1. Landtiere.de
  2. Pferde

Brot als Pferdefutter: Darum gehört es nicht in den Trog

Erstellt:

Von: Sina Lück

Getrocknetes Brot landet häufig als Pferdefutter im Trog. Die Resteverwertung aus der Küche ist zwar gut gemeint, aber für die Vierbeiner alles andere als gesund.

Berlin – Zugegeben: Es ist schon praktisch, einen „Resteverwerter“ im Stall stehen zu haben. So landet ein Apfel mit einer braunen Stelle oder eine überreife Banane nicht im Müll, sondern im Trog des Pferdes – ganz zur Freude des Vierbeiners. Auch altbackenes Brot, das in der Küche getrocknet wird, kommt häufig als Pferdefutter zum Einsatz, um es nicht wegzuschmeißen. Das ist allerdings keine gute Idee.

Brot als Pferdefutter: Darum gehört es nicht in den Trog

Als knackigen Leckerbissen nehmen Pferde getrocknetes Brot meist gerne an. Kein Wunder: Beim Kauen entwickelt sich ein süßlicher Geschmack. Das liegt an dem Enzym Amylase im Speichel, das die Stärke der Backwaren in Traubenzucker (Glucose) aufspaltet. Warum sollten die Vierbeiner also nicht in den Genuss von altbackenem Brot kommen, das dazu noch aus Getreide besteht – einer häufig eingesetzten Komponente im Pferdefutter? Dafür ist ein genauer Blick auf die „modernen Brotsorten“ notwendig.

Ein braunes Pferd frisst eine Scheibe getrocknetes Brot. (Symbolfoto)
Getrocknetes Brot ist kein Pferdefutter. (Symbolfoto) © agefotostock/Imago

Brot als Pferdefutter: Die Liste der Zutaten ist lang

Die Liste der Zutaten verrät: Brot ist ein hoch verarbeitetes Produkt. Bei der Herstellung kommen längst nicht mehr nur Mehl, Hefe, Salz und Wasser zum Einsatz. Denn das Ziel der Backindustrie ist die Fertigung möglichst vieler Brote in kurzer Zeit. Für den Verbraucher ist außerdem eine immer gleiche Qualität entscheidend, schließlich sollen die Backwaren auch nach ein paar Tagen noch frisch sein. Dafür landen eine Menge Zusatzstoffe im Brotteig*, die nichts im Pferdebauch zu suchen haben:

Das Erschreckende ist: Viele der Zusatzstoffe müssen nach dem Lebensmittelgesetz vom Hersteller nicht auf der Verpackung deklariert werden.

Brot als Pferdefutter: Weizenstärke ist schwer verdaulich

Auch wenn selbstgebackenes Brot weniger Zusätze enthält, ist es als Pferdefutter nicht besser geeignet. Der Grund liegt in den Getreidesorten, die den Hauptbestandteil des Brotes bilden. „Brot besteht in der Regel aus Weizenmehl, gegebenenfalls auch noch mit Anteile an Roggenmehl. Beide Getreidearten enthalten für Pferde schwer verdauliche Klebereiweiße, die zu Verdauungsstörungen führen können“, warnt Fütterungsexpertin Dr. Christina Fritz im österreichischen Magazin „Pferderevue“. Dazu kommt: Große Mengen an (Weizen-)Stärke sind nicht nur schwer verdaulich, sondern können auch Entzündungen im Verdauungstrakt sowie die Entstehung von Hufrehe begünstigen.

Brot als Pferdefutter: Übermaß an Stärke belastet Stoffwechsel

Die aktuelle Studienlage zeigt, dass ein Übermaß an Stärke in der Pferdefütterung generell vermieden werden sollte. „Sie wird im Dünndarm verdaut und gelangt als Blutzucker in den Stoffwechsel. Dieser Zucker muss durch Arbeit abgebaut werden, sonst wird er eingelagert, was zu Stoffwechselproblemen und Übergewicht führen kann“, betont Dr. Christina Fritz. Vor allem bei leichtfuttrigen Ponys oder Pferden mit folgenden Krankheiten sollten Besitzer daher nicht in die Brotkiste greifen:

Aber auch für alle anderen gilt: Brot im Trog sollte, wenn überhaupt, die große Ausnahme bleiben. *24vita.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Auch interessant