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Eine Katze bekommt beim Tierarzt Ohrentropfen (Symbolbild)

Unpässlichkeiten bei der Samtpfote

Katzen-Gesundheit: Alle Infos zu Krankheiten, Behandlung und Therapien

Katzen erfreuen sich meist einer robusten Gesundheit. Dennoch auch sie krank werden. Informationen zu Erkrankungen, Behandlungen sowie sinnvollen Versicherungen übersichtlich zusammengefasst.

Bonn – Der Bundesverband für Tiergesundheit e. V. plädiert für eine umfassende Vorsorge bei Katzen. Die Fellnasen können wie Menschen an den verschiedensten Beeinträchtigungen leiden. Einige Beschwerden lassen sich bereits mit einfachen Mitteln beheben. Andere Erkrankungen benötigen eine Behandlung beim Tierarzt. Rechtzeitig erkannt, verhindert eine geeignete und zeitnahe Therapie schwerere Krankheitsverläufe und stellt die Gesundheit wieder her.

Katzen – typische Anzeichen für eine angeschlagene Gesundheit

Ist die Katze krank, verhält sie sich oftmals anders als üblich. Katzenhalter erkennen daran meist recht schnell, dass die Fellnase gesundheitliche Probleme hat. Die häufigsten Anzeichen dafür sind unter anderem:

  • Appetitlosigkeit bis hin zur kompletten Futterverweigerung
  • Energielosigkeit und vermehrtes Ruhebedürfnis
  • Erbrechen, Durchfall oder Verstopfung
  • Verlust der Stubenreinheit
  • Großer Durst und andauerndes Trinken
  • Nachlassende Fellpflege und ein unangenehmer Geruch
  • Stumpfes, struppiges Fell
  • Tränende Augen und/oder laufende Nase
  • Ungewöhnliches und anhaltendes Miauen
  • Verstecken und eine kauernde Haltung

Diese Krankheitszeichen treten je nach Ursache und Erkrankung einzeln oder zu mehreren auf. Bessert sich die Gesundheit des Stubentigers nicht innerhalb einiger Stunden, ist ein Gang zum Tierarzt ratsam, um die genaue Ursache abzuklären.

Katzen-Gesundheit: die häufigsten Krankheiten und Symptome auf einen Blick

Nach dem GfK Diagnose und Therapie Index gehören Beeinträchtigungen wie Parasitenbefall und Atemwegserkrankungen zu den häufigsten Problemen von Katzen mit der Gesundheit. Dahinter kommen direkt Hautkrankheiten oder -verletzungen sowie Probleme mit dem Magen-Darm-Trakt.

Je nach Krankheit zeigt die Katze dabei mehr oder weniger typische Symptome. Hier folgen die bekanntesten Katzenkrankheiten und ihre Anzeichen:

  • Äußere Parasiten:
  • Ursache: Milben, Zecken oder Flöhe
  • Symptome: Je nach Parasit: Häufiges Kratzen, Unwohlsein, Appetitlosigkeit
  • Innere Parasiten:
  • Ursache: Band-, Haken- und Spulwürmer, Giardien oder Kokzidien
  • Symptome: Je nach Parasit: Wässriger Durchfall, Blut im Stuhl, Erbrechen, Gewichtsverlust
  • Katzenschnupfen:
  • Ursache: Herpes- oder Caliciviren
  • Symptome: Ausfluss aus Augen und Nase Häufiges Niesen, entzündete Augen, Schluckbeschwerden
  • Katzenleukämie:
  • Ursache: Felines Leukämievirus (FeLV)
  • Symptome: Rapider Gewichtsverlust Erbrechen, Durchfall, Fieber
  • Katzenseuche:
  • Ursache: Parvovirus
  • Symptome: Nahrungsverweigerung, Fieber, Erbrechen, Durchfall
  • Feline Infektiöse Peritonitis (FIP):
  • Ursache: Feline Coronaviren
  • Symptome: Je nach betroffenen Organen: Fieber, Fressunlust, Apathie, Gelbsucht, Durchfall und Erbrechen, Augenentzündung, Atemnot
  • Nierenschwäche:
  • Ursache: Unterschiedliche Auslöser wie Vergiftung, Parasiten oder Infektionen
  • Symptome: Starker Durst, Erbrechen, Appetitlosigkeit, häufiges Urinieren, Mundgeruch
  • Katzendiabetes:
  • Ursache: Erblich bedingt Ernährungsfehler, Übergewicht, Bewegungsmangel
  • Symptome: Starker Durst, häufiges Urinieren, struppiges Fell, Gewichtsverlust trotz gesteigertem Appetit
  • Schilddrüsenüberfunktion:
  • Ursache: Genaue Entstehung der Erkrankung noch unbekannt
  • Symptome: Gewichtsverlust, gesteigerter Appetit, struppiges Fell

