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Angst um bekannte Araberstute – Frankfurter bangen um todkrankes Pferd

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Von: Sina Lück

Seit Jahren streift Araberstute Jenny auf eigene Faust durch die Straßen von Frankfurt. Jetzt bangen die Menschen um ihr Leben. Denn das berühmte Pferd ist todkrank.

Fechenheim – „Ich heiße Jenny, bin nicht weggelaufen, gehe nur spazieren!“ So lautet die Nachricht am Halfter der weißen Araberstute, die seit Jahren allein im Frankfurter Stadtteil Fechenheim spazieren geht und dadurch weltberühmt ist. Ob eine Stippvisite zum Bahnhof, zum Grasen durch die Felder oder eine Tour quer durch die Stadt: Über ihr Ausflugsziel entscheidet Jenny täglich neu. Jeden Morgen verlässt die Araberstute ihren Stall und begibt sich auf Erkundungstour. Mit ihrer freundlichen und neugierigen Art zaubert sie den Menschen dabei stets ein Lächeln ins Gesicht. Doch nun steht das Leben des bekannten Pferdes plötzlich auf der Kippe.

Angst um bekannte Araberstute – Frankfurter bangen um todkrankes Pferd

„Unsere Jenny hat Krebs“, verkündet Besitzer Werner Weischedel die traurige Gewissheit gegenüber der Frankfurter Neuen Presse. Genauer gesagt: Schimmelkrebs. Denn vor allem weiße Pferde haben eine genetische Veranlagung für die Ausprägung der Equinen Melanome. In mehr als zwei Dritteln der Fälle entwickelt sich der Hautkrebs bösartig. So auch bei Jenny: „Die Tumore sind inoperabel“, erzählt der 81-Jährige niedergeschlagen, der vor fünf Jahren bereits Schimmelstute Charlie durch die gleiche Krankheit verlor. Einfach aufgeben, kommt für den tierlieben Rentner und seine Araberstute aber nicht in Frage.

Angst um bekannte Araberstute – Besitzer hofft auf Therapie in Pferdeklinik

Ihre letzte Hoffnung: Die Klinik für Pferde der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover. Dort hat Jenny alle zwei Wochen einen Termin. Um der 26-jährigen Pferdedame den Transport von 700 Kilometern so angenehm wie möglich zu machen, investieren Werner Weischedel und seine Frau Anne sogar in einen 100.000 Euro teuren Transportwagen. „Wir haben alles zusammengekratzt, aber es ist doch unsere Jenny und sie kann gut und gerne noch neun Jahre leben. Jenny darf nicht sterben und das Geruckel in einem Hänger wollen wir ihr nicht antun“, steht für den Besitzer fest.

Eine weiße Araberstute steht neben einem Kinderwagen und berührt mit dem Maul die Finger des Kindes.
Wohl bekannt: Araberstute Jenny trifft auf ihren Touren durch Frankfurt viele Menschen. © Boris Roessler/dpa

In der Tierklinik kümmert sich ein Ärzteteam liebevoll um die kranke Jenny, die nun Teil einer Krebs-Studie ist. Dabei forschen Spezialisten bereits seit 2015 an der klinischen Wirksamkeit eines Vakzins gegen Schimmel-Melanome – mit vielversprechenden Ergebnissen. „Die Behandlung hält eindeutig den Krebs auf. Das sehen wir an den anderen Pferden, die an der Studie schon seit Jahren teilnehmen“, ist Weischedel voller Hoffnung. Wenn die Therapie bei der Krankheit Wirkung zeigt, muss er mit Jenny bald nur noch alle sechs Wochen nach Hannover.

Angst um bekannte Araberstute – Ehepaar verzichtet auf finanzielle Hilfe

Gemeinsam mit seiner Frau will Werner Weischedel nun stark für sein geliebtes Pferd sein. Auch vor den hohen Kosten der Therapie in der Pferdeklinik schreckt das Ehepaar nicht zurück, dafür verzichtet es im Alltag lieber selbst auf bestimmte Dinge. Berührt von Jennys Schicksal haben viele Menschen im Netz bereits finanzielle Hilfe angeboten. Ein Spendenkonto einzurichten, kommt für den Besitzer aber nicht in Frage. „Jenny ist kein Verein, sondern ein wundervoller Teil unserer Familie. Wir brauchen unsere Kraft für Jenny, stecken sie nicht in bürokratische Vorgänge“, betont er. Sein größter Wunsch ist nur: „Jenny macht jedem Fan Freude und das soll noch ganz lange so bleiben.“ *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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