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Es ist wichtig, mit seiner Katze regelmäßig zu Vorsorgeuntersuchungen zu gehen. (Symbolbild)

Vorsorge ist die beste Medizin

Vorsorge für Ihre Katze: Alles zu Impfungen, Wurmkuren und das Chippen 

Katzen zeigen oft erst recht spät, wenn es ihnen schlecht geht. Umso wichtiger sind regelmäßige Untersuchungen, Impfungen und Wurmkuren für Stubentiger.

In Sachen Vorsorge sind Besitzer und Tierärzte gleichermaßen daran beteiligt, für das Wohl der Katze zu sorgen. Seitens des Besitzers ist vor allem Aufmerksamkeit gefragt. Eine Katze ist natürlich nicht in der Lage, selbst genau zu beschreiben, was ihr fehlt. Außerdem vergeht häufig bereits viel Zeit, bis sich unübersehbare Symptome zeigen. Bei ernstzunehmenden Erkrankungen ist jeder Tag Gold wert, deshalb sollten Katzenbesitzer regelmäßig einen kleinen Gesundheitscheck an ihrem Stubentiger durchführen – bestenfalls wöchentlich.

Dabei nehmen Halter die Augen, die Nase, die Krallen und das Fell genau unter die Lupe. Auch regelmäßiges Wiegen und ein Blick auf die Zähne dürfen nicht fehlen. Damit sich die Katze geduldig in ihr Maul schauen lässt, ist es durchaus empfehlenswert, sie bereits als Kitten daran zu gewöhnen. Typische Anzeichen für Erkrankungen, die jeder Besitzer ganz leicht selbst erkennen kann, sind unter anderem:

  • verklebte Augen
  • Ausfluss aus der Nase
  • stumpfes Fell
  • gelblich verfärbte Zähne mit dunklen Ablagerungen
  • Gewichtsverlust

Vorsorge für Ihre Katze: So läuft die Untersuchung beim Tierarzt ab

Genau wie beim Menschen sind auch bei Tieren Untersuchungen zur Vorsorge beim Arzt essenziell. Einmal im Jahr sollten Katzenbesitzer ihre Samtpfote zum Check-up bringen. Etwa im Alter von acht Wochen steht der erste Tierarztbesuch junger Katzen an. Der Tiermediziner begutachtet dabei die Augen, die Ohren, die Zähne und tastet den Oberkörper der Katze ab. Auch das Fiebermessen und das Wiegen gehören zur Routineuntersuchung. Der erste Tierarztbesuch ist sehr aufregend für die kleine Fellnase, weshalb es bestenfalls ihre engste Bezugsperson ist, die ihr vor Ort zur Seite steht und ein Gefühl von Sicherheit schenkt.

Gibt es Hinweise auf gesundheitliche Probleme, überprüft der Tierarzt gegebenenfalls noch die Blutwerte, untersucht bei Bedarf Urin und Kot, sofern der Besitzer Proben mitgebracht hat, und führt auch eine orthopädische Untersuchung durch. Wie genau der Termin abläuft, hängt maßgeblich davon ab, welche Auffälligkeiten Katzenhalter und Tierarzt eventuell entdeckt haben.

Vorsorge für Ihre Katze: Das ist bei Senioren zu beachten

Je älter eine Katze wird, desto mehr Aufmerksamkeit benötigt sie. Mit steigendem Alter wird sie immer ruhiger und zeigt Beschwerden daher noch später, als sie es im Jugendalter bereits tat. Um Erkrankungen dennoch frühzeitig erkennen zu können, sollten Katzensenioren alle halben Jahre zur Vorsorgeuntersuchung beim Tierarzt erscheinen. Bestenfalls beginnt dieser neue Rhythmus ab dem siebten Lebensjahr, denn ab dann zeigen Katzen langsam erste altersbedingte Veränderungen.

Mit steigendem Alter werden Stubentiger anfälliger für gewisse Krankheiten wie Niereninsuffizienz, Diabetes oder Arthrose. Auch Zahnprobleme, eine Schilddrüsenfehlfunktion und erhöhter Blutdruck können sich einstellen. Dann ist eine frühe Erkennung und zeitnahe Behandlung Gold wert. Empfehlenswert ist es deshalb, zumindest einmal jährlich ausgewählte diagnostische Tests zur Vorsorge durchführen zu lassen. Dazu gehören unter anderem ausführliche Blutuntersuchen, Blutdruckmessungen, Urinanalysen oder Ultraschall. Ab einem Alter von 15 Jahren sind diese Tests durchaus auch zweimal jährlich ratsam.

Vorsorge für Ihre Katze: Mit Impfungen vor Krankheiten schützen

Die erste Impfung zur Vorsorge ist im Alter von rund acht Wochen fällig. Dann beginnt die Grundimmunisierung gegen Katzenseuche und Katzenschnupfen. Nach drei bis vier Wochen folgt die zweite Impfung und dann ist ein grundlegender Schutz gegeben. Anschließend ist eine jährliche Auffrischungsimpfung zu empfehlen. Das Impfen gegen Katzenseuche und Katzenschnupfen ist für jede Katze sehr wichtig, egal ob Freigänger oder Hauskatze. Auch Haustiere, die lediglich in der Wohnung gehalten werden, können mit gefährlichen Viren in Kontakt kommen, die deren Besitzer unwissentlich an der Kleidung oder Schuhen mit nach Hause bringen.

