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Katzensenioren: Welche Ansprüche sie haben und was zu beachten ist 

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Nahaufnahme einer älteren getigerten Katze auf dem Sofa (Symbolbild)
Alte Katzen brauchen mehr Schlaf und suchen sich gern ein warmes Plätzchen. (Symbolbild) © YAYImages/Imago

Katzensenioren haben ein erhöhtes Bedürfnis nach Ruhe. Ihre Sinneswahrnehmung lässt nach, Arthrose, Demenz und Inkontinenz können sich einstellen.

Dank gesunder Ernährung und einer besseren medizinischen Versorgung werden Katzen zunehmend älter. Die durchschnittliche Lebenserwartung einer deutschen Hauskatze liegt bei 15 Jahren. Katzen, die deutlich älter werden, sind inzwischen keine Seltenheit. Dies gilt insbesondere für Wohnungskatzen, denen Revierkämpfe mit Artgenossen und die Bedrohung durch natürliche Feinde erspart bleiben. Ab wann ein Tier alt wird, lässt sich nicht mit Bestimmtheit sagen.

Katzensenioren: Welche Ansprüche sie haben und was zu beachten ist

Vereinzelt zeigen Katzen bereits im Alter von neun Jahren erste Alterserscheinungen, der Großteil rund um das elfte Lebensjahr. Katzenhaltern sollte bewusst sein, dass alte Katzen Schmerzen und Krankheiten still erdulden. In der Natur käme eine offene Zurschaustellung von Schwäche einem Todesurteil gleich – Katzensenioren kennt die Natur nicht! Aus diesem Grund liegt es in der Verantwortung des Halters, sein Tier gut im Auge zu behalten und offensichtliche Veränderungen im Zweifelsfall vom Tierarzt abklären zu lassen. Wenn der Mensch auf die anstehenden Veränderungen vorbereitet ist und sich darauf einstellt, dürfen sich beide auf einen schönen gemeinsamen Lebensabend freuen.

Katzensenioren: Woran lässt sich der biologische Alterungsprozess erkennen?

Alte Katzen sind weniger aktiv. Sie benötigen mehr Schlaf und der Spieltrieb lässt nach. Mit einem wachsenden Ruhebedürfnis geht ein gesteigertes Schmuse- und Kuschelbedürfnis einher. Katzensenioren suchen sich nun bevorzugt ein warmes Plätzchen, Grund: Stoffwechsel und Durchblutung verschlechtern sich und sie frieren häufiger. Im Schoß des Besitzers gekrault zu werden – so lässt es sich für Katzensenioren herrlich leben. Auch Geruchs- und Geschmackssinn lassen nach, in der Folge stellt sich eine zunehmende Appetitlosigkeit ein. In Kombination mit einer Schwächung von Binde- und Muskelgewebe treten die Knochen stärker hervor und das Tier wirkt insgesamt kleiner.

Erschreckt sich die Katze leicht, wirkt verunsichert oder gar orientierungslos, sind dies deutliche Anzeichen dafür, dass ihre Sinneswahrnehmungen eingeschränkt sind. Nun sieht sie schlechter, hört weniger und kann sich nicht mehr auf ihr Tastvermögen verlassen. So manche alternde Katze findet weder Futternapf noch Katzentoilette oder beginnt in diesem Stadium verzweifelt zu maunzen. Wie beim Menschen macht sich das Alter auch bei Katzen mit Abnutzungserscheinungen der Knochen, Schmerzen und einem geschwächten Immunsystem bemerkbar. Demenz und Inkontinenz kommen im Rahmen des biologischen Alterungsprozesses bei Katzensenioren ebenfalls häufig vor. Bei Zweifel, Sorgen oder Fragen ist der Tierarzt der passende Ansprechpartner.

Katzensenioren: Was der Mensch zu ihrem Wohlbefinden beitragen kann

Eine altersgerechte Ernährung, geistige Aktivität und regelmäßige Besuche beim Tierarzt steigern die Lebensqualität einer alten Katze erheblich. Zusammen sind diese Maßnahmen in der Lage, den Alterungsprozess zu verlangsamen und Beschwerden möglichst lange gering zu halten. Seniorenfutter ist speziell auf die Bedürfnisse alter Katzen ausgelegt, schont die Leber und vermeidet Übergewicht. Bei wenig Appetit und Mangelerscheinungen wird der Tierarzt unter Umständen zu Nahrungsergänzungsmitteln raten. Auch wenn Katzensenioren schon nicht mehr so agil wie einst sind, erfreuen sie sich doch an Geschicklichkeits- oder Clickerspielen. Zudem erweisen sich Kletterhilfen auf dem Weg zum Lieblingsplatz als äußerst praktisch.

Der Mensch sollte von nun an verständnisvoll reagieren, wenn das Tier durch Wesensveränderung auffällt oder der Weg zur Katzentoilette wieder einmal zu weit war. Was Katzensenioren auf keinen Fall brauchen:

Wer sich einmal für ein Tier entschieden hat, trägt diese Verantwortung ein Leben lang. Katzensenioren, die mit Altersmerkmalen in ein Tierheim abgeschoben werden, haben kaum mehr eine Chance auf Vermittlung.

Von Gabi Knapp

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