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In der Natur besteht die Ernährung von Katze aus Frischfleisch, Hauskatzen erhalten meist Fertigfutter. (Symbolbild)

Richtige Kost für Stubentiger

Katzennahrung: Futtermenge berechnen, Futtersorten und was verboten ist

Katzen sind Raubtiere und ihre Ernährung sollte daran angepasst werden. So stellt sich die Frage, was im Futter enthalten sein sollte und wie man eine hohe Qualität erkennt.

Leicestershire – Die Ernährung kann dazu beitragen, dass Katzen fitter, aktiver und schlanker bleiben. Zu diesem Schluss kam eine Studie des Waltham Centre for Pet Nutrition mit Sitz im britischen Leicestershire. Das Futter sollte demnach vor allem einen hohen Feuchtigkeitsgehalt aufweisen. Worauf kommt es außerdem an?

Katzen-Ernährung: Welche Inhaltsstoffe stecken in Katzenfutter?

In der Natur besteht die Ernährung von Katzen aus Frischfleisch: Mäuse, Vögel, Fische und Insekten stehen auf dem Speiseplan. Sie werden meist vollständig verzehrt, inklusive Haut, Innereien, Fell und in vielen Fällen auch den Knochen. Vegetarische oder vegane Ernährung ist für Katzen nicht gesund. Darauf weist etwa der Deutsche Tierschutzbund hin.

Hauskatzen erhalten üblicherweise Fertigfutter. Das enthält Fleisch in unterschiedlichen Anteilen, je nach Sorte und Hersteller. Dazu kommen weitere Zutaten, die Katzen in der Natur über ihre Beute zu sich nehmen:

  • die Aminosäuren Taurin, Methionin und Arginin für einen normalen Stoffwechsel und zum Aufbau körpereigener Proteine
  • Nikotinsäure (Vitamin B3) für die Regulierung der Körpertemperatur
  • Mengen- und Spurenelemente wie Mangan, Jod, Zink und Eisen, die dem Aufbau des Knochen- und Nervensystems dienen sowie das Immunsystem und die Schleimhäute schützen
  • weitere Vitamine wie Vitamin A für die Zahngesundheit, Vitamin B1 für den Schutz des Nervensystems sowie Vitamin B5 für Fett- und Kohlenhydratstoffwechsel und den Schutz der Gefäße

Viele Hersteller fügen weitere Inhaltsstoffe hinzu:

  • Getreide
  • Zucker
  • Fleischnebenerzeugnisse

Unter Fleischnebenerzeugnissen versteht man alles, was bei der Schlachtung als Abfall anfällt wie Schnäbel, Hufen, Hörner, Grieben, Augen und Gedärme.

In Trockenfutter befinden sich praktisch dieselben Zutaten, jedoch in gepresster Form und ohne den Feuchtigkeitsgehalt von Dosenware.

Katzen-Ernährung: Das macht hochwertiges Katzenfutter aus

Bei hochwertigem Katzenfutter gilt die Regel „weniger ist mehr“. Katzen benötigen zum Beispiel kein Getreide, um gesund zu bleiben. Zucker wird Futter zugesetzt, um ihm eine karamellbraune Farbe zu verleihen. Für den Geschmack ist er unerheblich: Katzen verfügen nicht über Geschmacksrezeptoren für süße Aromen. Ob ein Futter schmeckt, hängt vielmehr vom Fett- und Proteingehalt ab.

Für eine ausgewogene Ernährung sollten Katzenbesitzer auf Futter zurückgreifen, das einen möglichst hohen Fleischanteil aufweist. Ideal sind 80 Prozent und mehr. Der Anteil an tierischen Nebenerzeugnissen fällt dann entsprechend gering aus. Der Hinweis „Alleinfuttermittel“ steht für einen optimalen Gehalt an Aminosäuren, Vitaminen und weiteren wichtigen Nährstoffen.

