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Fellwechsel bei Pferden: Was Sie darüber wissen sollten

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Von: Lara-Sabrina Kiehl

Der Organismus der Pferde läuft auf Hochtouren und überall kleben nach dem Putzen die Haare. Genau das ist die Fellwechsel-Zeit, die zweimal im Jahr stattfindet.

München – Besticht das eigene Pferd durch sauberes und vor allem glänzendes Fell, kommen bei den meisten Pferdebesitzern Glücksgefühle hoch. Denn schließlich zeigt der Glanz auch, dass es dem Pferd gut geht. Doch im Fellwechsel sieht so manches Fell schnell mal stumpf und spröde aus. Außerdem sind die Pferde vermehrt belastet und auch Reiter haben mit den lästigen umherfliegenden Haaren zu kämpfen.

Fellwechsel bei Pferden: Was Sie darüber wissen sollten

Der Fellwechsel findet zweimal im Jahr statt – im Herbst und zum Frühjahr. Im Herbst schieben Pferde allerdings lediglich Fell nach, obwohl sie trotzdem auch Haare verlieren. Beim „echte Fellwechsel“ im Frühjahr wechseln die Pferde hingegen wirklich ihr Fell. Denn dann werden Unterhaare und Oberhaare abgestoßen.

Detailaufnahme: Pferd wird während des Fellwechsels gestriegelt. (Symbolbild)
Beim Fellwechsel im Frühjahr werfen die Pferde Unter- und Oberhaare ab. (Symbolbild) © Frank Sorge/Imago

Streng genommen beginnt der „echte“ Fellwechsel aber schon weit vor dem Frühling, nämlich am 21. Dezember, dem kürzesten Tag des Jahres. Von diesem Tag an werden die Tage länger. Da der Fellwechsel Licht gesteuert ist, beginnt dann bereits die erste von den vier Phasen des Fellwechsels. Für uns deutlich sichtbar wird jedoch erst die vierte Phase. Die vier Phasen des Fellwechsels im Überblick:

Fellwechsel bei Pferden: Diese Rolle spielen Temperatur und Hormone

Das Licht steuert also viel mehr als die Temperatur den Fellwechsel. Dennoch hat aber auch Letztere einen Einfluss. Sollte es nämlich beispielsweise im Februar nochmal kalt werden, verlangsamt sich der Fellwechsel oder legt einen Stopp ein. Wird es aber warm, so beschleunigt sich der Fellwechsel.

Doch wie so oft spielen auch hier Hormone eine Rolle. Melatonin, das Schlaf-Hormon, beeinflusst den Fellwechsel entscheidend. Werden die Tage im Winter allmählich länger, produziert der Körper weniger Melatonin und stellt den Körper damit auch auf den Fellwechsel ein.

Fellwechsel bei Pferden: Mit einer angepassten Fütterung gezielt unterstützen

Der Fellwechsel zehrt am Pferd. Wer sein Pferd dabei unterstützen möchte, sollte im Idealfall zur Sommer- und Wintersonnenwende die Nährstoffzufuhr überprüfen oder von einem Fütterungsexperten prüfen lassen, um die Pferdenahrung gezielt anzupassen. Denn je nach Behaarung kann der Bedarf an Mengen- und Spurenelementen und vor allem an Eiweiß sprunghaft ansteigen.

Besteht ein Mangel, erkennen Sie das an einem stumpf und struppig wirkenden Fell, schlechter werdenden Hufen und daran, dass sich die Muskulatur zurückbildet. Viele Tiere verlieren auch deutlich an Gewicht. Besonders betroffen sind ältere Pferde, die häufig Körpermasse zu dieser Zeit abbauen. Allerdings geschieht das meist nur, wenn Pferdebesitzer zu spät mit dem Zufüttern beginnen. Am besten beginnen Sie ab Dezember, noch in der ersten Fellwechsel Phase, damit die Ration vom Pferdefutter anzupassen. Mit diesen Fütterungstipps unterstützen Sie ihr Pferd beim Fellwechsel:

Fellwechsel bei Pferden: Die richtige Ausrüstung erleichtert die Fellpflege

Der Besitzer kann seinem Pferd auch durch Fellpflege den Fellwechsel erleichtern. Schließlich kann er so seinem Tier helfen, die losen und auch juckenden Haare loszuwerden. Was schön fürs Pferd ist, ist aber für den Pferdebesitzer* eher unangenehm. Denn überall kleben die Haare, die das Pferd verliert, an seinem selber fest. Hier ein paar Tipps, die Abhilfe schaffen:

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