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Katzenbabys: Das müssen Sie bei der Handaufzucht alles beachten 

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Ein acht Tage altes Katzenbaby
Ein acht Tage altes Katzenbaby © Ole Spata / dpa

Bei mutterlosen Kitten nehmen Katzenliebhaber die Mühe der Handaufzucht auf sich, um Katzenbabys mit der Flasche zu füttern und ihr Leben zu retten.

Kann die Katzenmutter ihre Babys nicht versorgen, hat dies verschiedenste Gründe. Die häufigsten sind:

Entscheidet sich der Mensch nicht zur Hilfe, sind mutterlose Katzenbabys zum Tode verurteilt. Erst ab der 13. Lebenswoche ist eine Jungkatze selbstständig und kann notfalls schon für sich selbst sorgen.

Wer mutterlose Kitten findet, sollte zuerst nach einer Ammenkatze suchen. Diese Lösung ist immer besser als die Flaschenaufzucht per Hand. Der wichtigste Grund dafür ist, dass die Milch der Amme zahlreiche Abwehrstoffe enthält, die in künstlich hergestellter Katzenmilch für Kitten nicht enthalten sind. Zudem lernen die Kitten Verhaltensweisen, die ihnen der Mensch nicht vermitteln kann. Außerdem ist die Handaufzucht überaus aufwendig. Allein die Flaschenaufzucht mit spezieller Milch für Katzenbabys ist nicht ausreichend. Das sehr lange Massieren des Bauches nach dem Füttern ist notwendig, um den Stuhlgang auszulösen. Zudem müssen die Kitten beobachtet und erzogen werden.

Konkrete Maßnahmen bei der Handaufzucht von Kitten durch den Menschen

In den ersten Lebenstagen benötigen Katzenbabys viel Wärme, denn sie sind nicht in der Lage, ihre Körpertemperatur allein zu regulieren. Flauschige Tücher und eine Wärmflasche oder ein Wärmekissen in einer Kiste helfen, die Kitten warm zu halten. Auch eine Rotlichtlampe ist nutzbringend. Der Katzenpfleger muss die Temperatur überwachen, damit die Kätzchen aber auch nicht überhitzen. Erkaltet die Wärmflasche, kann diese den Kitten sogar Wärme entziehen, was eine oft tödliche Erkältung zur Folge haben kann. Die Temperatur soll um 30 Grad Celsius betragen. Ab der zweiten Lebenswoche senkt der Pfleger diese Umgebungstemperatur schrittweise wöchentlich um zwei Grad, bis die reguläre Raumtemperatur erreicht ist. In den ersten beiden Lebenstagen soll die Körpertemperatur zwischen 37 und 38,2 Grad Celsius liegen, danach sind 39,2 Grad Celsius der gesunde Höchstwert.

Wichtig ist absolute Hygiene. Da die Muttermilch mit den Abwehrstoffen fehlt, werden Kitten in Flaschenaufzucht schneller krank. Das Immunsystem der Katzenbabys benötigt bei Handaufzucht deutlich länger zur Stabilisation als bei Kätzchen mit Mutter. Deshalb ist es ebenso wichtig, den Termin beim Tierarzt zur ersten Impfung in der 8. Lebenswoche einzuhalten.

Kitten in Handaufzucht mit Milch füttern und massieren

Ist keine Amme mit Milch zum Säugen verfügbar, dient eine Mischung aus Magerquark und Kondensmilch kurzfristig als Ersatzfutter für Kitten. Von dieser Kittenmilch sollten je 100 Gramm Körpergewicht 15 Milliliter über ein Fläschchen gefüttert werden. Erst ab der vierten Lebenswoche wird diese Menge auf 20 Milliliter erhöht. Zu diesem Zeitpunkt beginnt der Pfleger damit, auch feste Nahrung zu füttern. Auf diese Weise erhöhen gesunde Katzenbabys täglich ihr Körpergewicht um rund zehn Prozent. In den ersten beiden Lebenswochen wird alle zwei Stunden gefüttert, danach alle vier Stunden. Erst ab der vierten Woche sind Fütterungspausen von mehr als sechs Stunden möglich.

Nach der Fütterung ist das Massieren des gesamten Bauches für die Kitten überlebenswichtig. Ansonsten kommt es zu Verstopfungen und schlussendlich zum tödlichen Darmverschluss. Dabei gilt die Regel: Je länger, desto besser. Mindestens 30, besser 60 Minuten muss das Massieren nach jeder Mahlzeit fortgesetzt werden, um den beschwerdefreien Stuhlgang beim Kätzchen zu erreichen. Durch diese Streicheleinheiten erwächst zudem eine sehr starke Bindung zwischen der Pflegeperson und dem Katzenbaby, die in der Regel ein Leben lang bestehen bleibt.

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