+
Zahnstein kann bei Katzen zu gesundheitlichen Problemen führen. (Symbolbild)

Regelmäßige Kontrolle

Zahnstein bei Katzen: Ursachen, Symptome und Behandlung 

Zahnstein tritt bei Katzen immer häufiger auf, je älter sie werden. Wichtig sind deshalb regelmäßige Zahnkontrollen, um Komplikationen zu vermeiden.

Bei Zahnstein verfärben sich die Zähne der Katze leicht gelblich und braune Ablagerungen mit rauer Oberfläche machen sich bemerkbar. Er bildet sich aus Plaque, der sich wiederum aus Futterresten, Speichelbestandteilen und Bakterien zusammensetzt. Es entsteht ein Film, der sich leicht entfernen lässt. Geschieht dies allerdings nicht, kann es durch die Kalksalze, die im Speichel enthalten sind, zur Mineralisierung kommen. Das Ergebnis ist Zahnstein. In der Regel bildet er sich zunächst an den hinteren Backenzähnen und wandert schließlich immer weiter nach vorn, sofern der Tierarzt ihn nicht entfernt.

Es sind vorrangig ältere Katzen, die von Zahnstein betroffen sind, denn mit zunehmendem Alter steigt die Anfälligkeit der Fellnasen auf ganz natürlichem Weg. Durch die jahrelange Belastung der Zähne werden die Oberflächen und auch die Hälse immer rauer. Ablagerungen haben dann besonders leichtes Spiel, dort haftenzubleiben, und Zahnstein bildet sich deutlich schneller.

Zahnstein bei Katzen: Die möglichen Folgen

Zahnstein kann verschiedene Komplikationen nach sich ziehen, wie zum Beispiel:

  • Zahnfleischbluten
  • Entzündungen im Maul
  • Gewichtsverlust aufgrund von Problemen beim Kauen

In weit vorangeschrittenen Stadien können auch die Zahnhalteapparate in Mitleidenschaft gezogen werden. Das birgt die Gefahr, dass sich die betroffenen Zähne lockern und eventuell ausfallen. Bleibt die notwendige tiermedizinische Behandlung aus, ist sogar der Abbau des Kieferknochens im Rahmen des Möglichen. Hat der Zahnstein tiefgehende Entzündungen ausgelöst, können sich diese über den Blutkreislauf im gesamten Körper verbreiten und beispielsweise Nieren, Leber oder auch das Herz schädigen.

Fortgeschrittener Zahnstein bedeutet oft vor allem eins für die Katze: Schmerzen. Tut dem Stubentiger das Fressen weh, wird er seinen Futternapf immer häufiger meiden und an Gewicht und Energie verlieren. Damit es gar nicht erst so weit kommt, ist es wichtig, dass Besitzer regelmäßig die Zähne ihrer Katze kontrollieren, um den Zahnstein so früh wie möglich anhand der typischen Verfärbungen zu erkennen.

Zahnstein bei Katzen: So entfernt ihn der Tierarzt

Die tiermedizinische Entfernung von Zahnstein geschieht unter einer kurzen Narkose. Die Betäubung ist wichtig, um der Katze Schmerzen und Stress zu ersparen. Nur so, ist eine verletzungsfreie Reinigung der Zähne möglich. Dazu fixiert der Tierarzt das Maul der Katze und entfernt den Zahnstein anschließend mit einem Ultraschallgerät. Hat der Zahnstein bereits Zahnfleisch beiseitegeschoben und so Taschen gebildet, säubert der Tierarzt diese ebenfalls vollständig. Anschließend wird der Zahnschmelz glatt poliert und versiegelt.

Von Versuchen, den Zahnstein eigenhändig mit Hausmitteln zu entfernen, ist Katzenbesitzern dringend abzuraten! Zu groß ist die Gefahr, das empfindliche Zahnfleisch und die Mundschleimhäute zu verletzen und so weitere Komplikationen hervorzurufen. Bereits kleinste Verletzungen können Erregern Einlass gewähren, die unter Umständen weitere gesundheitliche Beschwerden hervorrufen.

Zahnstein bei Katzen: So kann man vorbeugen

Es gibt verschiedene Wege und Mittel, Zahnstein bei Katzen vorzubeugen. Ein sehr wichtiger Punkt ist die Zahnpflege. Im Fachhandel gibt es zahlreiche Produkte, die genau diesen Zweck erfüllen. Dazu gehören zum Beispiel Leckerlis und Spielsachen, auf denen die Katze herumkauen kann, sodass sich dabei Ablagerungen lösen. Auch eine tägliche Pflege mit der Tierzahnbürste ist möglich. Halter, die sich für diese Variante entscheiden, beginnen im Idealfall bereits im Kindesalter damit, ihre Katze daran zu gewöhnen.

Für das Zähneputzen tragen Katzenbesitzer spezielle Pasten oder Gele auf die Tierzahnbürste auf und fahren damit sanft über die kleinen Zähne. Wichtig ist, keinen Druck auf die Katze auszuüben, sondern ihr dabei zu helfen, sich Schritt für Schritt für Schritt mit der Prozedur anzufreunden. Geduld und Einfühlungsvermögen sind gefragt, damit sich die Zahnpflege zur völlig stressfreien Routine für das Haustier entwickelt.

Von Sophie Neumärker