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Staub aus Heu und Stroh ist eine der häufigsten Ursachen für Equines Asthma (Symbolbild)

Belastende Atemwegserkrankung

Equines Asthma (COB) beim Pferd: Richtige Fütterung und Haltung

Pferde, die unter der Krankheit Equines Asthma leiden, haben dauerhaft Probleme mit der Atmung. Fütterung, Haltung und Training müssen angepasst werden.

Frankfurt am Main – Was vor Jahrzehnten unter dem Begriff „Dämpfigkeit“ zusammengefasst wurde, ist heute besser untersucht und bekannt. Die in der Gesellschaft für Pferdemedizin organisierten Tierärzte wissen um die Häufigkeit der Krankheit Equines Asthma und um die Bedeutung der richtigen Maßnahmen bei der Behandlung.

Equines Asthma (COB) beim Pferd: Ursachen der Erkrankung

Was wir heute unter dem Begriff Equines Asthma kennen, war lange unter Bezeichnungen wie chronisch obstruktive Bronchitis (COB), COPD oder RAO bekannt. Es handelt sich um eine allergisch bedingte chronische Atemwegserkrankung bei Pferden.

Hervorgerufen wird diese Lungenerkrankung durch das Einatmen von Staub aus Heu und Stroh in den Stallungen. Die feinen Staubpartikel gelangen mit der Atemluft bis tief in die Lunge und reizen die Schleimhäute. Der Körper reagiert mit der Bildung großer Mengen Schleim, was die Sauerstoffversorgung verschlechtert. Die Bronchien werden verengt, es kann zu bronchialen Obstruktionen und einer dauerhaften Veränderung der Atemwege kommen.

Equines Asthma (COB) beim Pferd: Krankheit mit belastenden Symptomen

Die Krankheit Equines Asthma betrifft bis zu 80 Prozent aller Pferde. Die meisten haben aber eine so leichte Form, dass die Besitzer es gar nicht bemerken. Die Symptome der schwachen Form sind:

  • gelegentliches Husten, insbesondere zu Beginn der Arbeit
  • klarer bis weißlicher Nasenausfluss
  • Leistungseinbußen und geringere Leistungsfähigkeit

Schreitet die Krankheit fort, so entwickelt sich ein hochgradiges Asthma, gekennzeichnet durch folgende Symptome:

  • verstärkte Atmung
  • geblähte Nüstern auch im Ruhezustand
  • Atemnot
  • Dampfrinne

Schwer erkrankte Pferde können Anfälle mit sichtbar erschwerter Atmung im Ruhezustand haben, die notfallmäßiger tierärztlicher Hilfe bedürfen.

Equines Asthma (COB) beim Pferd: Behandlungsmethoden

In einer akuten Phase muss Equines Asthma medikamentös versorgt werden. Zum Einsatz kommen je nach Schwere der Erkrankung:

  • Bronchodilatatoren
  • Schleimlöser
  • Kortison

Bronchodilatatoren und Corticosteroide können oral oder inhalativ angewandt werden.

Equines Asthma (COB) beim Pferd: Krankheit durch passende Fütterung bekämpfen

Studien zufolge ist der Staub aus Heu und Stroh eine der häufigsten Ursachen für Equines Asthma. Bei der Fütterung sind meist die größten Umstellungen notwendig.

Der Staubanteil im Heu ist umso höher, je feuchter das Heu bei der Ballenherstellung und -einlagerung noch war. Die Feuchtigkeit unterstützt das Schimmelwachstum und die Sporenbildung. Die Staubbelastung ist oft schon beim Öffnen der Ballen sichtbar. Hochwertiges Heu staubt kaum. Dennoch sollte auch dieses für Pferde mit Equinem Asthma nicht trocken verfüttert werden. Das Befeuchten mit Wasserdampf bindet den Staub und verhindert so das Einatmen in die Lunge.

Manche Pferdebesitzer steigen von Heu auf Heulage um. Diese wird aus restfeuchtem Heu durch Milchsäuregärung hergestellt. Sie kann die Verdauung belasten und sollte deshalb so trocken wie möglich sein.

Equines Asthma (COB) beim Pferd: richtige Haltung ist wichtig

Im besten Fall wird Equines Asthma frühzeitig erkannt. Regelmäßiges Husten, Nasenausfluss oder Atemprobleme unter Belastung sind Hinweise auf eine Erkrankung. In einem frühen Stadium kann eine medikamentöse Dauertherapie oft vermieden werden, wenn andere Maßnahmen greifen:

Für viele Pferde bringt die Veränderung der Haltung eine echte Erleichterung bei der Atmung. Je mehr Zeit die Vierbeiner draußen in Bewegung verbringen, desto besser ist es für ihre Lungen.