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Eine Maine Coon wird gebürstet

Stubentiger rundum gepflegt

Katzen-Pflege: Alle Infos zur Fell-, Zahn- und Ohrpflege

Katzen sind sehr reinliche Tiere und pflegen sich hervorragend selbst. Dennoch können Katzenhalter mit der richtigen Pflege viel zum Wohlbefinden ihrer Lieblinge beitragen.

Bonn – Der Deutsche Tierschutzbund gehört zu den anerkannten Organisationen, die über die Haustierhaltung und ihre Aspekte informieren. Dazu gehören auch Themen wie die Auswahl bestimmter Katzenrassen, das Spiel und die Erziehung und die Katzen-Pflege. Mit wenigen Maßnahmen lässt sich viel für die Gesundheit der Katze tun.

Katzen-Pflege: Vieles erledigt die Mieze selbst

Katzen sind die Sauberkeitsfanatiker unter den Tieren – sie beschäftigen sich täglich ausgiebig mit der eigenen „Schönheitspflege“. Die raue Zunge der Katze ist für die Fell-, Pfoten- und Intimhygiene bestens geeignet und kommt ständig zum Einsatz. Ein gesundes Tier, das angemessen und ausreichend ernährt wird, macht daher einen gepflegten Eindruck, wirkt eine Katze zerzaust und struppig, leidet sie Not oder ist krank. Dass Katzen so penibel sind, sollte Tierhalter allerdings nicht von der Katzen-Pflege abhalten. Je nach Rasse sind Fell- und Augenpflege notwendig, und außerdem stellt man dabei fest, ob das Tier an Parasiten wie Flöhen, Zecken oder Milben leidet. Da die meisten Katzen das Bürsten genießen, stärkt die Pflege wie eine Schmuse-Einheit die Bindung zwischen Mensch und Tier.

Katzen-Pflege: So gut wie jede Katze genießt die Fellpflege

Die Miezen lernen die Fellpflege schon als Kätzchen von der Mutter, die auf Sauberkeit in der Kinderstube viel Wert legt. Möglicherweise erinnert das Bürsten auch die erwachsene Katze an glückliche „Kindertage“ – jedenfalls genießen es die meisten Tiere, besonders, wenn man sie von klein auf an regelmäßiges Bürsten gewöhnt hat.

Bei langhaarigen Katzenrassen ist das tägliche Bürsten ein unverzichtbarer Bestandteil der Katzen-Pflege, denn sie neigen besonders dazu, große Mengen Haar zu verschlucken, und können dadurch erkranken, das wunderbar flauschige Fell kann verfilzen, im Extremfall bilden sich auf der Haut Geschwüre. Aber auch kurzhaarigen Katzen kann bei regelmäßiger Fellpflege das Verschlucken von Haaren und dadurch verursachte Probleme mit dem Verdauungstrakt weitestgehend erspart bleiben. Das gilt besonders für das Frühjahr, wenn die Tiere ihr dichteres Winterfell verlieren.

Damit die Tiere die Fellpflege genießen, kommt es auch auf die richtige Bürste an. Wird die Bürste als zu hart und kratzig empfunden, wehrt sich die Katze und kann sich nicht entspannen – in diesem Fall sind weichere Borsten oder ein spezieller Handschuh aus dem Fachgeschäft Alternativen.

Katzen-Pflege: Zahnpflege nicht vergessen!

Im Alter von ungefähr sechs Monaten weichen die Milchzähne der Katze dem Erwachsenengebiss – insgesamt 30 scharfe Zähne tragen die kleinen Raubtiere dann im Maul. Da Katzen unter Umständen über 20 Jahre alt werden können, ist die Zahngesundheit ein wichtiger Teil der Lebensqualität, die Zahnpflege sollte von Anfang an in die Katzen-Pflege einbezogen werden.

Denn die Stubentiger sind anfällig für Zahnstein! Gelegentlich werden Katzen-Zahnbürsten beworben, doch zum regelmäßigen Zähneputzen sind vermutlich nur die wenigsten Katzen zu bewegen. Überdies wäre der Erfolg nicht von Dauer, denn Katzen snacken gern. Auch Kauknochen, wie sie für Hunde erhältlich sind, gibt es für Katzen nicht. Zur Zahnreinigung eignen sich

  • Trockenfutter
  • tiermedizinische „Zahnpasten“, die unter das Futter gemengt werden
  • regelmäßige Kontrolle auf Zahnstein

Wird der Zahnstein rechtzeitig erkannt, entfernt der Tierarzt die Beläge mit Ultraschall, bevor es zu Entzündungen im Maul kommt.

Katzen-Pflege: Augen- und Ohrpflege „für die Katz“

Die scharfen Sinnesorgane der kleinen Räuber benötigen auf jeden Fall besondere Aufmerksamkeit bei der Katzen-Pflege. Leichte Verkrustungen im Augenwinkel können auftreten und werden einfach mit einem weichen Tuch ausgewischt. Bei Katzenrassen, deren körperliche Merkmale empfindliche Augen verursachen, beispielsweise Perserkatzen, müssen die Augen täglich kontrolliert werden. Vereiterte Augen können besonders bei jüngeren Tieren oder Freigängern ein Hinweis auf eine ernsthafte Erkrankung sein, der vollständige Impfschutz beugt diesen jedoch vor.

