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Freigängern lauern Zecken in Gebüschen auf und halten sich am Fell fest. (Symbolbild)

Wenn es juckt und kribbelt

Parasitenbefall bei der Katze: Flöhe, Milben und Zecken – so bekämpfen Sie sie 

Wenn sich die Katze vermehrt kratzt, ständig schüttelt oder sogar kahle Stellen zeigt, sind Parasiten oft nicht weit. Besitzer sollten dann schnell handeln.

München – Zahlreiche Parasiten können eine Katze befallen, allen voran Flöhe, Milben und Zecken. Die kleinen Tierchen zehren von ihrem Wirt und ernähren sich von dessen Blut und Hautzellen, doch mithilfe entsprechender Medikamente ist dem rasch ein Ende gesetzt. Während Zecken, vor allem, wenn sie sich bereits vollgesaugt haben, häufig sehr leicht zu erkennen sind, gestaltet sich das bei winzigen Parasiten wie Flöhen schon etwas schwieriger. Milben hingegen sind nur unter der Lupe oder dem Mikroskop zu erkennen.

Oft sind es also gar nicht die Parasiten selbst, auf die Katzenbesitzer aufmerksam werden, sondern das veränderte Verhalten ihres Stubentigers. Hat eines dieser kleinen Lebewesen zugebissen, löst es meist einen Juckreiz aus und die Katze beginnt, sich vermehrt zu kratzen. Besitzer halten also am besten Ausschau nach Auffälligkeiten auf der Haut, wie zum Beispiel:

  • aufgekratzte Hautpartien
  • Schuppenbildung
  • kahle Stellen

Parasitenbefall bei der Katze: Das Fell der Katze regelmäßig kontrollieren

Bei Verdacht auf Flöhe verschaffen sich Katzenhalter mithilfe eines Flohkamms Klarheit. Nach dem Kämmen des Fells streichen sie den Kamm an einem Taschentuch oder einem weißen Blatt Papier ab und prüfen das Material auf kleine schwarze Krümel – Flohkot. Sind keine zu erkennen, dann feuchten Besitzer das Tuch beziehungsweise das Papier an. Verfärbt sich das ausgekämmte Material rot, ist ebenfalls von Flohkot auszugehen, der aus unverdautem Blut besteht.

Bestätigt sich der Verdacht auf Flöhe, steht dem Katzenhalter viel Arbeit bevor. Erst einmal gilt es, den Stubentiger mit einem geeigneten Präparat zu behandeln, das die Flöhe wirksam bekämpft. Hierfür eignen sich zum Beispiel Puder, Sprays oder Spot-ons. Letztere bieten sogar einen anschließenden Schutz vor einem Neubefall von bis zu acht Wochen. Doch damit ist es nicht getan. Eine intensive Reinigung der Wohnung steht bevor, um alle Flöhe, die sich in Polstern, Decken, Kissen oder auch im Katzenkörbchen verstecken, restlos zu beseitigen. Um lästigen Parasiten in der häuslichen Umgebung den Kampf anzusagen, eignen sich auch Umgebungssprays. Sie bekämpfen nicht nur Flöhe, sondern auch Milben und Zecken.

Parasitenbefall bei der Katze: Milben bei Katzen

Katzen, die sich nur in der Wohnung aufhalten, werden sehr selten von Milben geplagt, Freigänger dafür umso mehr. Die kleinen Parasiten werden ganz leicht durch Körperkontakt zu anderen Katzen oder auch Hunden sowie über gemeinsame Futterquellen oder Schlafplätze weitergegeben. Sogar Fliegen und Flöhe sind potenzielle Überträger. Haben sich Milben in den Ohren der Katze breitgemacht, wird der Befall oft erst in fortgeschrittenem Stadium sichtbar. Der Stubentiger kratzt sich dann verstärkt am Kopf, schüttelt ihn oder stellt ihn quer.

Bei einem prüfenden Blick in die Ohren zeigen sich vermehrter Ohrenschmalz, dunkelbraune bis schwarz Verkrustungen und unter Umständen sogar Eiter. Besitzer, die derart deutliche Symptome erkennen, suchen rasch den Tierarzt auf, denn ein unbehandelter Milbenbefall kann schlimmstenfalls zu einer Schädigung der Hirnhaut führen. Zuerst steht eine gründliche Reinigung der Ohren an, dann folgt die medikamentöse Behandlung. Mithilfe eines Wattestäbchens oder Wattepads trägt der Katzenhalter über mehrere Wochen eine Salbe, ein Gel oder ein Pulver auf.

Parasitenbefall bei der Katze: Nicht nur im Sommer eine Plage – Zecken

Zecken leben draußen in der Natur, weshalb Besitzer von Haus- und Wohnungskatzen auch in dieser Hinsicht aufatmen können. Freigängern hingegen lauern die Parasiten in Gräsern und Gebüschen auf und verstecken sich in deren Fell. Sie halten sich erst einmal nur an den Haaren fest und suchen nach einem geeigneten Platz zum Festbeißen. Das gibt Besitzern genug Zeit, die Übeltäter noch zu finden, bevor sie sich in die Haut der Katze gebohrt haben. Wer allerdings nachlässig bei der Fellkontrolle von Freigängern ist, riskiert gefährliche Krankheiten wie:

  • FSME
  • Borreliose
  • Anaplasmose
  • Babesiose

Nicht immer gelingt es, Zecken noch vor dem Stich zu entdecken. Haben sie sich bereits festgebissen, bedeutet das zum Glück noch nicht, dass sie bereits Krankheitserreger übertragen haben. Das geschieht erst nach einigen Stunden. Nichtsdestotrotz ist sofortiges Handeln gefragt, weshalb es durchaus zu empfehlen ist, stets eine spezielle Pinzette im Haus zu haben, um Zecken entfernen zu können. Den Parasiten ziehen Katzenhalter damit so nah wie möglich an der Einstichstelle heraus – und zwar langsam, aber bestimmt.

Von Sophie Neumärker