+
Bei der Mondblindheit kann es zu einer Eintrübung des Auges kommen. (Symbolbild)

Häufige Augenerkrankung

Mondblindheit beim Pferd: Das hat der Augenausfluss zu bedeuten

Die Krankheit Mondblindheit tritt bei Pferden meist in periodischen Abständen auf. Heute gibt es Behandlungen, die eine vollständige Heilung ermöglichen.

Zürich – Auf seiner Homepage veröffentlicht das Tierspital, Departement für Pferde, der Universität Zürich neue Untersuchungen über die Krankheit Mondblindheit. In diesem Artikel weisen die Wissenschaftler darauf hin, dass zwischen acht bis zehn Prozent aller Pferde von dieser Augenerkrankung betroffen sind.

Mondblindheit beim Pferd: Das hat der Augenausfluss zu bedeuten

Mondblindheit ist die heute noch gebräuchliche, aus der Antike stammende Bezeichnung einer bei Pferden in wiederkehrenden Abständen auftretenden Entzündung der Augen. Diesem Begriff liegt die Annahme zugrunde, dass die periodische Augenerkrankung in Zusammenhang mit dem Mondzyklus steht. Der medizinische Fachausdruck für diese Krankheit lautet rezidivierende Uveitis. Die Ursachen für die Erkrankung sind wissenschaftlich nicht bis ins Letzte geklärt. Es herrscht jedoch weitgehende Übereinstimmung, dass es sich grundsätzlich um eine Krankheit handelt, deren Entstehung von einer Schwäche des Immunsystems sowie einer genetischen Veranlagung begünstigt wird.

Darüber hinaus wurde nachgewiesen, dass auch die Bakterien Leptospiren an der Entwicklung dieses Krankheitsbildes beteiligt sind. Mäuse und Ratten tragen die Bakterien in sich, die Nager scheiden sie mit ihrem Urin aus. Pferde nehmen diese Erreger über verunreinigtes Heu auf. Dabei gelangen die Krankheitserreger in die Blutbahn der Tiere. Dort können sie sich über viele Jahre aufhalten, ohne dass es zu einem Ausbruch der Krankheit kommt. Erst, wenn sie sich im Glaskörper des Auges verbreiten, treten die typischen Symptome der Mondblindheit auf.

Pferde untereinander können sich nicht mit der Mondblindheit anstecken. Aus diesem Grund können Besitzer ihre Tiere unbesorgt in einem Stall oder sogar einer Box halten, in der sich auch von der Krankheit betroffene Pferde befinden.

Mondblindheit beim Pferd: Die Symptome der Krankheit

Die Mondblindheit löst verschiedene Entzündungen im Bereich des Auges aus. Im Einzelnen können die folgenden Symptome auftreten:

  • geschwollene und heiße Augenlider
  • häufiges Blinzeln oder Zusammenkneifen der Augen
  • gesteigerte Lichtempfindlichkeit
  • anhaltender Tränenfluss
  • Rötung der Bindehaut
  • Eintrübung des Auges beziehungsweise der Hornhaut

Erfolgt trotz dieser Symptome keine erfolgreiche Behandlung der Mondblindheit oder bleibt die Krankheit unerkannt, entwickeln sich in vielen Fällen diese schwerwiegenden Beeinträchtigungen:

  • Degeneration der Hornhaut
  • Schrumpfen des Auges
  • Trübung des Glaskörpers

Es kann schließlich auch zu einer Erblindung des Tieres kommen.

Mondblindheit beim Pferd: Auftreten in Schüben und Behandlung der Krankheit

Die Erkrankung tritt typischerweise in Schüben auf. Dabei reicht die Bandbreite von ein bis zwei Entzündungen im Jahr bis hin zu monatlichen oder chronischen Beschwerden. Bei vielen betroffenen Pferden werden die Intervalle im zeitlichen Verlauf der Krankheit zunehmend kürzer.

Die Wahl der Therapie hängt von der Häufigkeit des Auftretens und der Schwere der Symptome ab. Im Anfangsstadium mit nur leichten Beschwerden und zwei Schüben im Jahr erweist sich eine Behandlung mit steroidhaltigen Augentropfen oder -salben als erfolgversprechend. Häufig wird diese Therapie durch die Verabreichung von entzündungshemmenden Medikamenten ergänzt.

Pferde, bei denen die Mondblindheit dreimal oder öfter im Jahr Symptome auslöst, benötigen in der Regel eine intensivere Behandlung. Tierärzte entfernen in einer Operation den Glaskörper. Dies erfolgt durch eine Vitrektomie mit anschließendem Auffüllen des entstandenen Hohlraums mit einer Ersatzflüssigkeit. Die Erfolgsaussichten dieser Operation sind gut. Meist heilt das Auge vollständig aus und die Sehkraft wird vollständig wiederhergestellt. In Einzelfällen erleiden Pferde dennoch erneute Schübe der Mondblindheit. Diese lassen sich dann mit Entzündungshemmern behandeln.

Um eine wirksame Therapie zu ermöglichen und dem Pferd unnötiges Leiden zu ersparen, sollten Tierbesitzer in jedem Fall rechtzeitig ärztliche Hilfe für ihren Vierbeiner in Anspruch nehmen.