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Das Verhalten von Katzen lässt sich richtig einschätzen, wenn man ihre Körpersprache kennt. (Symbolbild)

Tierhaltung in Deutschland

Katzen – Verhalten richtig deuten und Signale sofort erkennen

Das Verhalten von Katzen lässt sich leicht einschätzen, wenn die Körpersprache und Anzeichen für die Stimmung des Tieres richtig gedeutet werden.

Frankfurt am Main – Katzen sind die beliebtesten Haustiere in Deutschland. Laut einer Auswertung für den Industrieverband Heimtierbedarf (IVH) e. V. und den Zentralverband Zoologischer Fachbetriebe Deutschlands e. V. (ZZF) lebten im Jahr 2020 15,7 Millionen Stubentiger in deutschen Haushalten. Damit es nicht zu unter Umständen schmerzhaften Missverständnissen kommt, ist es wichtig, das Verhalten der Katzen richtig zu deuten. Denn die Samtpfoten zeigen sehr deutlich, wie es um ihr aktuelles Wohlbefinden und die Stimmung steht.

Katzen-Verhalten: Signale für eine schlechte Stimmung

Zur richtigen Katzenhaltung gehört auch, die Sprache der Katze zu verstehen. Wenn eine Katze schlechte Laune hat, gestresst ist, Angst hat und gleich aggressiv reagiert, dann zeigt sie das deutlich in ihrem Verhalten. Wer sich dem Tier trotzdem nähert, riskiert einen kräftigen Hieb mit der Pfote. Zu den typischen Anzeichen für drohende Abwehrreaktionen gehören folgende:

  • Ein eingezogener oder senkrecht aufgerichteter, buschiger Schwanz zusammen mit einem straff gespannten bis sogar erstarrten Körper zeigt, dass diese Katze nicht in freundlicher Stimmung ist.
  • Auch die Augen einer Katze sagen über das Verhalten mehr als 1.000 Worte. Sind die Pupillen des Tieres zu schmalen Schlitzen verengt, obwohl es nicht in die Sonne blickt, oder kreisrund und riesig, obwohl es hell ist, ist Vorsicht angesagt.
  • Faucht und knurrt eine Katze eindrucksvoll und zeigt die Zähne, dann sollten alle Menschen und Tiere besser Abstand halten.
  • Ebenso gehören ein wild zuckender Schwanz, stark aufgerichtete Schnurrhaare und eng nach hinten gelegte Ohren zu den typischen Anzeichen für eine Katze, die keine Annäherung wünscht.
  • Machen Katzen einen Buckel und sträuben die Haare, imponiert sie ihrem Gegner und täuschen mehr Größe als vorhanden vor. Das deutet ebenfalls auf eine Missstimmung hin.

Katzen-Verhalten – Beißen

Da Katzen echte Fleischfresser und Beutejäger sind, hat die Natur sie mit einem kräftigen und scharfen Gebiss ausgestattet. Neben der Jagd und dem Kampf kommen die Zähne auch in vielen anderen Situationen zum Einsatz:

  • Katzenmütter transportieren ihren Nachwuchs mit den Zähnen von A nach B.
  • Bei der Körperpflege setzen die Tiere das Gebiss gezielt ein, um juckende Stellen millimetergenau zu bearbeiten.
  • Deuten Signale darauf hin, dass sie aggressiv ist, ist das Beißen als Abwehr oder Kampfansage gemeint.
  • Aber Beißen kann ebenso ein Beweis großer Zuneigung und des Vertrauens sein. Beißt ein Stubentiger seinem Menschen während des Schmusens und Streichelns vergleichsweise sanft in Hand oder Finger, ist das Verhalten als Liebesbeweis zu verstehen.
  • Bei rasanten Beutespielen kann es aus Übereifer zu Bissen kommen, diese sind als Unfall anzusehen. Generell gilt: Katzen, die viel mit ihren Zweibeinern spielen, sind gut ausgelastet und agieren weniger enthusiastisch. Das verhindert versehentliche Bisswunden. Ist ein Katzenbiss tief, sollte man sich unbedingt in ärztliche Behandlung begeben.

Katzen-Verhalten – Entspannung, Spielen und Miauen

Eine zufriedene Katze ist entspannt. Ihre Ohren sind locker nach vorn gerichtet und zeigen Aufmerksamkeit an. Kommt eine Katze mit aufgerichtetem Schwanz, dessen Haare nicht gesträubt sind und dessen Spitze hakenförmig abknickt, auf einen Menschen zu, sind das eindeutige Signale für Zuneigung und Freude. Auch das Umstreichen der Beine und sanfte Stupser mit der Nase deuten auf eine gute Stimmungslage und enge Verbundenheit hin.

Mit einer Katze, die ein entspanntes und zugewandtes Verhalten zeigt, lässt sich leicht ein Spiel beginnen. Als Beutejäger lieben es die Samtpfoten, Spielzeuge zu belauern und bei einer Bewegung sofort zuzuschlagen. Damit das Spielen die Katze begeistert, ist es wichtig, das Verhalten der Beute gut nachzuahmen:

  • Beutetiere bewegen sich immer vom Angreifer, also der Katze, weg und nie auf ihn zu.
  • Katzen lieben es, Strategien zu entwickeln, daher ist es wichtig, dass das Spiel abwechslungsreich bleibt und immer neu gestaltet wird.
  • Nicht jede Katze mag jedes Spiel, die eine lauert gern, während die andere auf bewegliche „Mäuse“ reagiert und die nächste Vögel oder Fische bevorzugt.

Das Miauen spielt übrigens im Verhalten von Katzen untereinander keine Rolle. Diese Lautäußerungen setzen die Stubentiger extra zur Kommunikation mit Menschen ein.