Behandlung gegen Krebs

Melanome bei Schimmeln: Therapieerfolg mit Betulinsäure laut Studie

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Unter Pferdebesitzern gehören Melanome bei Schimmeln zu den gefürchteten Krankheiten. Jetzt zeigt eine Studie: Eine Behandlung mit Betulinsäure lässt die Tumore schrumpfen.

Österreich – Es ist das Horror-Szenario unter Pferdebesitzern, wenn sie unter der Schweifrübe oder in der Analregion ihres Vierbeiners plötzlich kleine Knubbel ertasten. Equine Melanome treten vor allem bei Schimmeln auf. Denn die weißen Pferde haben eine genetische Veranlagung für den Hautkrebs, der sich in mehr als zwei Dritteln der Fälle bösartig entwickelt. Jetzt macht eine neue Studie Hoffnung auf Heilung. Die Ergebnisse zeigen: Ein bestimmter Pflanzenstoff lässt die Tumore schrumpfen.

Melanome bei Schimmeln: Studie zeigt Therapieerfolg mit Betulinsäure

Dabei handelt es sich um die sogenannte Betulinsäure, die natürlicherweise in der Rinde von Birken und Platanen vorkommt. Bereits in einer anderen Studie finden deutsche Forscher Hinweise auf die heilende Wirkung des Pflanzenstoffs, als sie ein Derivat der Betulinsäure direkt in die Tumore von zwei Test-Pferden injizieren. Diesmal untersucht ein Team aus Wissenschaftlern rund um Lisa Weber von der Veterinärmedizinischen Universität in Hannover die äußerliche Anwendung des Wirkstoffs. Die Testkandidaten: 18 Lipizzaner-Stuten auf einem Gestüt in Österreich mit Melanomen im Frühstadium, aufgeteilt in drei Gruppen mit jeweils sechs Pferden. Von Januar bis April 2020 behandeln die Forscher zweimal täglich insgesamt 29 Hauttumore – davon zwölf mit einer einprozentigen Betulinsäure-Creme, neun mit einer einprozentigen Salbe mit dem Derivat NVX-207 und acht mit einer Placebo-Creme. (Studie beweist: Haarwirbel bei Pferden geben Aufschluss über Charakter)

Bei Schimmeln gehören Melanome zu den am häufigsten diagnostizierten Tumoren. (Symbolbild)

Melanome bei Schimmeln: Größe und Durchmesser der Tumore verringert sich

Bereits ab dem 80. Tag der Behandlung zeigt sich: Die mit Betulinsäure behandelten Melanome sind im Vergleich zu den Tumoren in der Placebo-Gruppe deutlich kleiner. Auch die derivathaltige Salbe scheint die Knötchen auf der Haut bei vier Stuten schrumpfen zu lassen. Dieser Effekt erreicht allerdings keine statistische Signifikanz. (Offenstall-Haltung bei Pferden: So bekommt ihr Tier in der Gruppe genug Schlaf)

Um die Wirkung der Cremes auf Schimmel-Melanome abzusichern, sind laut der Wissenschaftler jedoch weitergehende Untersuchungen mit größeren Pferdegruppen nötig. Die Ergebnisse ihrer Studie stimmt das Forscherteam aber hoffnungsvoll: „Die topische Behandlung von Equinen Melanomen in Frühstadien führte zum Teil zu einer Verringerung des Tumorvolumens und des Tumordurchmessers.“ Daher kann die Therapie* „eine Alternative zu den häufig praktizierten Ansätzen der Vernachlässigung“ kleiner, gutartiger Melanome bei Pferden sein. *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Julia Moll/Imago (Symbolbild)