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Ist Milch gesund für Katzen? Was wirklich hinter diesem Mythos steckt

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Katzen und Milch gehören für viele einfach zusammen. Doch ist Milch überhaupt gesund für Katzen? Wir verraten, was wirklich an dem Mythos dran ist.

München – Das Bild von einer Katze, die genüsslich eine Schale Milch schlabbert, ist für viele Menschen eine Idealvorstellung und hält sich hartnäckig in ihren Köpfen. Ebenso wie das Gerücht, dass Milch für Katzen gesund ist. Doch genau das ist eben nicht der Fall. Wir verraten, warum Milch kein geeignetes Nahrungsmittel für Katzen ist und was man seiner Samtpfote stattdessen anbieten kann.

Ist Milch gesund für Katzen? Nein, denn Katzen sind laktoseintolerant

Wie fast alle Säugetiere trinken Katzen Milch nur als Babys, denn eigentlich sind sie laktoseintolerant. Kleine Babykatzen, die von der Mutter gesäugt werden, produzieren während dieser Zeit das Enzym Lactase, das den Milchzucker in der Milch spaltet. So kann der Körper der kleinen Stubentiger alle für ihr Wachstum wichtigen Nährstoffe aus der Muttermilch verwerten.

Im Laufe der Entwicklung stellt die Mutter das Säugen der Kitten nach und nach ein, um die Kätzchen auf feste Nahrung umzustellen. Dadurch sinkt die Produktion des Enzyms Lactase wieder, weshalb die Katzen später laktoseintolerant werden und Milch nicht mehr vertragen. Das hindert Katzen allerdings nicht daran, trotzdem Milch zu trinken, was bei ihnen zu Durchfall, Bauchschmerzen und Verdauungsproblemen führen kann.

Katzen trinken Milch eigentlich nur als Babys, denn eigentlich sind sie laktoseintolerant. (Symbolbild)

Ist Milch gesund für Katzen? Wie sich der Mythos entwickelt hat

An der kulinarischen Vorliebe der Katzen für ein Schälchen Milch – und das trotzdem es ihnen nicht gut bekommt – ist der Mensch schuld. Gerade im ländlichen Raum waren domestizierte Katzen als Mäusefänger früher unverzichtbare Mitbewohner. Meist wurden auf den Bauernhöfen auch Kühe gehalten und das Produkt Milch als gesunde Nahrungsquelle angesehen. Wollten die Menschen den Katzen was Gutes tun, haben sie den Tieren gelegentlich eine Schale Milch angeboten.

Bei Bauernhof-Katzen, die von klein auf an die Milch gewöhnt waren, hat sich dann tatsächlich eine gewisse Laktosverträglichkeit entwickelt. Abgesehen davon, mögen fast alle Katzen Milch einfach sehr gerne. So hat sich der Mythos, dass Milch von Katzen geliebt und benötigt wird, über Generationen hinweg etabliert und sich das Bild von der Katze, die Kuhmilch trinkt, in unser Hirn gebrannt.

Katzen vertragen keine Milch – das kann man seiner Samtpfote stattdessen anbieten

Stubentiger, die trotz all dieser Widrigkeiten große Milch-Fans sind, müssen nicht gänzlich auf den Genuss verzichten. Im Tierfutterhandel ist spezielle Katzenmilch erhältlich, die nur minimale Mengen an Laktose enthält und so für Katzen verträglicher ist. Dennoch sollte Katzenmilch den schnurrenden Feinschmeckern nur als „Leckerli“ angeboten werden, da sie viele Kalorien enthält und vor allem bei reinen Wohnungskatzen schnell zu Übergewicht führen kann. Für die Deckung des Flüssigkeitsbedarfs einer Katze ist Wasser am besten geeignet. Wer seine Samtpfote ab und zu verwöhnen möchte, kann ihr auch folgende Milchprodukte anbieten:

  • Naturjoghurt ohne Zusätze, weil er so gut wie keinen Milchzucker enthält. Maximale Menge: 1 Esslöffel
  • Hüttenkäse, weil sich durch den Gärprozess durch Bakterien, die chemische Zusammensetzung verändert und so vertäglich ist. Maximale Menge: 1 Esslöffel
  • Hartkäse, weil durch den Reifeprozess der Milchzucker fast gänzlich aus dem Produkt verschwindet. Maximal Menge: fingernagelgroßen Stück

Die aufgenommene Menge an Laktose ist bei solch kleinen Portionen so gering, dass sie der Katze normalerweise keine Beschwerden bereitet. Doch Vorsicht: Katzen mit Nierenerkrankung sollten besser gar keine Milchprodukte und auch keinen Käse bekommen, da sich ein hoher Gehalt an Eiweiß, Salz und Phosphat negativ auf die Gesundheit des Organs auswirkt.

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