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Toxoplasmose: Wie sie sich äußert und warum sie für Schwangere so gefährlich ist 

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Eine Katze liegt auf dem Bett mit einer schwangeren Frau. (Symbolbild)
Schwangere Frauen dürfen sich nicht mit Toxoplasmose infizieren (Symbolbild) © Joana Lopes/Imago

Hauptwirt des Parasiten sind Katzen. Leben Katzen im Haushalt, ist es möglich, dass die Schwangere bereits immun ist. Andernfalls ist Vorsicht geboten.

Zwischen 45 und 75 Prozent der Katzen in Deutschland besitzen Antikörper gegen Toxoplasmen. Das heißt, sie haben sich mit dem Erreger im Laufe ihres Lebens infiziert und die Erkrankung überstanden. Erreger ist der Parasit Toxoplasma gondii, dessen Hauptwirt Katzen sind. Katzen infizieren sich hauptsächlich über zwei Ansteckungswege: über den Verzehr von rohem Fleisch und über den Kot anderer Katzen. Antikörper gegen Toxoplasmose-Erreger konnten im Rahmen von Studien bei allen Tierarten, die in Mitteleuropa als Fleischlieferanten dienen, nachgewiesen werden.

Der Konsum von rohem Fleisch ist sowohl für Menschen als auch für Katzen der häufigste Infektionsweg. Bei Menschen passiert dies häufig durch Schweinefleisch wie Rohwurst oder Mett, weshalb diese Lebensmittel für Schwangere tabu sein sollten. Eine Ansteckung über den Kot ist nur bei direktem Kontakt möglich. Aus diesem Grund sind Freigänger deutlich häufiger von Toxoplasmose betroffen als Wohnungskatzen. Etwa 0,6 – 1,3 Prozent der Tiere scheiden den Erreger mit dem Kot aus.

Toxoplasmose: Krankheitsverlauf und Symptome bei gesunden Menschen

Bei Menschen verläuft die Infektion meist symptomlos. Allerdings ist die erstmalige Infektion einer Schwangeren für das ungeborene Kind risikobehaftet. Seh-, Hör- oder Hirnschäden können die Folge sein. Die Inkubationszeit bei der Ansteckung mit Toxoplasmose beträgt rund drei Wochen. Bei Menschen mit einem gesunden Immunsystem verläuft die Erkrankung in neunzig Prozent der Fälle beschwerdefrei. Gelegentlich treten grippeähnliche Symptome auf. Dazu zählen:

In einigen Fällen können die Lymphknoten anschwellen, eher selten betrifft die Toxoplasmose Augen oder Organe. Ist dies jedoch der Fall, kann es zu einer Entzündung der Netzhaut kommen. In anderen Fällen entwickelt sich einen Pneumonitis oder Enzephalitis. Da die genannten Symptome nur in seltenen Fällen auftreten, bleibt die Infektion häufig unbemerkt. Das Fehlen jeglicher Krankheitsanzeichen bedeutet deshalb nicht zwangsläufig, dass ein Haushalt mit Katzen tatsächlich frei von Toxoplasmose ist.

Toxoplasmose bei Schwangeren: Warum die Krankheit für das ungeborene Kind so gefährlich ist

Infiziert sich eine Frau während der Schwangerschaft mit Toxoplasmose, können die Toxoplasmen auf den Fötus übertragen werden. Im ersten Trimester beträgt dieses Übertragungsrisiko etwa fünfzehn Prozent, im letzten Trimester liegt es bei sechzig Prozent. Die Gefahr von Komplikationen nimmt mit der Dauer der Schwangerschaft ab. Deshalb hängen die Auswirkungen, die eine Erkrankung auf das Ungeborene haben kann, wesentlich vom Zeitpunkt der Infektion ab.

Eine Infektion im ersten Trimester kann entweder zu einer Fehl- oder Totgeburt oder zu schweren Schäden führen:

Erkrankt die Mutter in der späteren Schwangerschaft an Toxoplasmose, verläuft dies meist symptomfrei. Dennoch treten bei den Kindern in den Folgejahren Schäden wie Schielen oder Taubheit auf. Weiterhin gehören psychomotorische Entwicklungsverzögerungen zu den Spätfolgen.

Schwangere: Behandlung der Toxoplasmose

Ein Toxoplasmose-Test ist in Deutschland nur bei einem konkreten Verdacht auf eine Infektion vorgesehen. Befinden sich Katzen im Haushalt, ist eine Blutuntersuchung bereits bei bestehendem Kinderwunsch, spätestens aber in der Schwangerschaft, sinnvoll.

Fällt der Toxoplasmose-Test bei der Schwangeren positiv aus, muss untersucht werden, inwieweit das Ungeborene betroffen ist. Dies geschieht in der Regel mittels Fruchtwasseruntersuchung. Hat das Kind im Mutterleib Toxoplasmose erworben, kann der Arzt durch eine Ultraschalluntersuchung feststellen, ob die Infektion Organveränderungen ausgelöst hat.

Eine erstmalige Infektion mit dem Parasiten während der Schwangerschaft muss umgehend behandelt werden. Bis zur 16. Schwangerschaftswoche wird das Antibiotikum Spiramycin verabreicht, im weiteren Verlauf der Schwangerschaft erfolgt die Behandlung mit Pyrimethamin (Antiparasitikum) und Sulfadiazin (Antibiotikum). Durch die Gabe von Folinsäure sollen außerdem Schäden am Knochenmark verhindert werden.

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