Katzen-Gesundheit wiederherstellen: die richtige Therapie

Bei vielen Problemen mit der Gesundheit ist ein Gang zum Veterinär angesagt. Da viele Krankheiten mit ähnlichen Symptomen einhergehen, bringen erst weiterführende Untersuchungen Klarheit. Nach der Überprüfung des Allgemeinzustands mit Abtasten von Bauch und Lymphknoten sowie der Kontrolle von Herz, Lunge, Augen, Rachen, Zähnen und Fell wird der Tierarzt Fragen zu Ernährung, Lebensgewohnheiten sowie Urin- und Stuhlabgabe stellen.

Nun erfolgen je nach Problematik weiterführende Kontrollen wie

  • Puls und Blutdruck
  • Blutuntersuchungen im Labor
  • Analysen von Urin- oder Kotproben

Bei Beeinträchtigungen des Bewegungsapparates kommen zusätzlich bildgebende Verfahren wie Röntgen oder ein MRT zum Einsatz. Anhand der Untersuchungsergebnisse verordnet der Tiermediziner nun eine entsprechende Therapie.

Diese kann ganz unterschiedlich ausfallen:

  • Bei Parasitenbefall bekommen Katzenbesitzer geeignete Präparate zum Auftragen auf die Haut oder zum Eingeben
  • Viele Infektionskrankheiten lassen sich durch entsprechende Therapien mit Antibiotika behandeln
  • Stoffwechselerkrankungen bessern sich mit speziellen Medikamenten und/oder ausgewähltem Diätfutter.

Bei besonderen Problemen wie Diabetes bekommt die Mieze – ähnlich wie Diabetiker – Insulingaben und blutzuckersenkende Präparate.

Für Krankheiten wie etwa Katzen-AIDS (FIV) gibt es leider bis heute noch keine effektiven Behandlungsmethoden und sie gilt als unheilbar. Wird die Krankheit jedoch in einem frühen Stadium erkannt, kann mit verschiedenen Medikamenten ein Fortschreiten der Krankheit verzögert werden.

Katzen und ihre Gesundheit – alternative Medizin und Naturheilkunde

Viele Katzenbesitzer setzen auf alternative Heilmethoden, um die Gesundheit ihrer Katze zu verbessern. Beliebt als Ergänzung zu einer Tierarztbehandlung sind vor allem

  • homöopathische Mittel
  • Bachblüten
  • Heilkräuter

Wichtig ist im Zusammenhang mit alternativen Heilmitteln, dass die Wirkung dieser Produkte bisher nicht wissenschaftlich belegt ist. Sicher ist, dass es hin und wieder durch die Gabe von Globuli und Co. zu Verbesserungen des Allgemeinzustandes der Katze gekommen ist. Die Fachwelt erklärt dies meist mit dem sogenannten Placebo-Effekt und der gesteigerten Aufmerksamkeit, die die Tierhalter ihrer Samtpfote bei einem Gesundheitsproblem widmen.

Generell schaden homöopathische Mittel und Bachblüten nicht und können zusätzlich zu den medizinischen Präparaten verabreicht werden. Vorsicht ist bei Kräutertropfen, - pulvern oder -pillen geboten, da der Stoffwechsel von Katzen sehr empfindlich darauf reagiert. Daher sollten diese Präparate lediglich in Zusammenarbeit mit einer erfahrenen Tierheilpraxis erfolgen.

Katzen: Erste Hilfe bei Krankheiten und Verletzungen

Ist die Katze in einem schlechten Allgemeinzustand, sollten die Besitzer unbedingt Ruhe bewahren und schnellstmöglich einen Tierarzt ihres Vertrauens aufsuchen.

