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Ein Pferd bekommt einen Eimer mit Karotten (Symbolbild)

Pferde richtig und gesund ernähren

Kraft-, Feucht- oder Zusatzfutter: Das sind die Unterschiede

Unter den vielen Futterarten für Pferde findet sich für jeden Vierbeiner das Richtige. Vom zusätzlichen Energieschub über die ergänzende Mineral- und Vitaminversorgung bis hin zur Fütterung als Belohnung reichen die Möglichkeiten.

Warendorf – Mit den Futterarten für Pferde wie Kraft-, Saft- und Zusatzfutter lässt sich gerade im Winter die Ernährung der Pferde ergänzen, wie die Deutsche Reiterliche Vereinigung auf ihren Infoseiten berichtet.

Futterarten für Pferde: Welche gibt es?

Zusätzlich zum unverzichtbaren Raufutter gibt es noch weitere Arten von Pferdefutter. Sie stellen eine Ergänzung dar und müssen individuell rationiert werden. Man unterteilt sie nach ihrem Einsatz:

  • Kraftfutter
  • Feucht- bzw. Saftfutter
  • Zusatzfutter
  • Belohnung

Je mehr ein Pferd arbeitet, desto wichtiger ist die Versorgung mit geeigneten Futtermitteln über die Grundversorgung mit Raufutter hinaus. Die Tagesration dieser Futtersorten muss regelmäßig überdacht und an die aktuelle Belastung angepasst werden.

Futterarten: Mit Kraftfutter mehr Energie fürs Pferd

Kraftfutter hat vor allem ein Ziel: Kraft zu geben! Das traditionellste Kraftfutter ist der gute alte Hafer. Seit Jahrhunderten als Futterart für Pferde eingesetzt, passt er von seiner Zusammensetzung und Struktur hervorragend zu den Bedürfnissen des Pferdes. Heute finden sich im Kraftfutter weitere Getreidesorten wie Gerste oder Mais. Zu den Kraftfuttersorten zählen:

  • reines Getreide, ganz oder gequetscht beziehungsweise aufgearbeitet wie Hafer oder Mais
  • Müsli
  • Pellets
  • Häckselfutter

Müsli beinhaltet aufbereitetes Getreide, oft auch Gemüse, Obst und Grasanteile. Häckselfuttersorten wie Luzerne sind grobfaseriger und füllen den Magen besser. Pellets sind gepresste Futterstäbchen, die neben Getreide Mineralien und Zusatzstoffe enthalten.

Futterarten wie Saft- und Feuchtfutter als schmackhafte Ergänzung

Das Anfeuchten des Kraftfutters wirkt sich positiv auf die Verdaulichkeit und Verträglichkeit aus. Futtermittel wie Rübenschnitzel oder Mash machen das Futter außerdem schmackhafter. Sie sollten nicht allein, sondern in Kombination mit anderen Futtersorten zum Einsatz kommen. Saftfutter kann man ergänzend oder als Alleinfutter bei Pferden, die kein Kraftfutter erhalten, reichen. Dazu gehören Futtermittel mit einem hohen Wassergehalt wie Futterrüben, Äpfel und Karotten. Sie enthalten relativ viel Zucker und sind wie Leckerli beliebte Futtersorten zur Belohnung.

Futterarten für Pferde: Wertvolle Ergänzung für besonderen Bedarf mit Zusatzfutter

Bei den Zusatzfuttermitteln, zu denen auch die Nahrungsergänzungsmittel zählen, gibt es eine riesige Bandbreite. Sie lassen sich wie folgt einteilen:

  • Mineralfutter
  • Öle
  • Nahrungsergänzungsmittel für besonderen Bedarf
  • pflanzliche Arzneimittel und Kräuter

Mineralfutter besteht aus kleinen Pellets, die die wichtigsten Vitamine, Nährstoffe und Mineralien enthalten, die das Pferd im Durchschnitt pro Tag benötigt. Damit werden mögliche Bedarfszustände abgedeckt und Mangelzustände vermieden.

Öle wie Leinöl geben dem Pferd viel Energie. Das kann vor allem bei Leistungspferden oder im Winter nützlich sein. Der Verdauungstrakt benötigt etwas Zeit, um sich an die Ölfütterung zu gewöhnen.

Nahrungsergänzungsmittel wie Aminosäuren, Biotin, MSM oder andere Präparate sollen einen erhöhten Bedarf bei einem Pferd ausgleichen. Sie werden ebenso wie pflanzliche Arzneimittel wie beispielsweise Teufelskralle und Kräuterkuren nur vorübergehend und bei aktueller Notwendigkeit eingesetzt.

Futterarten fürs Pferd: Tagesration richtig bestimmen und überwachen

Ob Kraft-, Feucht- oder Zusatzfutter – diese Futterarten für Pferde sind ein wichtiger Beitrag zur gesunden Ernährung, wenn das Pferd einen erhöhten Energie- oder anderweitigen Bedarf hat. In Ruhephasen oder bei Übergewicht muss die Gabe unbedingt geprüft und reduziert werden. Die Größe der Tagesration wird deshalb nicht nur bei den Pferden im Stall, sondern auch im Laufe des Jahres für jedes Pferd variieren. Wichtig ist außerdem, bei großen Tagesrationen in mehreren Einzelrationen zu füttern, weil Kraftfutter den Magen belastet.

Futterarten für Pferde: Preise

Die Preisspanne der Kraft-, Feucht- und Zusatzfuttersorten ist riesig. Wichtiger als der Preis sollte die Zusammensetzung sein. Möglichst wenig Zucker und Melasse sowie ein geringer Anteil an Gerste und Mais gelten heute als empfehlenswert. Die Preise für einen 20-Kilogramm-Sack Hafer, Pellets oder Müsli liegen bei 10 bis 20 Euro. Mineralfutter und Zusatzfutter ist teurer, wird aber in geringen Mengen verfüttert.