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Chronisch progressives Lymphödem beim Pferd: Was bei Lymphstau zu tun ist

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Weißes Shire Horse in der Natur (Symbolbild)
Schwere Pferderassen wie Shire Horses sind vor allem vom chronisch progressiven Lymphödem betroffen. (Symbolbild) © CSP_AlexiaKhruscheva/Imago

Das chronisch progressive Lymphödem (CPL) ist eine belastende Erkrankung des Pferdes, verbunden mit einem Lymphstau. Die Behandlung kann Erleichterung bringen.

Frankfurt am Main – Das volle Ausmaß, die Ursachen, Symptome und Folgen des chronisch progressiven Lymphödems (CPL) wurden erst in den letzten Jahren vonseiten der Wissenschaft weitgehend aufgeklärt. Tierärzte setzen auf symptomatische und pflegende Behandlung der unheilbaren Pferde-Krankheit im Alltag.

Chronisch progressives Lymphödem (CPL) beim Pferd: Was ist das?

Das chronisch progressive Lymphödem (CPL) beim Pferd ist eine wahrscheinlich genetisch bedingte Erkrankung des Lymphsystems. Betroffen sind vor allem schwere Rassen wie Shire Horses oder Irish Cobs. Sie haben meist eine dichte Behaarung der Beine, was es weitaus schwieriger macht, Veränderungen der Haut zu erkennen.

CPL wird häufig zu Beginn vonseiten des Pferdebesitzers fälschlicherweise als Mauke identifiziert, weil diese Art der Hautentzündung in der Fesselbeuge viel bekannter ist. Ursachen und Behandlung sind aber unterschiedlich, weshalb es wichtig ist, die richtige Diagnose zu stellen.

Chronisch progressives Lymphödem (CPL) beim Pferd: Ursachen

Bei einer CPL-Erkrankung arbeitet das Lymphsystem des Pferdes nicht in normalem Maße, weil sich zu wenig Elastin im Gewebe befindet. Wenn die Lymphe nicht richtig arbeiten kann, sammelt sich Flüssigkeit im Gewebe. Dies führt zu Schwellungen und Faltenbildung der Haut. Betroffen sind im Wesentlichen die Extremitäten. Häufig beginnen die ersten sichtbaren Veränderungen schon im Alter von zwei Jahren in der Fesselbeuge der Hinterbeine. Aufgrund der dichten Behaarung bleiben sie aber unbeachtet. Schreitet die Erkrankung fort, werden die Hautfalten dicker und bilden schließlich Taschen, in denen sich Dreck und Bakterien sammeln. Pilz und Milben lassen sich in diesen Brutstätten nieder. Es entstehen Entzündungen und Infektionen. Sie gehen einher mit einem starken Juckreiz, weshalb die Pferde sie oft weiter aufscheuern oder sogar aufbeißen.

Chronisch progressives Lymphödem (CPL) beim Pferd: Symptome und Auftreten

Zu den wichtigsten Anzeichen für das chronisch progressive Lymphödem gehören die folgenden Symptome:

Bei den meisten Pferden sind die Hinterbeine deutlich stärker betroffen. Betroffene Vierbeiner legen sich manchmal sogar auf den Boden, um die hinteren Fesselbeugen zum Kratzen zu erreichen.

Chronisch progressives Lymphödem (CPL) beim Pferd: Folgen des Lymphstaus

Der chronische, durch CPL hervorgerufene Lymphstau führt zu dauerhaften Veränderungen der Haut und des darunter liegenden Gewebes. Die Haut wird zunehmend dicker und fester. Sie verliert an Geschmeidigkeit und Flexibilität. Das macht sie noch anfälliger für Verletzungen und verstärkt die Problematik der Taschenbildung. Chronische Wunden führen zu schmerzhaften Verformungen, Wachstum von wildem Fleisch und Schmerzen mit daraus resultierender Lahmheit. Bakterielle Infektionen oder der Befall mit Maden im Sommer sind gefährliche Folgeerkrankungen, die zu schweren Komplikationen beim chronisch progressiven Lymphödem führen können.

Chronisch progressives Lymphödem (CPL) beim Pferd: Behandlung und Pflege

Das chronisch progressive Lymphödem CPL ist nicht heilbar. Es lässt sich auch nicht effektiv aufhalten, bedarf aber eines umfangreichen Managements. Die Behandlung besteht im Wesentlichen aus Vorbeugung und Pflege:

Massagen und eine Lymphdrainage können den Abtransport der Flüssigkeit unterstützen. Physiotherapeuten können diese Behandlung durchführen und den Besitzer einweisen.

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