Weist der Stubentiger stark blutende Verletzungen auf, müssen Helfer diese vorab versorgen. Dazu eignet sich eine auf die Wunde gelegte Mullbinde. Diese wird mit einer zweiten Binde so fest um die verletzte Stelle gebunden, dass die Blutung aufhört.
Bei Herz-Kreislauf-Stillstand ist es wichtig, eine Wiederbelebung einzuleiten. Diese besteht aus folgenden Schritten:

  • Maul öffnen und Zunge nach vorne ziehen
  • Rachen auf Fremdkörper kontrollieren, die die Luftwege blockieren können
  • Maul schließen und das Tier alle drei Sekunden durch die Nase beatmen

Ist an der Innenseite des Oberschenkels kein Puls spürbar, ist zusätzlich eine Herzmassage erforderlich:

  • Die Katze liegt hierbei auf der rechten Seite.
  • Der Ersthelfer legt zwei Finger der linken Hand zwischen der vierten und sechsten Rippe auf den Brustkorb des Tieres.
  • Nun drückt er mit zwei Fingern der rechten Hand zehnmal schnell im Takt auf das linke Fingerpaar.
  • Dann wird die Katze noch zwei bis drei Mal beatmet.
  • Ist danach noch kein Puls zu spüren, erfolgt die Wiederholung der Herzdruckmassage.

Die Gesundheit von Katzen: notwendige Operationen

Nach den Erhebungen der Uelzener Versicherungen im Zeitraum von 2019 bis 2020 sind neben Chippen, Impfungen und Kastrationen Zahnprobleme die häufigste Ursache für eine Operation bei der Katze. Hat der Vierbeiner Zahnbelag, verhärtet dieser mit der Zeit und überzieht den gesamten Zahn. Das kann im schlimmsten Fall zu Entzündungen und zum Verlust eines Zahns oder mehrerer Zähne führen.

Neben Zahnreinigung und -behandlung sind Operationen bei der Katze bei vielen weiteren Problemen ein Thema. Die operativen Eingriffen sind oft die einzige Möglichkeit, die Gesundheit des Stubentigers wiederherzustellen. Laut Statistik liegt die Mieze am häufigsten bei diesen Beeinträchtigungen auf dem OP-Tisch:

  • Erkrankungen und Verletzungen der Bauchhöhle
  • Versorgungen von Knochenbrüchen
  • Blasenentzündung und Harnröhrenprobleme
  • Amputationen
  • Darmoperationen

Kleinere Eingriffe erledigt der Tierarzt gleich in seiner Praxis. Ernstere Operationen übernehmen im Normalfall Tierkliniken. Hier steht rund um die Uhr geschultes Personal für die Nachsorge und Pflege der vierbeinigen Patienten zur Verfügung.

Katzen-Gesundheit – sinnvolle Versicherungen für den Notfall

Ist die Katze krank, ist das häufig mit hohen Kosten verbunden – vor allem, wenn neben einer aufwendigen Therapie eine Operation notwendig ist. Geeignete Versicherungen schonen dabei Geldbeutel und Nerven. Zur Absicherung der Gesundheit gibt es für Samtpfoten drei Möglichkeiten:

  • Eine Katzen-Krankenversicherung
  • Eine OP-Kostenversicherung
  • Eine Vollversicherung

Die Krankenversicherung deckt sämtliche Behandlungen ab, die der Tierarzt der Katze verordnet. Das können Medikamente sein sowie die Versorgung von Wunden und die dazugehörigen Verbände. Operationen zählen in der Regel nicht dazu.

Die OP-Versicherung übernimmt operative Eingriffe bei der Fellnase. Meist sind bei der Kostenübernahme auch die Unterbringung in der Tierklinik, benötigte Heil- und Hilfsmittel sowie abschließende Untersuchungen enthalten.

Eine Vollversicherung besteht aus Kranken- und OP-Versicherung für die Katze. Damit sichern sich Tierhalter einen komfortablen Rundumschutz. Diese Variante ist die kosten intensivste, gefolgt von der Krankenversicherung.

Eine reine Absicherung der OP-Kosten ist am günstigsten und unbedingt empfehlenswert, da bei Operationen am Tier schnell vierstellige Beträge anfallen können.

Katzen-Gesundheit fördern – Maßnahmen zur Vorbeugung

Vorbeugen ist besser als heilen, heißt es. Um die Katzen-Gesundheit zu fördern und zu erhalten, können Besitzer einige Maßnahmen ergreifen. Wichtig sind beispielsweise:

  • regelmäßige Gesundheits-Checks beim Tierarzt
  • ausreichender Impfschutz gegen die häufigsten Infektionskrankheiten
  • ausreichend Bewegung
  • eine art- und altersgerechte Ernährung

Darüber hinaus ist es hilfreich, wenn die Katzenbesitzer ihren Liebling einmal wöchentlich genauer unter die Lupe nehmen. Beim Spielen oder der Fellpflege lässt sich das Tier gut abtasten und Hautveränderungen, Entzündungen oder Parasiten sind schnell zu erkennen.