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Corona-Regeln im Pferdesport: 2G-Plus erschwert Reitern das Leben

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Von: Lara-Sabrina Kiehl

Viele Sportstätten und damit auch einige Reitställe sind von den verschärften Corona-Maßnahmen betroffen. Die neuen Regeln bringen viele Pferdeleute zur Verzweiflung.

München – In einigen Bundesländern gilt seit dem 1. Dezember die 2G-Plus Regel für Freizeiteinrichtungen. Sobald ein Pferdebetrieb nicht nur die reine Pferdehaltung ausübt, sondern dort auch geritten wird, fällt er unter eine Freizeiteinrichtung – und damit gilt auch für den Reitstall die 2G-Plus Regel. Ein Albtraum für Pferdebesitzer, die um das Wohl ihres Pferdes bangen.

Corona-Regeln im Pferdesport: 2G-Plus erschwert Reitern das Leben

Die 2G-Plus Regel in Reitställen verlangt von Pferdebesitzern, dass sie bei Betreten der Reitanlage einen negativen Test vorweisen müssen. Ein Selbsttest unter Aufsicht ist zwar ebenfalls zulässig, nur kann kaum ein Reitbetrieb die nötigen Kapazitäten für eine ständige Kontrolle aufbringen. Das bedeutet, dass für Reiter ein erheblicher Mehraufwand entsteht, um ihr Pferd versorgen zu können. Besonders betroffen sind ungeimpfte Reiter. Für sie wird bereits durch die 2G-Regelung, die Versorgung ihres Pferdes unmöglich. Und jemanden zu finden, der langfristig die Versorgung und Bewegung des Pferdes übernehmen kann, ist schwierig. Steht das Pferd in einem Pensionsbetrieb, ist zwar die Grundversorgung in der Regel sichergestellt, ersetzt aber meist nicht die intensive Betreuung durch den Besitzer. Und kaum ein Pferdebetrieb kann diese übernehmen. Denn längst sind auch Stallbetreiber durch die strengeren Auflagen an ihre Grenzen gekommen. So ist zum Beispiel der Dokumentationsaufwand eine enorme Herausforderung für die Betriebe und Reitvereine.

Pferd schaut aus einer Box. (Symbolbild)
Die 2G-Plus Regel betrifft auch Reitanlagen und damit die Versorgung der Pferde. (Symbolbild) © Andia/Imago

Corona-Regeln im Pferdesport: Bundesländer treffen Ausnahmeregeln

Zur Verkündigung der neuen Regelung Anfang Dezember herrschte auf vielen Reitanlagen großes Entsetzen. Denn sie wurden mit Fitnessstudios und damit Sportprogrammen in engen Räumen gleich gestellt. Für alle Beteiligten nur schwer nachvollziehbar. Ist doch das Klima in einer Reithalle ein ganz anderes als in geschlossenen Räumen. Ganz zu schweigen von einem Außenreitplatz an der frischen Luft. Zahlreiche Konfliktpunkte, die unter anderem auch das Wohl der Tiere beeinträchtigen können, haben nun zumindest manche Bundesländer dazu bewegt, Ausnahmeregelungen zu treffen. Bleibt zu hoffen, dass dadurch zumindest manchen Pferdebesitzern sowie Reitanlagenbetreibern etwas Sorge und Last von den Schultern genommen wird. Und natürlich auch, dass die Pferde die Versorgung bekommen, die sie benötigen. *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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