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Eine Katzenallergie kann sich durch verschiedene Symptome äußern. (Symbolbild)

Tränende Augen und Niesreiz

Katzenallergie: Wie Sie sich bemerkbar macht und welche Medikamente helfen 

Die Symptome einer Katzenallergie reichen vom Niesreiz über juckende Haut bis hin zu Atembeschwerden. Eine ärztliche Behandlung schafft meistens Abhilfe.

München – Ein Katzenallergiker reagiert nicht etwa auf die Haare der Haustiere, sondern auf die Allergene, die vor allem im Speichel, im Urin und im Sekret der Hautdrüsen lauern. Über Katzenhaare und Staubpartikel verteilen sie sich in der Raumluft, gelangen vorrangig über die Atemluft in den menschlichen Organismus und reizen die Schleimhäute und Atemwege des Allergikers. Auch wenn oft von einer Katzenhaarallergie die Rede ist, ist dieser Begriff also nicht korrekt, denn die Haare der Hauskatze verteilen die Allergene lediglich. Verschiedene Symptome können auf eine Katzenallergie hindeuten, zum Beispiel:

  • Nies- und Hustenreiz
  • Kratzen im Hals
  • gerötete, brennende und tränende Augen
  • Atemnot
  • Juckreiz auf der Haut
  • gerötete Hautstellen

Sie alle zeigen sich oftmals bereits wenige Minuten nach dem Kontakt mit Katzenallergenen. Bei sehr leichten Symptomen verzichten zahlreiche Betroffene auf eine medizinische Behandlung. Nehmen die Beschwerden allerdings zu, ist der Gang zum Arzt empfehlenswert, um zu verhindern, dass sich ein allergisches Asthma ausbildet.

Katzenallergie: Symptome einer Katzenallergie sorgfältig dokumentieren

Wer vermutet, an einer Katzenallergie zu leiden, sucht erst einmal den Hausarzt auf und schildert diesem sämtliche Symptome. Patienten beschreiben, wann und wo die Beschwerden am häufigsten auftreten, wie lange sie schon in Erscheinung treten und in welchem Ausmaß. Um dem Arzt gegenüber möglichst genaue Angaben machen zu können, ist es hilfreich, schon vom Moment des ersten Verdachts an, ein Allergietagebuch zu führen. Bei unzureichenden Informationen kann der Arzt beim ersten Gespräch unter Umständen noch keine Diagnose stellen. Dann bittet dieser seinen Patienten in der Regel darum, die Symptome über einen längeren Zeitraum zu dokumentieren und einen neuen Termin in ein paar Monaten zu vereinbaren. Wer diesen Schritt schon im Vorfeld erledigt hat, spart viel Zeit und die Therapie kann rasch beginnen.

Zum Inhalt des Allergietagebuchs gehören Aufzeichnungen, wann welche Symptome genau auftreten, wie lange sie anhalten und in welcher Intensität sie sich äußern. Teil der Notizen sollte auch sein, welchen Umwelteinflüssen der Betroffene zu diesem Zeitpunkt jeweils ausgesetzt war, wie er sich ernährt hat und welchen Aktivitäten er nachgegangen ist. All das können wichtige Indizien sein, die bei der Diagnose helfen.

Katzenallergie: Den Verdacht einer Katzenallergie bestätigt ein Allergietest

Teilt der Arzt den Verdacht auf eine Katzenallergie, führt er einen Allergietest durch. Meist macht er dafür vom sogenannten Prick-Test Gebrauch. Dabei tropft er verschiedene Allergene auf den Unterarm oder den Rücken des Patienten. Im Anschluss ritzt er dessen Haut ganz vorsichtig an und dann wird es spannend. Ergeben sich binnen der nächsten rund 20 Minuten Hautveränderungen, zum Beispiel Rötungen oder leichte Schwellungen? Dann ist der Allergietest positiv. Um das Ergebnis abschließend zu prüfen, folgt noch ein Bluttest, der sogenannte Enzym-Allergo-Sorbent-Test. In dessen Rahmen prüft ein Labor, ob das Blut des Patienten entsprechende Antikörper enthält.

Ein Allergietest, der in der Vergangenheit recht häufig zum Einsatz kam, doch heutzutage in der Regel nicht mehr stattfindet, ist der Provokationstest. Dabei wird das Allergen direkt in die Nase des Patienten eingeführt, um zu prüfen, ob er dann tatsächlich Symptome zeigt oder nicht. Da die Schwere der Allergie im Vorfeld nicht immer abgeschätzt werden kann, kann der Provokationstest durchaus gefährlich werden, weshalb er größtenteils vom Prick-Test abgelöst wurde.

