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Leistungszucht bei Pferden – alles über die verschiedenen Zuchtverfahren

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Eine Stute und ihr Fohlen zeigen sich bei der Fohlenschau. (Symbolbild)
Die Leistung und Abstammung der Elterntiere sind für die Leistungszucht relevante Merkmale. (Symbolbild) © Frank Sorge/Imago

Die Ziele von Pferdezüchtern sind verschieden. Nicht jeder zielt auf bloßen Nachwuchs ab, manche Züchter bereiten Fohlen auf den Leistungssport vor.

Tokio – Bei den Olympischen Spielen 2021 waren Disziplinen im Pferdesport Teil des Programms. Damit die Tiere bei derartigen Turnieren Bestleistungen erbringen, wird schon früh die Basis gelegt, um den Anforderungen im Sport gerecht werden zu können.

Leistungszucht bei Pferden: Gezielte Zucht nach bestimmten Kriterien

Manche Pferdezüchter verfolgen ein bestimmtes Ziel. Nicht immer steht der bloße Nachwuchs im Vordergrund, und die Pferde müssen bestimmte Kriterien erfüllen, damit sie für die Pferdezucht brauchbar sind. Abhängig von der Art werden folgende Kriterien berücksichtigt:

Die Leistung und Abstammung sind bei der Leistungszucht von Relevanz. Diese Zuchtart wird häufig im Zusammenhang mit Turnieren genannt und zielt darauf ab, ein junges Pferd so gut wie möglich für Turniere und auf eine Karriere im Reitsport vorzubereiten.

Die Auswahl der Elterntiere erfolgt nach ihrer Leistung und unter Berücksichtigung der Leistung ihrer Vorfahren. In diesem Verfahren ist die Linienzucht üblich. Das bedeutet, die gepaarten Pferde sind näher miteinander verwandt, als es bei der Zucht der jeweiligen Pferderasse üblich ist. Damit möchten Pferdebesitzer sicherstellen, dass der Nachwuchs gute Leistungen erbringen wird.

Ein weiteres Zuchtverfahren ist die Veredlung. Pferdezüchter nehmen eine Kreuzung von zwei verschiedenen Pferderassen vor, um den Pferderassen ein eleganteres Aussehen oder einen temperamentvolleren Charakter zu verleihen.

Leistungszucht bei Pferden: Welche Risiken sind damit verbunden?

Leistungszüchter stehen aufgrund ihrer Zielsetzungen des Öfteren in der Kritik. Die Leistungszucht selbst stellt prinzipiell aber keine Gefahr dar. Ein größeres Risiko besteht bei der Linienzucht, da die verpaarten Pferde oft enger miteinander verwandt sind. An den Folgen der Inzucht kann unter Umständen der Nachwuchs leiden.

Zu diesen Folgen gehört eine verschlechterte Leistungsbereitschaft. Außerdem leiden Inzucht-Pferde nicht selten an genetischen Defekten. Mit zunehmender Inzucht zeigen sich innerhalb einer Linie Verhaltensstörungen, verschlechterte Fruchtbarkeit oder Wachstumsstörungen. Diese Folgen sind nicht unmittelbar auffällig, sondern werden nach und nach bei Aufzuchten deutlich (rezessiver Erbgang). Dadurch erhöht sich die Wahrscheinlichkeit auf Inzucht-Erkrankungen mit jedem neugeborenen Fohlen.

Leistungszucht bei Pferden: Was Pferdebesitzer beachten müssen

Die Vorgehensweise einer Pferdezucht ist jedem Züchter bekannt. Hürden zeigen sich bei der Bürokratie und in wirtschaftlichen Faktoren. Vor allem die finanzielle Last ist nicht zu unterschätzen.

Die Besitzer müssen Mitglied in einem Zuchtverein werden und ihre Tiere registrieren. Hengste werden dabei genauestens untersucht, denn sie können mehr Nachwuchs erzeugen als eine Stute. Um die Zuchtpopulation zu verbessern, werden die männlichen Pferde genauer auf ihre Gesundheit überprüft.

Eine Genehmigung für eine Zucht benötigen Pferdebesitzer nicht. Wer sein Vorhaben jedoch gewerblich betreiben möchte, der benötigt eine Genehmigung vom zuständigen Veterinäramt. Sofern Unsicherheiten bezüglich der Notwendigkeit einer Anmeldung bestehen, können Fragen über das Amt geklärt werden.

Vor allem Leistungszüchter müssen sich der hohen Kosten bewusst sein. Pferde, die bereits gute Leistungen erbracht haben, sind teurer als das Durchschnittspferd. Außerdem fallen weitere Kosten bezüglich Unterhalt und Pflege an. Neben den wirtschaftlichen Aspekten kostet eine Pferdezucht auch viel Zeit, und nicht zuletzt ist womöglich Personal notwendig, das wiederum Geld kostet.

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