Gesetz für mehr Tierwohl

Frankreich führt Pferdeführerschein ein – neues Tierschutzgesetz

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Frankreich hat sein Tierschutzgesetz in mehreren Bereichen deutlich nachgeschärft. Auch Pferdebesitzer müssen sich in Zukunft auf Veränderungen einstellen.

Paris – Ein eigenes Pferd zu haben, ist für viele ein großer Herzenswunsch. Wer diesen Wunsch in Frankreich hegt und sich als Laie ein Pferd kaufen möchte, muss in Zukunft einen Kenntnis- und Befähigungsnachweis erbringen. Das neue Gesetz sieht aber auch zum Schutz von Haustieren bei Kauf und Adoption so einige Änderungen vor.

Pferdeführerschein in Frankreich eingeführt – neues Tierschutzgesetz deutlich verschärft

Von frisch gebackenen Pferdebesitzern ohne Fachkenntnisse wird in Frankreich künftig ein entsprechender Nachweis gefordert, der innerhalb eines Jahres zu erbringen ist. So soll sichergestellt werden, dass der Besitzer über ausreichend theoretisches und praktisches Wissen verfügt und das Pferd fachgerecht versorgen kann. Zum Bestehen sind reiterliche Grundkenntnisse und ein sicherer sowie artgerechter Umgang mit dem Pferd Voraussetzung. Außerdem sieht das neue Tierschutzgesetz vor, Ponyreiten auf Jahrmärkten zu verbieten. Erleichterung hingegen erfahren französische Stallbesitzer, die Pferde von nichtzahlenden Kunden versorgen müssen und auf den Kosten sitzen bleiben. Nach Ablauf einer gesetzlichen Frist von drei Monaten können sich Stallbetreiber in Zukunft an ein Gericht wenden.

Das neue Tierschutzgesetz in Frankreich bringt auch Veränderungen für Pferdebesitzer mit sich. (Symbolbild)

Pferdeführerschein in Frankreich eingeführt – auch Änderungen für Haustierbesitzer

Veränderungen gibt es aber nicht nur für Pferdebesitzer und jene, die es werden möchten, sondern auch für diejenigen, die sich ein Haustier zulegen möchten. So möchte Frankreich, dass sich zukünftige Haustierbesitzer frühzeitig darüber im Klaren sind, dass die Anschaffung eines Tieres Verantwortung mit sich bringt. Aus diesem Grund soll künftig, unabhängig davon, ob das Tier gekauft oder adoptiert wird, eine Wissens- und Verpflichtungserklärung unterzeichnet werden. Nach der Ausstellung des Dokuments haben neue Haustierbesitzer sieben Tage Zeit, ihre Meinung zu ändern und vom Kaufvertrag zurückzutreten. Frankreich erhofft sich dadurch, Impulskäufe zu verhindern. Denn viel zu oft leiden darunter am Ende die Tiere, die häufig einfach ausgesetzt werden.

Pferdeführerschein in Frankreich eingeführt – härtere Strafen bei Tierquälerei

Mit dem neuen Tierschutzgesetz, welches am 01. Dezember 2021 veröffentlicht wurde, bietet Frankreich auch der Tierquälerei die Stirn. Die Höchststrafen bei Misshandlungen werden in Zukunft deutlich angehoben. In schweren Fällen drohen dann bis zu fünf Jahre Haft und auch Geldstrafen von bis zu 75.000 Euro können verhängt werden. Zudem soll an Schulen der richtige Umgang mit Haustieren gelehrt werden, um Tierquälerei durch Jugendliche vorzubeugen. *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Frank Sorge/Imago