Füttern verboten

Fremdes Pferd gefüttert: Frau meint es gut, aber begeht eine Straftat

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Eine 67-Jährige füttert ein fremdes Pferd, weil es traurig und dünn aussieht. Auch als die Besitzerin es ihr verbietet. Ein Streit, der bis vor das Gericht führt, entfacht.

Yorkshire (Großbritannien) – „Ich sehe niemanden, der sich um ihn kümmert und ich möchte einfach nicht, dass er verhungert“, berichtet Margaret Porter gegenüber „Manchester Evening News“. Die Kälte, der Schnee und der gefrorene Boden schüren ihre Ängste um das Tier noch weiter. Dies aber völlig unbegründet, wie ein britischer Tierschutzbeauftragter feststellt.

Fremdes Pferd gefüttert: Frau meint es gut, aber begeht eine Straftat

„Er sieht so traurig und dünn aus und ich habe noch nie einen Besitzer bei ihm gesehen, obwohl ich sechs bis sieben Mal am Tag zu ihm fahre.“ Das am Zaun hängende Schild, mit der Aufschrift „Füttern verboten“, ignoriert Margaret Porter und beginnt das Pferd mit Möhren zu versorgen. „Ich will nur nicht, dass er verhungert“, erklärt die 67-Jährige. Ihre Sorge ist allerdings unbegründet. Nelson, der ein ehemaliges Rennpferd ist, wird regelmäßig von seiner Besitzerin Suzanne Cooke versorgt.

Oft ist es gut gemeint, wenn Passanten Pferde füttern, aber für die Tiere kann das auch böse ausgehen. (Symbolbild)

Fremdes Pferd gefüttert: große Sorge bei Pferdebesitzerin

Dass irgendjemand ihr Pferd heimlich füttert, bemerkt Suzanne Cooke an den vielen Möhrenstücken auf dem Boden des Paddocks. Schnell findet sie heraus, dass es Margaret Porter ist und weist sie auf ein Schild am Zaun hin, auf dem „Füttern verboten“ steht. Doch die selbsternannte Tierretterin versorgt das in ihren Augen verwahrloste Tier weiter. Und das zur großen Sorge der Besitzerin. Denn sie befürchtet, dass ihr Pferd durch die Fütterung krank wird und sucht nochmals den Kontakt zu Margaret Porter: „Ist Ihnen klar, was sie da machen? Sie könnten mein Pferd vergiften, es kann krank werden und eine Kolik bekommen.“

Fremdes Pferd gefüttert: Tierschutz gibt Entwarnung

Doch Margaret Porter ist sich sicher – dem Pferd muss geholfen werden und ruft beim örtlichen Tierschutzverein an. Daraufhin fährt ein „RSPCA“-Inspektor zu Nelson und fällt sein Urteil: Dem Tier geht es gut. Margarete Porter ist nach wie vor anderer Meinung und füttert Nelson weiter. Die Pferdebesitzerin sieht keinen anderen Ausweg mehr und ruft bei der Polizei an. Dort erfährt sie, dass den Beamten die Geschichte bereits bekannt ist. Margaret Porter rief bereits mehrfach bei Gemeinderatsmitglied Trevor Howe an: „Sie muss mindestens zehnmal wegen Nelson angerufen haben. Und wiederholte immer, dass er unterernährt ist. Aber ich habe keine Bedenken bezüglich des Pferdes“, erzählt er Suzanne Cooke.

Fremdes Pferd gefüttert: „Ihr Verhalten war unvernünftig“

Suzanne Cooke fasst schließlich den Entschluss Margaret Porter anzuzeigen. Der Fall landet vor Gericht und Margaret Porter wird schuldig gesprochen. „In erster Linie kann ihr Verhalten als lobenswert angesehen werden, da sie wirklich glaubte, die Vernachlässigung des Pferdes verhindern zu wollen. Bis Tierschützer und die Polizei ihr gesagt haben, dass es dem Pferd gut geht. Danach war ihr Verhalten unvernünftig“, sagt Richterin Hilary Fairwood in ihrem Urteil. Die 67-Jährige darf nun das fremde Pferd weder füttern noch stören. Und auch Nelsons Besitzerin muss sie in Ruhe lassen. *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Frank Sorge/Imago