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Hufrehe beim Pferd: So verhindern Sie die gefürchtete Krankheit

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Pferd grast auf der Weide. (Symbolbild)
Je höher der Zuckergehalt im Gras, desto höher ist auch das Risiko einer Hufrehe-Erkrankung. (Symbolbild) © Shotshop/Imago

Eine Hufrehe beim Pferd ist eine schwere Erkrankung. Sie geht mit großen Schmerzen einher. Wer die Symptome zu spät erkennt, riskiert gar das Einschläfern.

Frankfurt am Main – Viele Tierarztpraxen und Organisationen wie die Gesellschaft für Pferdemedizin nutzen seit Jahren ihre Präsenz in den sozialen Medien, um über die Hufrehe bei Pferden aufzuklären. Hufrehe ist eine Entzündung der Huflederhaut. Dieses Gewebe sitzt zwischen den inneren Hufstrukturen und der Hornkapsel. Ein besseres Bewusstsein für Ursachen, Anzeichen und Folgen könnte vielen Vierbeinern großes Leid ersparen.

Hufrehe beim Pferd: Ursachen und Alarmsignale

Das ganze Jahr über können Pferde an Hufrehe erkranken. Die häufigste Hufrehe-Erkrankung ist die sogenannte „Futterrehe“, die durch kohlenhydratreiche Pferdenahrung ausgelöst wird. Das größte Risiko besteht im Sommer. In vielen Fällen ist der hohe Zuckergehalt im Gras schuld an der Erkrankung. Bestimmte Pferderassen, wie die meisten Ponys, haben ein besonders hohes Risiko für eine Hufrehe-Erkrankung. Übergewicht erhöht die Gefahr zusätzlich.

Weitere mögliche Ursachen sind:

Neben der Futterrehe gibt es auch die „Vergiftungsrehe“. Hier ist die Aufnahme von Giftpflanzen wie zum Beispiel Robinie oder Eicheln der Auslöser. Doch gelegentlich können auch Impfungen, Wurmkuren und Kortisonpräparate („Medikamentenrehe“) zu einer Hufrehe führen.

Häufig kommt es vor, dass Stuten nach der Geburt an Hufrehe, der sogenannten „Geburtsrehe“, erkranken. Diese entsteht, wenn Teile der Nachgeburt nicht abgehen und in der Gebärmutter verbleiben. Hierbei kommt es zu einer bakteriellen Zersetzung und der Aufnahme von Endotoxinen in die Blutbahn. Nach der Geburt ist es deshalb wichtig, die Plazenta auf dem Boden auszubreiten und auf ihre Vollständigkeit zu überprüfen.

Neben den genannten Rehe-Arten gibt es auch die „Überlastungsrehe“. Eine typische Ursache ist die Schonung eines Beines über mehrere Tage oder Wochen. Der Huf des gesunden Beines ist in dieser Zeit einer größeren Belastung ausgesetzt. Das Risiko für Hufrehe steigt.

Für viele Pferdebesitzer kommt ein Reheschub überraschend. Tatsache ist aber, dass viele Vierbeiner schon lange vor der akuten Phase zeigen, dass etwas nicht stimmt. Tritt auch nur eines der folgenden Alarmsignale auf, so sind erste Maßnahmen empfehlenswert:

Hufrehe beim Pferd: Symptome der akuten Erkrankung

Kommt es zur akuten Entzündung der Huflederhaut, so verstärken sich die genannten Anzeichen. Es kann innerhalb weniger Stunden zu einer starken Verschlechterung kommen. Tierärztliche Notfallbetreuung ist notwendig, wenn das Pferd die folgenden Symptome zeigt:

Hufrehe beim Pferd: Entgiften und die Fütterung anpassen

Bis tierärztliche Hilfe eintrifft, müssen die Hufe gekühlt werden. Das Stehen in Eiswasser wirkt der Entzündung entgegen und bringt die Hufrehe vorübergehend zum Stoppen. Jegliche Kraft- und Saftfuttergabe muss sofort eingestellt werden. Heu sollte zwölf Stunden in Wasser eingeweicht werden, um den Zuckergehalt so gut wie möglich zu senken.

Eine medikamentöse Behandlung ist unbedingt notwendig. Schmerzlindernde und blutverdünnende Arzneimittel wie Aspirin helfen dabei, die Belastung der kleinen Blutgefäße im Huf zu reduzieren und die Durchblutung zu verbessern.

Hufrehe beim Pferd: Schwere Folgen wie Ausschuhen

Wird nicht rechtzeitig reagiert, kann die Hufrehe innerhalb weniger Stunden zu schweren, irreversiblen Schäden führen. Aufgrund der Entzündung in den hufversorgenden Gefäßen kommt es zu einer Veränderung der Strukturen, die das Hufbein halten. Es kann rotieren und abkippen. Weil die Verbindung zwischen den inneren Teilen des Hufs und der Hornkapsel zerstört wird, kann ein Ausschuhen die Folge sein – sprich, das Pferd verliert den „Horn-Schuh“. Es kann nicht mehr laufen.

Hufrehe beim Pferd: Wann droht das Einschläfern?

Bei sehr starken Veränderungen der Hufbeinstellung oder beim Ausschuhen stehen die Chancen auf eine gesunde, schmerzfreie Zukunft ausgesprochen schlecht. Das Pferd hat eine sehr lange Behandlungsphase vor sich, viele Schmerzen und einen ungewissen Ausgang. Es kann zu einer Entgleisung des Stoffwechsels kommen. Um das Pferd vor weiterem Leid zu bewahren, ist Einschläfern die einzige Lösung.

Hufrehe beim Pferd: Erfolgreich vorbeugen mit optimierter Haltung

Pferde und Ponys, die einmal an Hufrehe erkrankt sind, sei es mit einem akuten Schub oder auch nur bis zu den ersten Alarmsignalen, brauchen eine spezielle Haltung und Pflege. Sie dürfen nur geringe Mengen Gras aufnehmen. Das Heu sollte möglichst langstielig und arm an Nährstoffen wie Zucker sein. Viel Bewegung hilft dabei, aufgenommene Nährstoffe und Zucker zu verarbeiten.

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