1. Landtiere.de
  2. Pferde

Equines Metabolisches Syndrom (EMS) beim Pferd: Ursachen und Behandlung

Erstellt:

Zu sehen ist ein weißer, übergewichtiger Mustang Hengst in Bewegung. (Symbolbild)
In den meisten Fällen hängt das Auftreten von EMS bei Pferden mit Übergewicht zusammen. (Symbolbild) © Nature Picture Library/Imago

Das Equine Metabolische Syndrom (EMS) ist eine Stoffwechselerkrankung beim Pferd. Um Spätfolgen zu verhindern, sind eine Behandlung und die richtige Fütterung nötig.

Frankfurt am Main – Für Tierärzte und Verbände wie die Gesellschaft für Tiermedizin wird in den letzten Jahren immer deutlicher, dass schwerwiegende Stoffwechselerkrankungen, wie das Equine Metabolische Syndrom (EMS), vermehrt zu Problemen führen. In den meisten Fällen hängt das Auftreten von EMS mit Übergewicht zusammen. Spätfolgen wie Hufrehe drohen. Die Fütterung und Haltung anzupassen, ist deshalb die wichtigste Maßnahme bei der Behandlung.

Equines Metabolisches Syndrom: Auftreten und Ursachen der Krankheit

Die Krankheit EMS beschreibt einen umfassenden Symptomkomplex, der bei den meisten betroffenen Pferden von Übergewicht ausgelöst wird. Sehr wahrscheinlich gibt es zusätzlich eine genetische Komponente, die das Risiko für Ponys und Pferde bestimmter Rassen wie Shetlandponys, Isländer oder Cobs erhöht.

Im Rahmen des Equinen Metabolischen Syndroms kommt es zu einem erhöhten Glukosespiegel, verbunden mit einer zunehmenden Insulinresistenz. Die erkrankten Vierbeiner nehmen mehr Stärke und Zucker aus dem Futter auf, als sie verbrauchen können. Weil der Glukosespiegel ständig ansteigt, werden die feinen Blutgefäße geschädigt. Der Körper aktiviert ein Notfallprogramm und gerät immer weiter in den Teufelskreis EMS.

Equines Metabolisches Syndrom beim Pferd: Spätfolgen und Folgeerkrankungen

Wie bei einem Menschen mit Diabetes hat die Pferde-Erkrankung Equines Metabolisches Syndrom Folgen für den gesamten Körper. Besonders die feinen Blutgefäße – die sogenannten Kapillargefäße – leiden unter dem hohen Zuckerspiegel im Blut. Sie werden gereizt und entzünden sich. Betroffen sind beispielsweise die feinen versorgenden Gefäße in den Augen und in der Huflederhaut. Die häufigsten Folgeerkrankungen sind Hufrehe und Diabetes, wobei Letzteres wiederum die Erkrankung an Hufrehe begünstigt. Das Immunsystem verliert an Leistungsfähigkeit und schmerzhafte Entzündungen bilden sich wegen des steigenden Cortisolspiegels leichter.

Equines Metabolisches Syndrom beim Pferd: Krankheit mit diffusen Symptomen

Je früher das Equine Metabolische Syndrom als Krankheit bei einem Pferd erkannt wird, desto eher kann man handeln und Spätfolgen verhindern. Weil sich die Krankheit schleichend entwickelt, werden erste Anzeichen oft übersehen. Besondere Vorsicht gilt bei:

Während Übergewicht alleine noch kein Symptom ist, ist die Verteilung der Fetteinlagerungen sehr charakteristisch für EMS.

Entwickelt sich das Equine Metabolische Syndrom weiter, so kommen weitere Anzeichen hinzu:

Equines Metabolisches Syndrom beim Pferd: Behandlung notwendig

Das Equine Metabolische Syndrom ist eine Krankheit, die im klassischen Sinne nicht heilbar ist. Sie kann nicht medikamentös behandelt werden. Im Gegenteil – Medikamente wie Kortison können die Erkrankung sogar verschlimmern.

Therapiegrundlage bei EMS sind die Gewichtsreduktion und ein darauffolgendes Gewichtsmanagement. Energieverbrauch durch Bewegung und Energieaufnahme durch Fressen müssen ins Gleichgewicht kommen. Die drei wichtigsten Faktoren sind: Fütterung, Haltung und Arbeit.

Bei der Haltung haben sich Systeme bewährt, die die Pferde in Bewegung bringen. Dazu gehört die Haltung im

Eine solche bewegungsfördernde Haltung kombiniert mit sportlichen Aktivitäten unter dem Sattel, vor dem Wagen oder an der Longe ist die Grundlage eines erfolgreichen Gewichtsmanagements beim EMS-Pferd oder -Pony.

Equines Metabolisches Syndrom beim Pferd: Krankheit abhängig von Fütterung

Pferde mit Übergewicht, ersten EMS-Symptomen oder einer schon bestätigten Erkrankung am Equinen Metabolischen Syndrom müssen unbedingt abnehmen. Hungern lassen ist keine Option, denn auch EMS-Pferde brauchen genügend Futter, um den Magen gesund zu erhalten. Die folgenden Maßnahmen können helfen:

Betroffene Pferde sollten langsam, aber stetig abnehmen. Sie profitieren von einem angepassten Trainingsplan mit viel ruhiger, aber ausdauernder Bewegung.

Auch interessant