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Eine Frau trainiert mit ihrem Pferd auf dem Reitplatz (Symbolbild)

Reitsport, Hilfengebung, Sitz

Grundlagen des richtigen Reitens: Sitzposition, Haltung und Zügelführung

Die Grundlagen im Reiten sind entscheidend für eine gute Kommunikation zwischen Mensch und Pferd. Die Haltung und der richtige Sitz sorgen für eine aktive Kontrolle des Tempos und Bewegung des Pferdes.

Zentralasien – Schätzungen besagen, dass das Pferd hier um etwa 3.000 v. Chr. domestiziert wurde. Seitdem spielt es weltweit eine große Rolle im Militär, der Landwirtschaft, dem Handel und Transport sowie dem Sport.

Die Grundlagen beim Reiten: Der Reitsport

Während sich Menschen auch ohne jegliche Vorkenntnisse auf dem Rücken von Pferden tragen lassen können, beschreibt der Pferdesport ein aktives Einwirken des Reiters auf die Bewegungen des Pferdes. Wichtig ist hier die richtige Mischung aus Körperspannung und Geschmeidigkeit im Sattel. Der Mensch bestimmt dabei zum Beispiel das Tempo und die Gangart. Letztere unterteilt sich in drei Grundgangarten: Schritt, Trab und Galopp.

Es gibt viele verschiedene Disziplinen des Reitsports. Darunter fallen unter anderem:

  • Dressurreiten
  • Springreiten
  • Vielseitigkeitsreiten (auch „Eventing“ genannt)
  • Distanzreiten
  • Pferderennen
  • Westernreiten
  • Reitspiele (beispielsweise Polo)

Die Dressurarbeit ist dabei die Grundlage für alle anderen Reitdisziplinen. Fundierte Basiskenntnisse sind beim Reiten notwendig, um mit dem Pferd richtig arbeiten zu können.

Die Grundlagen beim Reiten: Die richtige Haltung und Sitzposition

Die Kommunikation zwischen Reiter und Pferd findet über die Hilfen statt. Hier lässt sich zwischen Gewichtshilfen, Schenkelhilfen und Zügelhilfen unterscheiden. Unter weitere Hilfsmittel fallen Gerte, Sporen und Stimme. Das richtige Zusammenspiel der Hilfen vermittelt dem Pferd, was es tun soll. Um die Hilfen korrekt auszuführen, ist zunächst ein guter Sitz notwendig. Dieser ist die wichtigste Grundlage beim Reiten. Der Reiter ist im Becken locker, um mit den Bewegungen des Pferdes mitzugehen und sie auszugleichen. So bleibt seine Hand unabhängig von den Pferdeschritten ruhig an einer Position. Dazu darf der Reiter nicht zu viel Körperspannung aufwenden und eventuell verkrampfen. Die goldene Mitte liegt dort, wo er sich und seinen Sitz gut halten kann und trotzdem geschmeidig bleibt.

Wie sieht der richtige Sitz konkret aus? Der Reiter sitzt im tiefsten Punkt des Sattels. Das Gewicht ist gleichmäßig auf beide Gesäßhälften verteilt. Oberkörper und Kopf sind gerade aufgerichtet, die Augen des Reiters blicken geradeaus über die Pferdeohren und können die Umgebung erfassen. Die Knie sind leicht angewinkelt und liegen am Sattel an. Die Ferse wird nach unten gedrückt, sodass der Absatz der tiefste Punkt des Reiters ist. Die Schultern sind leicht zurückgenommen. Die Hände mit den Zügeln stehen aufrecht, der Daumen zeigt nach oben.

Tipp: Bei einem korrekten Sitz bilden Schultern, Hüfte und Absatz eine gerade Linie.

Die Grundlagen beim Reiten: Die Zügelführung und Hilfengebung

Über den richtigen Sitz erfolgt die Hilfengebung. Sie ist im Reiten die zweite wichtige Grundlage. Durch das Gewicht und die Schenkel kann belastender Druck oder Entlastung ausgeübt werden. Das wirkt sich richtungs- und tempoverändernd aus. Zügelhilfen werden nie alleine gegeben, sondern immer nur in Kombination mit den Gewichts- und Schenkelhilfen.

Die Hilfengebung erfolgt aus dem Handgelenk heraus. Der Reiter zieht dabei nicht am Zügel, sondern sendet durch ein leichtes Fingerspiel Impulse aus. Die Hilfe wird so lange gegeben, bis das Pferd die gewünschte Reaktion zeigt. Ist dies geschehen, gibt der Reiter den Zügel durch leichtes Öffnen der Finger nach. Auch bei den anderen Hilfen gibt er lobend nach.

Ziel der Zügelführung ist es, das Pferd in die Anlehnung zu bringen: Dann besteht über den Zügel eine weiche Verbindung zwischen Pferdemaul und Reiterhand. Dabei wölbt das Pferd seinen Hals, sodass das Genick der höchste Punkt ist, und kaut zufrieden auf dem Gebiss. Es tritt mit der Hinterhand gleichmäßig unter und balanciert sich so gut aus. Der Rücken ist durchlässig, die Hilfen können auf den gesamten Körper einwirken. Eine solche Haltung heißt auch „am Zügel“ oder „durch das Genick“ gehen.