Katzen-Ernährung: Darauf kommt es bei Frischfleisch an

Die Fütterung mit rohem Fleisch, auch als BARFen bekannt, gilt als besonders artgerecht. Das Kürzel steht für „Born Again Raw Feeders“, zu Deutsch „wiedergeborene Rohfütterer“ und bezieht sich folglich auf den Menschen, der seine Katzen – oder seinen Hund – mit Frischfutter ernährt.

Zum rohen Fleisch kommen weitere wichtige Zutaten, die ebenfalls aus der Natur stammen:

  • Gemüse
  • Öle
  • spezielle BARF-Zusätze wie Vitamine und Mineralstoffe

Richtig zusammengestellt erlaubt das BARF-Prinzip eine an die Natur angelehnte Ernährung. Die geballte Nährstoffmenge ohne Zusatzstoffe soll die Verdauung verbessern und zu weniger Nahrungsunverträglichkeiten beitragen. Die Fütterungsart erfordert ein wenig Einarbeitung. Der Deutsche Tierschutzbund empfiehlt, sich vor dem Start beim Tierarzt beraten zu lassen.

Für die Frischfütterung eignen sich praktisch alle Fleischsorten bis auf Schwein. Dieses kann für die Tiere gefährliche Parasiten enthalten. Das Fleisch sollte möglichst zeitnah nach der Schlachtung verfüttert werden. Es ist üblicherweise im gefrorenen Zustand im Handel erhältlich.

Katzen reagieren auf Futterumstellungen häufig sensibel. Es ist daher ratsam, beim Umstieg auf das BARFen behutsam vorzugehen und zunächst mit einem Anteil von 20 Prozent Frisch- und 80 Prozent Fertigfutter zu starten. Innerhalb der kommenden zwei bis drei Wochen kann der Anteil sukzessive erhöht werden, bis ausschließlich rohes Fleisch auf dem Speiseplan steht.

Katzen-Ernährung: Die optimale Futtermenge

Übergewicht ist für Katzen ein ähnlicher Risikofaktor wie für Menschen und auch sie sollten bei einem zu hohen Fettanteil auf Diät gesetzt werden. Dem Waltham Centre for Pet Nutrition zufolge sind rund die Hälfte Katzen (und Hunde) weltweit übergewichtig. Die notwendige Futtermenge nicht zu überschreiten, ist wichtig, damit es dazu erst gar nicht kommt. Die tägliche Menge variiert mit dem Gewicht und dem Alter der Katze. So verbrauchen Kitten mehr Energie als Senioren. Auch das Bewegungspensum spielt eine Rolle: Aktive Freigänger benötigen mehr als reine Hauskatzen.

Besitzer können sich an den folgenden Werten für die Ernährung mit Nassfutter orientieren:

  • bis zwei Kilogramm – 160 Gramm
  • bis drei Kilogramm – 210 Gramm
  • bis vier Kilogramm – 260 Gramm
  • bis fünf Kilogramm – 320 Gramm
  • bis sechs Kilogramm – 360 Gramm

Trockenfutter ist energiereicher als Feuchtfutter. Wer ausschließlich Pellets anbietet, sollte die Menge entsprechend reduzieren und darauf achten, dass die Katze ausreichend Wasser zur Verfügung hat.

Katzen-Ernährung: Welche Besonderheiten gelten für Kitten?

Bis zu einem Alter von etwa vier Wochen ernähren sich Katzenbabys von der Muttermilch. Danach kann der allmähliche Übergang von Milch zu fester Nahrung erfolgen. Kitten benötigen häufiger kleine Portionen. Ihr Magen ist noch klein und verträgt keine großen Mengen. Bis zu fünf Mahlzeiten täglich sind üblich.

