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Die Osteopathin streckt das Vorderbein eines Pferdes. (Symbolbild)

Pferdegesundheit unterstützen

Osteopathie für Pferde: Zusammenhänge, Bewegung und Stresspunktmassage

Die Osteopathie für Pferde beschäftigt sich mit der Gesundheit des Bewegungsapparates. Das Lösen von Blockaden und die Stresspunktmassage haben großen Nutzen für die Pferde.

München – Bei unklaren Problemen mit der Beweglichkeit bei Pferden sind eine osteopathische Untersuchung und Behandlung empfehlenswert. Viele Pferde profitieren von einer Behandlung und den empfohlenen Übungen.

Osteopathie für Pferde: Zusammenhänge, Bewegung und Stresspunktmassage

Die Osteopathie ist eine ganzheitliche, manuelle Therapieform. Behandelt wird das Pferd allein mit den Händen. Die Osteopathie begründet sich auf dem Wissen, dass alle Teile des Körpers zusammenarbeiten, um die Funktionen und Leistungen zu ermöglichen. Auch wenn der Bewegungsapparat mit Knochen, Gelenken, Sehnen und Muskeln im Mittelpunkt der Behandlung steht, hat die durch die Behandlung veränderte Biomechanik positive Auswirkungen auf den ganzen Organismus, einschließlich Herz-Kreislauf-System, Atmung, Nerven und Verdauung.

In der Humanmedizin ist die Osteopathie seit Jahren anerkannt. Ihre Wirksamkeit gilt als nachgewiesen. Entscheidend ist aber, einen gut ausgebildeten, erfahrenen Spezialisten ans Pferd zu holen.

Pferde-Osteopathie – mehr als nur Stresspunktmassage

Gelenkprobleme, Fehlstellungen, suboptimal bearbeitete Hufe, unbehandelte Zähne – all das sind Faktoren, die sich auf den gesamten Bewegungsapparat auswirken können. Viele Reiter bemerken dies erst, wenn das Pferd beim Reiten deutlich seinen Unwillen ausdrückt, zum Beispiel durch Kopfschlagen, Buckeln oder Durchgehen.

In der Osteopathie am Pferd werden Blockaden durch eine manuelle Untersuchung erkannt und im Folgenden gelöst. Das Ziel ist, das Pferd auf einen gesunden, natürlichen Zustand zurückzuführen und diesen zu festigen. Was von außen betrachtet wie eine Massage wirkt, aktiviert die Selbstheilungskräfte des Vierbeiners.

Osteopathie beim Pferd: Kosten und Nutzen im Überblick

So mancher Reiter hat den Nutzen der Osteopathie bereits erlebt und die Behandlung deshalb, ähnlich wie Impfung, Entwurmung und Zahnarzt, fest im Jahresplan verankert. Empfehlenswert ist der Besuch des Spezialisten beispielsweise unter den folgenden Voraussetzungen:

  • Verspannung am Rücken oder Hals
  • Abwehrverhalten beim Reiten
  • nach einem Unfall mit Sturz des Pferdes
  • im Anschluss an eine längere Lahmheit, da es zu Kompensationsbelastungen kommt
  • vor dem Anreiten, um vorhandene Blockaden auszuschließen
  • Taktverlust in einer oder mehreren Gangarten
  • „verlorene“ Gangarten (Pferd galoppiert nicht an, obwohl es nicht lahmt)
  • Probleme beim Stellen und Biegen
  • schief getragener Schweif
  • einseitig kurzes Schreiten mit der Hinterhand im Schritt

Viele dieser Probleme sind osteopathisch behandelbar. Der Nutzen zeigt sich meist nach ein bis zwei Behandlungen. Die Kosten liegen im Schnitt bei 50 bis 200 Euro pro Besuch.

Osteopathie beim Pferd: Empfehlenswerte Häufigkeit

Die Frage, wie oft pro Jahr eine osteopathische Behandlung notwendig ist, hängt von den individuellen Faktoren ab. Reiter, die ihren Pferden im Sport große Leistungen abverlangen, lassen sie nicht selten alle drei Monate durchchecken und behandeln. Diese kurzen Intervalle können auch sinnvoll sein, wenn ein Pferd wiederkehrende Probleme hat, die aufgrund einer anderen Erkrankung auftreten. Für sonst gesunde Vierbeiner ist ein jährlicher Check oder die Behandlung aufgrund einer speziellen Situation die richtige Wahl.

Pferde-Osteopathie: Mit täglichen Übungen ergänzen

Mit den folgenden Übungen können Reiter im Alltag ihre Pferde gesundheitlich unterstützen:

  • Dehnung des Halses (Karottenübung): Das Pferd steht still im Rechteck. Mit Karottenstückchen oder Leckerli wird das Pferd dazu animiert, Karottenstückchen aus der Hand zu nehmen. Die werden einmal auf Höhe des vorderen Ellenbogens und ein weiteres Mal auf Höhe der Hüfte gehalten. Beide Seiten müssen gleichmäßig aktiviert werden.
  • Aufwölben des Rückens: Durch Aktivierung eines Reflexpunktes am Bauch wird der Rücken animiert, sich nach oben zu wölben. Das dehnt die Rückenmuskulatur und entlastet die Wirbelsäule.
  • Schweifziehen: Der Schweif wird vorsichtig gerade nach hinten gezogen. Viele Pferde ziehen regelrecht dagegen und genießen diese Dehnung der gesamten Wirbelsäule.

Im besten Fall werden die Übungen vor der Anwendung mit dem betreuenden Osteopathen abgesprochen und gemeinsam geübt.