Was man tun kann

Demenz bei Katzen: Gehirnjogging, Geduld und Liebe können den Tieren helfen

  • schließen

Katzen können genau wie Menschen an Demenz erkranken. Wie man betroffenen Katzen am besten helfen kann, erfahren Sie hier.

München – Kommen Katzen in die Senioren-Jahre, können die Stubentiger genau wie wir Menschen an Demenz erkranken. Da die Symptome bei dieser Krankheit nicht immer eindeutig sind, wird sie bei Katzen oft nicht erkannt oder falsch diagnostiziert. Betroffen von der Alzheimer-ähnlichen Krankheit, bei der die Nerven im Gehirn allmählich absterben, sind rund ein Drittel aller Katzen ab elf Jahren und sogar die Hälfte aller Katzen an einem Alter von 15 Jahren. Demenz ist unheilbar, doch mit dem richtigen Umgang und einem abwechslungsreichen Alltag können Besitzer ihren erkrankten Tieren helfen.

Gehirnjogging und liebevolle Unterstützung können dementen Katzen im Alltag helfen. (Symbolbild)

Es gibt verschiedene Symptome, die auf eine Altersdemenz bei Katzen hindeuten können, am auffälligsten für die Erkrankung sind allerdings starke Verhaltensänderungen. Bisher gibt es leider noch keinen Test, der eine Demenz bei Katzen zweifelsfrei diagnostizieren kann. Ein Tierarzt muss daher vorab erst alle anderen möglichen Ursachen und Alterserkrankungen mit ähnlichen Symptomen ausschließen.

Demenz bei Katzen: Gehirnjogging, Geduld und Liebe können den Tieren helfen

Demenz ist zwar nicht heilbar und kann auch nicht völlig aufgehalten werden, aber man kann sie verlangsamen. Dabei kann neben dem Tierarzt vor allem der Katzenhalter selbst seiner erkrankten Mieze helfen, indem er sein Verhalten anpasst und das Tier im Alltag liebevoll unterstützt. Ein Tagesablauf mit fester Struktur vermittelt dem erkrankten Tier Sicherheit. Aber auch ein paar kleine Übungen, die das Gehirn der Samtpfote stimulieren und ihren Alltag abwechslungsreicher machen, können der Katze helfen. Diese Übungen eignen sich für das Gehirnjogging bei demenzkranken Katzen:

  • Regelmäßige Spieleinheiten, die die Katze körperlich nicht zu sehr anstrengen, aber ihre Aufmerksamkeit fordern. (z.B. Clickertraining)
  • Sanfte Massagen und Streicheleinheiten können das Nervensystem der Katze stimulieren und ihr Geborgenheit und Sicherheit vermitteln.
  • Interaktive Spiele, wie zum Beispiel mit der Katzenangel, halten nicht nur Körper, sondern auch Geist fit.
  • Man kann die Katze dazu animieren, einen Teil ihres Futters zu suchen und sich zu erarbeiten. Trockenfutter kann man zum Beispiel im Raum verteilen, sodass es sich die Katze suchen muss.

Bei all den Spielen und Übungen ist es wichtig, die Grenzen der Senioren-Katze im Blick zu behalten und zu berücksichtigen. Die Katze soll Spaß dabei haben, aber es darf nicht zu stressig für das Tier sein.

Demenz bei Katzen: Auf veränderte Bedürfnisse eingehen und unterstützen

Es ist außerdem für das Tier hilfreich, wenn man auf die veränderten Bedürfnisse der Katze eingeht. Ein flaches Katzenklo ohne Deckel erleichtert dem Stubentiger das Finden und den Einstieg. Falls dennoch ein Malheur passiert, sollte man verständnisvoll mit dem Tier umgehen. Es hilft dem Tier, wenn man ihm leicht erreichbare und kuschelig warme Liegeplätze anbietet und akzeptiert, dass eine Freilaufkatze womöglich nicht mehr hinaus will. Wer seine demente Katze mit viel Geduld und Liebe unterstützt, festigt nicht nur die Bindung zu dem Tier, sondern kann seiner Samtpfote trotz Erkrankung noch eine schöne Zeit schenken.

Rubriklistenbild: © Panthermedia/Imago