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Borreliose wird meist durch Zecken auf Pferde übertragen, aber auch durch Fliegen und Mücken. (Symbolbild)

Symptome, Verlauf und Therapie

Borreliose beim Pferd: Welche Symptome es gibt und wie die Behandlung aussieht

Durch einen Zeckenbiss können Pferde an Borreliose erkranken. Rechtzeitige Vorsorge und Behandlung der Infektion bieten gute Heilungschancen.

München – Um 1975 wurde im Zusammenhang mit einem vermehrt auftretenden Krankheitsbild nach Zeckenbissen erstmals die Infektion der Borreliose dargestellt. Sie bedroht Menschen, Hunde, Vögel, Pferde und allgemein Säugetiere. Ihren Namen erhielt diese Infektionskrankheit von dem französischen Bakteriologen Amédeé Borrel. Entdeckt hat die Erreger allerdings der Parasitologe Willy Burgdorfer in den USA. Borreliose beim Pferd wird häufig spät diagnostiziert, denn die kleinen Zecken sind im dichten Fell der Pferde nur schwer zu finden. Eine gezielte Vorsorge ist jedoch möglich.

Borreliose beim Pferd: Ursache und Vorsorge

Das Bakterium wird meist durch die heimische Zecke (den gemeinen Holzbock) auf das Pferd übertragen. Auch Fliegen und Mücken gehören zu potenziellen Überträgern. In deren Körpern lebt der Erreger im Darm und wird beim Biss Richtung Speicheldrüse befördert und in das Blut des Tieres eingespült. Nur wenige wissen, dass in den ersten 24 Stunden nach dem Biss aufgrund dieses Prozesses noch keine Übertragung des Erregers ins Blut des Pferdes erfolgt. Das gibt Pferdebesitzern ausreichend Zeit, das Tier nach dem Ausritt oder Weidegang gründlich auf einen Zeckenbefall zu untersuchen.

Fakt ist: Ein starkes Immunsystem schafft es fast immer, die Infektion unter Kontrolle zu halten. Ältere Tiere und solche mit einer gesundheitlichen Beeinträchtigung sind eher gefährdet, einen Ausbruch der Infektion plus zum Teil schwere Einschränkungen zu erleben. Auch zeigen sich Pferde im Allgemeinen weniger anfällig für die klassische Borreliose. Tatsächlich finden sich weit mehr reine Infektionen als Ausbrüche der Krankheit.

Neben dem Gesichtspunkt des starken Immunsystems gehört die gründliche tägliche Untersuchung auf Zeckenbisse zu den notwendigen Vorsorgemaßnahmen. Die Medizin bietet zudem vorsorgliche Impfungen für Pferde an. Hierbei erhält das Tier Antikörper, die ein Übertreten der Borrelien bei einem Zeckenbiss verhindern. Nach zwei aufeinanderfolgenden Impfdosen in einem bestimmten Abstand erreicht das Pferd den kompletten Impfschutz. Eine jährliche Impfung ist angeraten. In Kombination dazu ergänzen Insektensprays vor dem Ausritt und die Kontrolle eines Zeckenbefalls danach die Pferdevorsorge.

Borreliose beim Pferd: Diese Symptome und Schübe zeigen die Erkrankung an

Anders als bei Mensch und Hund treten die Anzeichen des tatsächlichen Ausbruchs der Borreliose-Infektion beim Pferd eher diffus und wenig definiert auf. Die Infektion der Erreger der Lyme-Borreliose – wie diese Erkrankung in der Medizin offiziell genannt wird – bedeutet noch keine Erkrankung mit schwerwiegenden Folgen für das Tier. Das Bakterium Borrelia burgdorferi findet sich im Blutbild, wenn beispielsweise eine ungeklärte, andauernde Lahmheit keine Besserung findet. Die Auswirkungen zeigen sich in Stufen beziehungsweise Schüben.

Infektion und Frühstadium:

  • symptomlos aufgrund einer starken Immunabwehr (seropositiv)
  • grippeähnliche milde Symptome wie Mattigkeit, leichtes Fieber oder geschwollene Lymphdrüsen

Stadium II:

  • andauernde Abgeschlagenheit
  • Wasseransammlungen
  • wiederkehrendes Lahmen durch Gelenkschwellungen und -steifheit
  • Hautveränderungen
  • Durchfall
  • Koliken
  • Muskelverspannungen
  • Entzündung der Augen

Stadium III:

  • Schädigung von Nervensystem und Organen
  • Ataxie
  • Hufrehe
  • Arthritis

Eher selten treten Fieber, Appetitlosigkeit oder Leistungsabfall auf. All diese Erscheinungen können jedoch durch andere Pferdekrankheiten ausgelöst werden. Daher erfolgt die Vermutung einer Borreliose beim Pferd eher verspätet. So wird diese Infektion häufig übersehen und kommt erst bei chronischen Beeinträchtigungen durch einen Bluttest ans Tageslicht. Erschwerend tritt die Erkrankung in Schüben auf, deren Zusammenhang übersehen wird. Wichtig sind die rechtzeitige Diagnose und Behandlung vor der Stufe III.

Borreliose beim Pferd: Mögliche Behandlung und Heilungschancen

Art und Umfang der Behandlung richten sich nach der Stufe der fortgeschrittenen Beeinträchtigungen und den auftretenden Begleiterscheinungen. Die Infektion der Borreliose selbst wird der Tierarzt mit Antibiotika über einen längeren Zeitraum behandeln. Dazu kommt die Behandlung eventuell auftretender Auswirkungen auf Organe und Gelenke. Nach Beendigung der Antibiotika-Gabe sichert eine weitere Blutuntersuchung den Erfolg der Therapie.

Ein Trost für Pferdebesitzer: Schwere Verläufe der Borreliose beim Pferd sind eher selten, ein Tod durch Borreliose ist bisher nicht bekannt. Jedoch können die Begleiterscheinungen dem Tier je nach Allgemeinzustand mehr oder weniger schwer zu schaffen machen.