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Lahmt das Pferd bei den ersten Schritten, kann dies ein Anzeichen für Arthrose sein. (Symbolbild)

Einschränkung der Lebensqualität

Arthrose beim Pferd: Ursache, Diagnose, Behandlung

Die Arthrose ist ein Handicap, das die Beweglichkeit des Pferdes mehr oder weniger einschränkt. Alle Infos über Ursachen, Symptome und Behandlungsmethoden.

Warendorf – Die Deutsche Reiterliche Vereinigung mit Sitz in Warendorf bestätigt, dass es sich bei der Arthrose um eine nicht heilbare Zerstörung des Gelenkknorpels handelt. Oftmals leidet nicht nur das Pferd an den Folgen des Knorpelschadens, sondern auch sein Halter, denn eine Therapie ist nicht selten ein lebenslanger Prozess, der hohe Anforderungen an beide Parteien stellt.

Da der Schutz bietende Gelenkknorpel sukzessive zerstört wird, kommt es bei dem betroffenen Pferd zu erheblichen Schmerzen. Die fehlende Knorpelpufferung zieht zwangsläufig ein entzündetes Gelenk nach sich. Das wiederum führt dazu, dass der Bewegungsapparat des Pferdes nicht mehr einwandfrei funktioniert, da Sehnen, Bänder und Muskeln angegriffen sind.

Arthrose beim Pferd: Die Ursachen

Die Ursachen für Arthrose beim Pferd sind vielfältiger Natur. Oft resultiert eine Erkrankung aus ehemaligen Verletzungen bewegungsintensiver Körperregionen. So kommen Gelenkbrüche, ein verletzter Meniskus oder ein gerissenes Band als Ursache infrage. Auch ein erlittenes Trauma kann schuld an einer Gelenkdysfunktion sein. Handelt es sich um eine vorübergehende Entzündung, ist das Leiden schnell in den Griff zu bekommen. Liegt jedoch eine chronische Gelenkdeformation vor, kann der Heilungsprozess langwierig sein. Bisweilen hält der Schmerz ein Leben lang an, besonders, wenn vorangegangene Entzündungen nicht ausgeheilt wurden. Zudem kann eine falsche Belastung des Pferdes Arthrose nach sich ziehen. Auch Fehlstellungen der Läufe oder Hufe sind als Ursache für Arthroseschäden nicht auszuschließen. Nicht zuletzt stellt die zunehmende Abnutzung der tierischen Gelenke im Alter eine Gefahr dar, weshalb zumeist ältere Tiere von Arthrose betroffen sind.

Arthrose beim Pferd: Die Symptome

Bei einer Arthrose beim Pferd zeigen sich die typischen Symptome am ehesten während des Bewegungsvorgangs in diesen Formen:

  • Lahmheit bei ersten Schritten
  • stolpernder wie unfreier Gang
  • lange Aufwärmphase
  • Gelenkschwellungen
  • Hitzegefühl an den Gelenkkörpern

Bei der Arthrose handelt es sich um eine schleichend fortschreitende Krankheit. Daher sind anfängliche Symptome meist nur schwer oder gar nicht erkennbar. Erst im fortgeschrittenen Stadium treten die Probleme regelmäßig und sichtbar auf. Für eine frühzeitige Behandlung ist es dann allerdings zu spät.

Arthrose beim Pferd: Die Diagnose

Tritt Arthrose beim Pferd auf oder besteht der dringende Verdacht einer Arthritis, sollte ein Tierarzt hinzugezogen werden. Nur ein Veterinär kann zweifelsfrei entscheiden, ob das Tier betroffen ist. Vor der endgültigen Diagnose steht eine eingehende Untersuchung. Sehnen, Bänder und Gelenke werden auf Schwellungen abgetastet. Ferner lässt der Tierarzt das Pferd auf unterschiedlichen Bodenbelägen traben. Beugeproben schließen sich an. Auch das Betäuben einzelner Beinsegmente hilft bei der Lokalisierung betroffener Zonen. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, per Blut- und Ultraschalluntersuchung in das Innere des Pferdes zu blicken. Letztes Mittel ist eine Gelenkspiegelung, die sogenannte Arthroskopie.

Arthrose beim Pferd: Die richtige Behandlung

Die Behandlung einer Arthrose beim Pferd nimmt viel Zeit und Aufwand in Anspruch. Zu beachten sind verschiedene Aspekte, etwa das Gewicht des Pferdes, das Art und Rasse zu entsprechen hat. Ein übergewichtiges Pferd belastet seine Gelenke über Gebühr. Zudem sollten die Gelenke beim Auslauf schonend behandelt werden. Eine externe Behandlung der Arthrose schließt das Verabreichen von Nahrungsergänzungsmitteln ein. Auch Medikamente haben eine schmerzlindernde Wirkung.

Arthrose beim Pferd: Die Spätfolgen

Die schwerste Spätfolge einer Arthrose beim Pferd ist die völlige Bewegungsunfähigkeit des Vierbeiners. Das Tier muss seinen Lebensabend dann zwangsweise stehend oder liegend verbringen. Da die Arthrose eine progressiv fortschreitende Abnutzungserscheinung darstellt, ist eine Heilung ab einem bestimmten Zeitpunkt nicht mehr möglich. Dann kann es für den Halter nur noch darum gehen, die Beschwerden des Pferdes so umfänglich wie möglich zu lindern. Hat das Tier zu starke Schmerzen, hilft manchmal leider nur die Erlösung des Tieres durch Einschläfern.