Für Freigänger sowie Tiere, die von Zeit zu Zeit in Tierpensionen untergebracht werden, sind außerdem Impfungen gegen Tollwut, Leukose und Bauchwassersucht (FIP) zu empfehlen. Eine Tollwutimpfung ist vor allem dann notwendig, wenn Katzenbesitzer ihr Haustier mit auf Reisen ins Ausland nehmen möchten. Auch diese ist ab einem Alter von acht Wochen möglich. Gleiches gilt für die erste Leukoseimpfung. Den Impfstoff gegen Bauchwassersucht verabreicht der Tierarzt dem Stubentiger durch die Nase. Die Grundimmunisierung kann ab der 16. Lebenswoche beginnen.

Vorsorge für Ihre Katze: Wann eine Wurmkur notwendig ist

Wer seiner Katze freien Auslauf gewährt, sollte regelmäßige Wurmkuren in die Routine integrieren. Im Idealfall bekommt die Samtpfote einmal im Quartal eine Kur zur Vorsorge verabreicht, um auf Nummer sicher zu gehen. Besitzer von Wohnungskatzen können auf Wurmkuren verzichten, kontrollieren dafür aber regelmäßig den Kot und gegebenenfalls auch das Erbrochene des Tieres auf Würmer und Wurmeier. Die Gabe einer Kur folgt dann nur bei Bedarf.

Zu den häufigsten Würmern, die Katzen befallen, gehören Spul-, Haken- und Bandwürmer. Nimmt die Katze plötzlich ab, rutscht auf ihrem Hinterteil hin und her, um Juckreiz zu mildern, bekommt Durchfall oder kotet gar nicht mehr, ist ein Wurmbefall sehr naheliegend und sollte umgehend behandelt werden. Vor allem bei Jungtieren können Würmer gefährlich werden und Bauchfellentzündungen, Skelettdeformationen oder sogar einen Darmverschluss nach sich ziehen. Die in der Wurmkur enthaltenen Wirkstoffe töten sowohl Würmer als auch Larven verlässlich ab, möglicherweise muss die Anwendung aber bei besonders starkem Befall wiederholt werden.

Vorsorge für Ihre Katze: Auch das Chippen gehört dazu

Nicht nur über das Thema Impfen und Entwurmen sollten sich Katzenbesitzer zeitnah informieren, sondern auch über das Einsetzen eines Chips. Sind keine Reisen mit dem Tier ins Ausland geplant, ist das Chippen zwar keine Pflicht, aber durchaus zur Vorsorge zu empfehlen. Das gilt vor allem für Freigänger. Sollte die Katze einmal verschwinden, von jemand anderem gefunden und beispielsweise in einem Tierheim abgegeben werden, können die Mitarbeiter den Chip auslesen und den Besitzer informieren. Ist kein Chip vorhanden, gestaltet sich die Suche nach dem Halter deutlich schwieriger.

Wer nicht ausschließen kann, dass der Stubentiger einmal entwischt, auch wenn er eigentlich kein Freigänger ist, sollte ebenfalls über einen Chip nachdenken. Wohnungskatzen sind mit ihrer Umgebung im Freien nicht vertraut, was die Gefahr birgt, dass sie sich verlaufen. Hat sich die Katze auf ihrem Ausflug verletzt und wird vom Finder zum Tierarzt gebracht, kann dieser nur mit Rücksprache des Besitzers eine umfassende Behandlung durchführen. Sind aufgrund des fehlenden Chips keine Informationen vorhanden, können die Ärzte lediglich zwingend notwendige Eingriffe vornehmen. Alles Weitere ist erst nach Rücksprache mit dem Besitzer möglich.

Vorsorge für Ihre Katze: So läuft das Einsetzen eines Chips ab

Das Setzen eines Chips läuft ähnlich wie eine Impfung ab. Allerdings kommt hierbei eine deutlich dickere Nadel zum Einsatz. Damit injiziert der Tierarzt den wenige Millimeter großen Chip im linken Nackenbereich. Dieser wandert dann in Richtung Schulter und verwächst dort. Schon in wenigen Sekunden ist die Prozedur zu Ende, doch der Einstich der vergleichsweise dicken Nadel ist alles andere als angenehm für die Katze. Bei Tieren, die generell sehr nervös oder gar ängstlich beim Tierarzt sind, ist dann etwas mehr Zeit vonnöten.

Um der Samtpfote die Unannehmlichkeiten ganz zu ersparen, kann das Chippen zum Beispiel mit einer Kastration verbunden werden. Noch während die Katze in Narkose ist, setzt der Tierarzt den Chip ein, ohne dass sie es bemerkt. Alles, was der Besitzer im Anschluss noch zu tun hat, ist, die Chipnummer im Heimregister zu registrieren. Nur dann kann der Chip auch ausgelesen werden und wichtige Informationen liefern.

Von Sophie Neumärker