchung einer Blutprobe im Labor. Ist der Befund FIV positiv, sollte die infizierte Katze nur noch im Haus verbleiben. Nur so kann der Halter sicherstellen, dass sein Tier nicht andere Artgenossen infiziert. Leben nicht infizierte Tiere mit im Haushalt ist darauf zu achten, dass es nicht zu Rangeleien und Bissen kommt. Die Behandlung von Katzen-AIDS konzentriert sich auf die Stärkung des Immunsystems und auf sekundär auftretende Erkrankungen und deren Vermeidung. Um die Vermehrung des Virus zu verlangsamen, können antivirale Chemotherapeutika zum Einsatz kommen.

Ergänzt werden kann eine Therapie um Antibiotika, Pilzmittel und lebensnotwendige Mineralstoffe und Vitamine. Sämtliche Maßnahmen dienen dazu, ein Fortschreiten der Krankheit hinauszuzögern, Heilung bringen sie nicht. Erst in der finalen Phase ist keine Therapie mehr möglich. Dennoch mag es für den Halter beruhigend sein, dass sein Tier noch viele lange und gute Jahre mit ihm gemeinsam verbringen kann. Eine Impfung gegen Katzen-AIDS gibt es derzeit (Stand 2021) innerhalb Europas nicht.

Von Gabi Knapp