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Nägel in Gamaschen! Weltreiterverband (FEI) sperrt Springreiter wegen „Zuckis“

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Von: Sina Lück

Auf einem Turnier benutzt ein britischer Springreiter Gamaschen mit Nägeln – auch bekannt als „Zuckis“. Der Weltreiterverband (FEI) verhängt dafür nun jahrelange Sperre.

Abu Dhabi (UAE) – In einem Fall von Pferdemissbrauch mit präparierten Gamaschen hat der Weltreiterverband (FEI) nun endgültig sein Urteil gefällt. Schauplatz des Geschehens war das Drei-Sterne-Springturnier in Abu Dhabi vom 23. bis 26. Februar 2021. Der Brite Esam Zbibi ist auf dem Abreiteplatz unterwegs, als einem Steward auffällt, dass sein Pferd HH Sigma mit den Hinterbeinen extrem hoch springt. Daraufhin bittet er den Chef-Steward, die Gamaschen des Wallachs zu kontrollieren.

Das Fotos zeigt ein Pferd von hinten über dem Sprung in einem Parcours. An den Hinterbeinen trägt es Gamaschen. (Symbolfoto)
Weil ein Pferd extrem hoch mit den Hinterbeinen springt, kontrolliert der Chef-Steward die Gamaschen – und findet Nägel darin. (Symbolfoto) © T-F-Foto/Imago

Nägel in Gamaschen! Dachverband sperrt Springreiter wegen „Zuckis“

Doch der Pfleger des Pferdes, Hicham Gharib, kommt ihm zuvor: Er entfernt die Gamaschen an der Hinterhand und wirft sie vom Abreiteplatz. Als der Chef-Steward sie findet, entdeckt er darin Nägel und Spuren von Blut. Die sogenannten „Zuckis“ sind als Ausrüstung im Pferdesport verboten. Für das Tribunal des Weltreiterverbands steht daher nun fest: Esam Zbibi darf vier Jahre lang nicht auf Turnieren starten. Neben der Sperre muss der Springreiter auch eine Geldstrafe in Höhe von 10.000 Schweizer Franken zahlen. Wegen der missbräuchlichen Nutzung der Gamaschen muss er außerdem für die Verfahrenskosten von 2.000 Schweizer Franken aufkommen.

Nägel in Gamaschen! Auch der Pfleger des Pferdes ist gesperrt

Auch für Hicham Gharib hat der Vorfall Konsequenzen. Seine Rolle bei dem Missbrauch betitelt der Weltreiterverband als „support personnel“ – zu Deutsch „unterstützendes Personal“. Daher ist der Pferdepfleger nun ebenfalls ein Jahr lang für Turnierstarts* gesperrt. Aufgrund seines Verhaltens hat das FEI-Tribunal zusätzlich eine Strafe von 5.000 Schweizer Franken und die Kosten des Verfahrens in Höhe von 2.000 Schweizer Franken gegen ihn verhängt. *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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