Optimales Kittenfutter unterscheidet sich prinzipiell nicht von dem für erwachsene Katzen. Jungtiere benötigen dieselben Nährstoffe. Diese sollten für eine artgerechte Ernährung jedoch in höheren Konzentrationen enthalten sein. Wachstum und eine erhöhte Aktivität verbrauchen außerdem viel Energie, sodass Kittenfutter in der Regel mehr Kalorien enthält als das für ältere Tiere.

Katzen-Ernährung: Futter für Katzen auf Diät

Eine zu hohe Futtermenge, eine falsche Ernährung sowie zu wenig Bewegung können zu Übergewicht bei Katzen führen. Besonders reine Hauskatzen sind gefährdet, da ihr Bewegungsradius eingegrenzt ist. Nach einer Kastration sinkt der Energiebedarf. Füttert man weiter wie zuvor, nimmt die Katze langsam, aber sicher zu und eine Diät wird notwendig. Die Folgen von Übergewicht können für Katzen ähnlich sein wie beim Menschen:

  • Das Risiko für Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen steigt.
  • Es kann zu Atemnot kommen.
  • Leber- und Nierenschäden sind weitere mögliche Folgen.

Eine normalgewichtige erwachsene Katze bringt zwischen drei und fünf Kilogramm auf die Waage. Eine leichte Fettschicht am Bauch, im Brustbereich und um die Rippen ist normal. Die Taille sollte jedoch deutlich erkennbar bleiben.

Diätfutter enthält weniger Kalorien als herkömmliches und bietet dabei alle wichtigen Nährstoffe. Wichtig für eine gesunde Abnahme sind außerdem folgende Faktoren:

  • Futter abwiegen
  • Tagesrationen bereitstellen
  • Feuchtfutter bevorzugen (enthält weniger Kalorien)
  • Tier zur Bewegung animieren

Die Futtermenge beziehungsweise die Kalorien sollten nur gering reduziert werden. Als gesund gilt eine Reduktion von 1 bis 3 Prozent des Körpergewichts. Der Erhaltungsbedarf einer durchschnittlichen Katze liegt bei rund 200-300 Kalorien pro Tag. Je häufiger und intensiver sie sich bewegt, desto mehr Futter benötigt sie.

Katzen-Ernährung: Welche Lebensmittel sind verboten?

Für eine gesunde Ernährung sollte man grundsätzlich Futter verwenden, das eigens für Katzen hergestellt wurde. Aus der menschlichen Küche eignen sich viele Lebensmittel nicht. Verboten für Katzen sind vor allem die folgenden:

  • Schokolade: Kakaobohnen enthalten das für Katzen giftige Purinalkaloid Theobromin.
  • Lauchgewächse: Die Schwefelverbindungen in Zwiebeln, Knoblauch und Schnittlauch zerstören die roten Blutkörperchen der Katze.
  • Rohes Schweinefleisch: Es kann mit dem Aujeszky-Virus infiziert sein, der in den meisten Fällen zu einem tödlichen Krankheitsverlauf führt.
  • Steinobst: Aprikosen, Pfirsiche und Pflaumen enthalten Toxine, die sich in Blausäure wandeln können, die wiederum zu Vergiftungserscheinungen führt.
  • Kuhmilch: Katzen vertragen kein Milcheiweiß. Bei spezieller Katzenmilch handelt es sich um eine laktosefreie Variante.
  • Avocado: Das in der Frucht enthaltene Persin ist für Katzen giftig und kann zum Tod führen.
  • Rohe Kartoffeln: Der Giftstoff Solanin ist für Menschen wie für Katzen unverträglich. In der gekochten Speise ist er nicht mehr enthalten.
  • Kohl und Hülsenfrüchte wie Linsen und Bohnen: Die Lebensmittel verursachen ähnlich bei Menschen Blähungen. Hülsenfrüchte enthalten den für Katzen giftigen Wirkstoff Phasin.

Auch Hundefutter ist für Katzen tabu: Es enthält nicht alle wichtigen Nährstoffe und führt auf Dauer zu einer Unterversorgung.