Pflanze mit Anziehungskraft

Wie Katzenminze wirkt – und warum Samtpfoten sie so lieben

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Die einen lieben sie und den anderen ist sie völlig egal – Katzenminze. Mit ihrer verlockenden Wirkung versetzt sie so manche Katze in pure Ekstase.

Japan – Es ist bekannt, doch nicht jeder Katzenbesitzer kennt es. Riecht der Stubentiger Katzenminze, scheint es, als ob das Tier den Verstand verloren hat. In einem seligen Trancezustand und wie auf Drogen ist der Stubentiger plötzlich in einer ganz eigenen Welt unterwegs. Dafür verantwortlich: ein bestimmter Inhaltsstoff im Öl der Pflanze, wie Forscher aus Japan herausgefunden haben.

Wie Katzenminze wirkt – und warum Samtpfoten sie so lieben

Viele Vierbeiner lieben sie, doch anderen ist sie einfach nur egal. Längst nicht jede Katze ist für die Wirkung der Katzenminze empfänglich. Auch andere Tiere wie zum Beispiel Hunde und Mäuse können mit Katzenminze gar nichts anfangen. Doch bei Samtpfoten, die auf Katzenminze reagieren, ist das kaum zu übersehen. Sie wälzen sich am Boden, reiben sich an den Blättern oder kommen nicht vom Spielzeug los. Und sogar Wildkatzen geraten bei ihrem Geruch in völlige Rauschzustände.

Auf so manchen Stubentiger hat Katzenminze eine berauschende Wirkung. (Symbolbild)

Wie Katzenminze wirkt: Nepetalacton lässt Endorphine steigen

Doch was steckt hinter der Wirkung? Forscher sind diesem Phänomen in einer Studie, mit 25 Hauskatzen, 30 wilden Katzen und einigen Großkatzen, auf die Spur gegangen. Und fanden heraus, dass Nepetalacton, ein sekundärer Pflanzenstoff, der zu den Iridoiden gehört, für die Katzen-Ekstase verantwortlich ist. In Blutuntersuchungen sahen sie die rauschhafte Wirkung bestätigt, da die Anzahl der Endorphine deutlich anstieg. Damit aktiviert der Inhaltsstoff, das Opioidsystem von Katzen, ähnlich wie Heroin und Morphin bei Menschen.

Wie die Forscher weiter herausfinden konnten, steckt aber noch ein praktischer Grund hinter der Liebe zu Katzenminze. Denn die Inhaltsstoffe der Pflanze schützen effektiv gegen Mücken. So fanden die Forscher heraus, dass auf Tieren, die mit Nepetalacton eingerieben wurden, wesentlich weniger Mücken* landeten. *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Verena Scholze/Imago