Katzenallergie: Allergie und ihre Symptome richtig behandeln

Weisen die Symptome unweigerlich auf eine Katzenallergie hin, schließt sich eine entsprechende Behandlung an. Wie diese abläuft, hängt davon ab, welche genauen Beschwerden auftreten und wie stark sie den Betroffenen einschränken. Akute Probleme, die vor allem die Atemwege betreffen, behandelt der Arzt in der Regel medikamentös, und zwar mithilfe von Tabletten. Hilfreich sind hier zum Beispiel Antihistaminika. Die antiallergischen Wirkstoffe hemmen die Freisetzung von Histamin. Dieses Gewebshormon ist maßgeblich an der Entstehung allergischer Reaktionen beteiligt, sobald Allergene in den Körper eindringen. Der Vorgang löst all die typischen Allergiesymptome aus. Medikamente wie Cetirizin, Loratadin oder Fexofenadin können diesen Effekt abschwächen.

Leidet der Betroffene vorrangig an allergischem Schnupfen und Atemnot, bieten sich Inhalationslösungen mit Beta2-Sympathomimetika an. Sie befreien die Bronchien und erleichtern damit das Atmen. Ist es vor allem die Haut, die auf die Allergene reagiert, und es kommt vermehrt zu Ausschlägen oder Juckreiz, kommen Cremes bei der Behandlung zum Einsatz. Sie enthalten Wirkstoffe wie beispielsweise Dexpanthenol, Aloe Vera oder Urea und beruhigen die Hautirritationen.

Katzenallergie: Symptome zuhause lindern und Allergie tolerieren

Die einfachste Lösung, sich von den allergischen Symptomen zu befreien, ist natürlich, den Kontakt zu Katzen schlichtweg zu meiden. Katzenbesitzer, die plötzlich eine Allergie feststellen, suchen ein neues Zuhause für ihren Stubentiger und reinigen alle Polstermöbel, Teppiche und Vorhänge gründlich. Doch das ist nicht für jeden eine akzeptable Lösung. Wer sein Haustier auf keinen Fall weggeben möchte oder beruflich mit Katzen zu tun hat, kann die Auslöser einfach nicht meiden.

Sind Betroffene den Allergenen dauerhaft ausgesetzt, ist eine Desensibilisierung eine mögliche Alternative. Diese schafft übrigens auch Abhilfe, wenn die medikamentöse Behandlung der Katzenallergie nicht die gewünschten Erfolge erzielt. Der Arzt injiziert dem Patienten die allergieauslösenden Substanzen in immer höherer Konzentration oder verordnet ihm entsprechende Tabletten oder Tropfen. Auf diese Weise soll sich der Organismus Schritt für Schritt an die Allergene gewöhnen und sie mit der Zeit tolerieren.

Katzenallergie: Mit leichten Symptomen einer Katzenallergie umgehen

Patienten mit einer Katzenallergie, die nur sehr leichte Symptome haben, können unter Umständen sogar auf eine Behandlung verzichten. In einigen Fällen reicht es bereits aus, die Konzentration der Allergene in der Wohnung so gering wie möglich zu halten. Dazu saugen Betroffene Teppiche und Polstermöbel regelmäßig mit dem Staubsauger ab. Im Idealfall ist dieser mit einem HEPA-Filter ausgestattet. Bei glatten Böden hingegen ist das Reinigen mit einem feuchten Wischer die bessere Wahl. Auch Raumluftfilter erweisen sich als wertvolle Hilfsmittel, denn sie filtern frei fliegende Katzenallergene aus der Atemluft.

Das regelmäßige Bürsten der Katze gehört zur Pflege des Tiers dazu. Für Allergiker kann das allerdings zur Qual werden. Besteht die Möglichkeit, dass der Partner oder die Partnerin, ein Familienmitglied oder ein anderer Mitbewohner ohne Symptome diese Aufgabe übernimmt, sollten Allergiker diese nutzen. Das Bürsten sollte außerdem im Garten oder auf dem Balkon stattfinden, damit sich so wenig loses Fell wie möglich in der Wohnung ansammelt.

Katzenallergie: Die richtige Wohnungseinrichtung

Sämtliche Polster und Stoffe, die nicht unbedingt gebraucht werden, sollten Allergiker am besten entfernen. Dekokissen und –decken, Teppiche, Bodenläufer und Ziervorhänge weitestgehend zu reduzieren hilft ebenfalls, denn sie alle fangen Katzenhaare und die Allergene, die sie tragen, auf. Natürlich gibt es Polster, auf die man zu Hause kaum verzichten kann, wie zum Beispiel das Sofa. Wer an einer Katzenallergie leidet, sollte beim Kauf darauf achten, dass sich die Bezüge abziehen und waschen lassen. So stellt die regelmäßige Reinigung kein Problem dar und die Symptome können noch besser in Schach gehalten werden.

Doch nicht nur an Polstern und Dekostoffen bleiben Katzenhaare haften, sondern auch an der eigenen Kleidung. Ein Vorrat an Fusselrollen darf deshalb in keiner Wohnung fehlen, damit Allergiker die Auslöser ihrer Beschwerden nicht dauerhaft mit sich herumtragen. Übrigens: Zum Schlafzimmer sollte die Katze generell keinen Zugang haben, damit Allergene im Bett den Schlaf nicht stören. Nichtsdestotrotz reinigen Betroffene auch diesen Raum regelmäßig gründlich, denn über die Luft oder die Kleidung können dennoch Haare und Hautschuppen des Haustiers in den Raum gelangen.

Von Sophie Neumärker