Auch die Ohrpflege ist wichtig für die Miezen, denn das Innere der Ohrmuschel kann eine Katze nicht selbst reinigen. Deshalb ist der prüfende Blick ins Ohr mindestens einmal in der Woche angesagt. Die Ohren können verschmutzen, auch Ohrenschmalz lagert sich ab und kann behutsam ausgewischt werden. Falls sich in der Ohrmuschel bräunliche, krümelige Ablagerungen finden, könnte die Katze sich Ohrmilben „eingefangen“ haben, der Tierarzt kann allerdings schnell für Abhilfe sorgen.

Katzen-Pflege: Regelmäßige Pediküre und Krallenpflege

Die Krallen machen die Katze wehrhaft und verleihen ihr außerdem beim Klettern und Springen sicheren Halt. Damit die Mini-Dolche, die sich in den samtigen Pfoten verbergen, optimal gewartet sind, wetzen Katzen ihre Krallen gern und regelmäßig. Sofern sie Ausgang haben, bevorzugen sie ihr natürliches Umfeld, darunter Bäume und Sträucher, doch auch Rauputz an Hauswänden und Autoreifen werden nicht verschmäht – ein Nebeneffekt des Krallenschärfens ist nämlich, dass die Tiere dabei Duftmarkierungen hinterlassen, mit denen sie ihr Revier abstecken.

Wohnungskatzen haben ebenfalls das Bedürfnis, sich die Krallen zu schärfen. Ein Kratzbaum, dessen Textur sie dazu ermutigt und der an einladender Stelle steht, lässt die Katze die Pediküre zum größten Teil selbst erledigen. Falls das Tier immer wieder bestimmte Stellen an Möbeln aufsucht, kann man eigens dafür konzipierte Kratzbretter oder Sisal-Matten davor hängen.

Krallenschneiden für Senioren-Katzen

Regelrechte Krallenpflege wird vor allem bei älteren Katzen notwendig, denn die Krallen verdicken im Alter, die Tiere verlieren ihre Zähne und Beweglichkeit, sodass man hier nachhelfen kann. Spezielle Krallenzangen erlauben das schonende Abknipsen der Spitzen – die sich dunkler abzeichnenden Nerven im Inneren der Kralle dürfen dabei nicht verletzt werden. Der Tierarzt kann hier Anleitungen geben, damit diese Form der Katzen-Pflege auch daheim gelingt.

Katzen-Pflege: Baden – wann und wie?

Katzen haben den Ruf, sehr wasserscheu zu sein, doch wer zum ersten Mal mit einer Katze zusammenlebt, kann zur eigenen Überraschung herausfinden, dass dies so nicht stimmt. Die Stubentiger spielen sehr gern in fließendem Wasser, trinken aus dem Wasserhahn und haben an heißen Tagen nichts dagegen, mit allen vier Pfoten in kühlem Wasser zu stehen. Außerdem können Katzen natürlich schwimmen, und das sogar gut. Manche Rassen, wie die Türkische Van, genießen das Paddeln – doch beim Thema Baden als Bestandteil der Katzen-Pflege scheiden sich die Geister.

Kurzhaarige Katzen benötigen eigentlich kein Bad, denn das regelmäßige Lecken des Fells bewirkt

  • Sauberkeit
  • Geruchsneutralität
  • Durchblutung der Haut

Zugleich wird Fett aus den Talgdrüsen auf dem Fell verteilt und sorgt dafür, dass es wasserabweisend und glänzend bleibt. Ein Bad mit herkömmlichen Tiershampoos würde da nur stören.

Langhaarkatzen und kranke Tiere

Notwendig werden können Bäder bei Hautkrankheiten, denn ebenso wie Menschen können auch Katzen an Allergien, Ekzemen, Hautpilzen oder psychosomatischen Erkrankungen der Haut leiden. In diesem Fall können spezielle veterinärmedizinische Bäder zur Linderung oder zum Abklingen der Symptome beitragen. Auch der Kontakt mit giftigen Substanzen, die die Katze nicht selbst ablecken sollte, kann ein Bad erforderlich machen.

Bei langhaarigen Rassen wie Perser- oder Himalayakatzen werden gelegentliche Bäder von manchen Fachleuten befürwortet. Doch auch hier ist zu bedenken, dass die regelmäßige Fellpflege das Baden überflüssig macht. Durch tägliches Bürsten wird dem Verknoten und Verschmutzen des seidigen Haarkleids vorgebeugt. Außerdem kann das Fell in „Problemzonen“, etwa in den „Achselhöhlen“ der Katze oder rund um den After, gestutzt werden, sodass sich hier keine Knoten bilden oder Schmutz verfängt. Falls ein Bad dennoch notwendig sein sollte, ist es am besten, das Tier in einer nicht zu großen Plastikwanne mit rutschfestem Boden und mit lauwarm temperiertem Wasser behutsam zu waschen.