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Eine Schilddrüsenüberfunktion kann die Ursache für übersteigerten Durst bei Katzen sein. (Symbolbild)

Hyperthyreose bei Katzen

Schilddrüsenüberfunktion bei Katzen: Symptome, Diagnose und Behandlung

Eine Schilddrüsenüberfunktion bei der Katze muss unbedingt tiermedizinisch behandelt werden, meistens mit geeigneten Medikamenten.

Katzen können, ebenso wie Menschen, unter einer Schilddrüsenüberfunktion, auch als Hyperthyreose bekannt, leiden. Die Schilddrüse hat die Funktion, jodhaltige Hormone zu produzieren und mit diesen unter anderem den Stoffwechsel, die Herzfrequenz und den Blutdruck sowie die Körpertemperatur anzuregen und zu erhöhen. Bei einer Überfunktion des Organs geraten zahlreiche Abläufe im Körper des Tieres durcheinander: Der Stoffwechsel wird sozusagen auf Hochtouren gebracht, was teils radikale Auswirkungen auf den Körper, aber auch auf das Verhalten haben kann.

Zu den Symptomen einer Schilddrüsenüberfunktion bei Katzen gehören:

  • Gewichtsverlust
  • Gesteigerter Appetit bis hin zu Heißhungerattacken
  • Übersteigerter Durst
  • Struppiges Fell
  • Hyperaktivität und Ruhelosigkeit
  • Erbrechen und Durchfall
  • Apathie
  • Aggressivität

Da die Anzeichen für eine Hyperthyreose denen einer Diabeteserkrankung ähneln, werden die Krankheiten von Laien nicht selten verwechselt. Auch wenn sich die beiden Erkrankungen in ihrer Beschaffenheit deutlich voneinander unterscheiden: Sie müssen dringend tiermedizinisch behandeln werden, denn im weiteren Verlauf verschlechtert sich die Gesundheit der betroffenen Tiere so stark, dass sich lebensbedrohliche Zustände entwickeln können. Denn auch die Nieren- und Leberfunktion kann in diesem Zusammenhang in Mitleidenschaft gezogen werden.

Schilddrüsenüberfunktion bei Katzen: Diese Ursachen können vorliegen

Eine Schilddrüsenüberfunktion kann bei Katzen ganz verschiedene Ursachen haben. Meist handelt es sich um gutartige Geschwulste an dem lebenswichtigen Organ, die für eine Hyperthyreose verantwortlich sein können. Diese sorgen für eine Vergrößerung der Schilddrüse und regen auch die Hormonproduktion derart an, dass sie ungesunde Ausmaße annimmt. Tiermediziner sprechen in diesen Fällen von einer multinodulären adenomtösen Hyperplasie: In beiden Schilddrüsenlappen wuchern zahlreiche winzig kleine Knötchen, die die Beschwerden verursachen. Auch ein bösartiger Tumor, also eine Krebserkrankung, kann eine Schilddrüsenüberfunktion bei Katzen zur Folge haben.

Statistiken zeigen aber, dass dies nur in etwa bei jedem 20. Tier der Fall ist. Die Hyperthyreose ist bei Katzen im fortgeschrittenen Alter die häufigste hormonale Erkrankung. Etwa ab einem Alter von acht Jahren sind die Tiere besonders gefährdet; bei jüngeren Katzen kommt die Krankheit selten vor. Trotz umfangreicher Studien ist bis heute nicht bekannt, warum Hauskatzen derart häufig unter der Schilddrüsenüberfunktion leiden. Bis vor etwa 50 Jahren war die Krankheit bei Katzen weitgehend unbekannt. Es wird vermutet, dass die moderne Katzenfütterung mit der Entstehung der Krankheit in Zusammenhang steht – Beweise gibt es dafür allerdings (noch) nicht.

Schilddrüsenüberfunktion bei Katzen: Der Tierarzt stellt die Diagnose

Besteht bei einer Katze der Verdacht auf eine Schilddrüsenüberfunktion, ist ein Besuch beim Tierarzt oder in einer Tierklinik unbedingt erforderlich. Tiermediziner können anhand einer Blutuntersuchung feststellen, ob es sich um eine Hyperthyreose handelt, und diese auch von Krankheiten mit ähnlichen Symptomen abgrenzen. Ausschlaggebend für die Diagnose ist eine deutlich erhöhte Menge des Schilddrüsenhormons mit der Abkürzung T4 (Thyroxin), die sich im Blut schnell feststellen lässt. Ist das Ergebnis jedoch nicht eindeutig, kann darüber hinaus auch eine Szintigraphie vorgenommen werden: Hier wird eine schwach radioaktive Substanz in die Schilddrüse gespritzt, mit deren Hilfe sich Wucherungen im Bereich der Schilddrüse erkennen lassen.

Für diese Untersuchung ist ein mehrtägiger Aufenthalt in einer entsprechend ausgestatteten Tierklinik erforderlich. Wird tatsächlich eine Schilddrüsenüberfunktion festgestellt, gibt es zwei Behandlungsmöglichkeiten: Zum einen können die betroffenen Teile der Schilddrüse beziehungsweise das gesamte Organ chirurgisch entfernt werden. Zum anderen kann der Tierarzt der Katze Medikamente verordnen, welche die Schilddrüsenfunktion herunterfahren und so die Symptome lindern. Welche Therapie im Einzelfall infrage kommt, entscheidet der behandelnde Tiermediziner anhand der jeweiligen Umstände sowie der Ausprägung der Erkrankung.