„Tierärzte sind verblüfft“

Jennys Kampf gegen den Krebs: Therapie der Araberstute zeigt erste Erfolge

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Als Jenny die Diagnose Krebs bekommt, bangen die Frankfurter um das Leben der bekannten Araberstute. Jetzt gibt es gute Nachrichten: Die Therapie zeigt erste Erfolge.

Fechenheim – Araberstute Jenny ist in Frankfurt-Fechenheim bekannt „wie ein bunter Hund“ und das inoffizielle Wappentier der Stadt. Auf ihren Erkundungstouren durch die Straßen und Felder trifft sie viele Bekannte – und zaubert den Menschen stets ein Lächeln ins Gesicht. Vor Weihnachten 2021 mussten ihre Fangemeinde und Besitzer Werner Weischedel allerdings einen harten Schlag hinnehmen. Die niederschmetternde Diagnose: Jenny hat Krebs. Ein Tierarzt gibt dem Pferd nur noch wenige Tage zu leben. Seitdem setzt ihr Besitzer alles daran, um die Krankheit mit einer speziellen Therapie zu bekämpfen. Jetzt gibt es gute Nachrichten: Mit etwas Glück wird Jenny wieder ganz die Alte.

Jennys Kampf gegen den Krebs: Therapie der Araberstute zeigt erste Erfolge

Alle zwei Wochen macht Werner Weischedel den Transporter startklar, um mit Jenny in die Klinik für Pferde der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover zu fahren. Dort ist die Araberstute Teil einer Studie, in der Spezialisten bereits seit 2015 die klinische Wirksamkeit eines Vakzins gegen Schimmel-Melanome untersuchen. Wie bei den anderen Pferden der Forschungsgruppe soll die Behandlung auch bei Jenny den Hautkrebs aufhalten, für den vor allem weiße Pferde ein erhöhtes Risiko haben. Und tatsächlich: Die etwa faustgroße Wucherung an der Schweifrübe ist zwar noch zu sehen, wird aber nicht größer.

Werner Weischedel ist überglücklich, dass die Krebstherapie bei seiner geliebten Jenny anschlägt.

Jennys Kampf gegen den Krebs: das Melanom hat aufgehört zu wachsen

„Keiner kann es so richtig glauben, aber das Melanom hat aufgehört zu wachsen, es suppt nicht mehr und Jenny ist schon wieder viel beweglicher und agiler“, verkündet Werner Weischedel erleichtert gegenüber der „Frankfurter Neuen Presse“. Seit Dezember hat die 26-jährige Stute bereits drei Behandlungen bekommen. „Jetzt kann man zugucken, wie es besser wird. Selbst die Tierärzte sind verblüfft, wie schnell das Wachstum gestoppt wurde“, ist der 81-jährige Rentner voller Hoffnung. Damit Jenny hoffentlich wieder ganz gesund wird*, will der Pferdebesitzer die Krebstherapie auf jeden Fall weiterführen. „Ende Januar sind wir wieder in Hannover. Dann kann ich Jenny versprechen, dass sie erst sechs Wochen später wieder in den Transporter muss.“

Jennys Kampf gegen den Krebs: Araberstute geht es schon wieder besser

Inzwischen geht es der Araberstute schon wieder deutlich besser. Das merkt Werner Weischedel vor allem an ihrem Verhalten. „Anfangs war sie langsam und nicht sehr biegsam, jetzt dreht sie auch wieder ihren Hals nach hinten, um zu gucken, was sich in Fechenheim tut“, berichtet er glücklich. Jenny ist sogar so fit, dass sie ihren Besitzer beim Verladen manchmal versucht auszutricksen. Aber wer kann ihr das schon übel nehmen? Werner Weischedel jedenfalls nicht. Denn er weiß: Im Vergleich zu der stundenlangen Fahrt nach Hannover ist das Gras auf den Wiesen natürlich viel interessanter. Doch am Ende kann Werner Weischedel die Pferdedame immer überzeugen – damit seine Jenny noch lange durch Frankfurts Straßen wandern kann. *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Boris Roessler/dpa