Tragischer Unfall

Pferd nach Sturz eingeschläfert – Tierschützer fordern Ende von Springturnieren

  • schließen

Beim Maimarkt-Turnier in Mannheim stürzt das Pferd PB Maserati so unglücklich, dass es später eingeschläfert werden muss. Nach dem Unfall üben Tierschützer scharfe Kritik an der Veranstaltung.

Mannheim (Baden-Württemberg) – Es sind schmerzliche Erinnerungen beim Gedanken an das internationale Mannheimer Maimarkt-Turnier 2022. Denn die Veranstaltung wird von einem tragischen Unfall überschattet, der sich am Montagnachmittag (9. Mai) im Hauptspringen ereignet hat. Rund 50 Reiter sind in dem Hauptspringen, das als zweite Qualifikation zum Großen Preis zählt, gemeldet. Pia Reich geht als Fünfte mit ihrem Pferd PB Maserati an den Start. Doch an einem Hindernis im Parcours stürzt der 10-jährige Wallach plötzlich zu Boden.

Beim Maimarkt-Turnier in Mannheim kam es zu einem tödlichen Sturz im Parcours. (Symbolbild)

Pferd nach Sturz eingeschläfert – Tierschützer fordern Ende von Springturnieren

Sofort kümmern sich Chef-Veterinär Prof. Dr. Kuno von Plocki und sein Team um das verletzte Pferd, das nach einer Injektion selbstständig in den hydraulisch absenkbaren Veterinär-Transporter geht. Nach dem Röntgen steht die niederschmetternde Diagnose fest: ein Trümmerbruch am Ellbogen des Vorderbeins. „Die Verletzung war nicht behandelbar und das Pferd leider nicht zu retten, sodass es nach Rücksprache mit Besitzer und Reiterin eingeschläfert wurde, um ihm Schmerzen und Leiden zu ersparen“, teilt Prof. von Plocki die traurige Nachricht mit.

Über den Tod ihres vierbeinigen Partners äußert sich Pia Reich zutiefst geschockt: „Ich bin am Boden zerstört. Als Reiterin ist es für mich das Schlimmste, mein Pferd PB Maserati auf diese Weise zu verlieren. Er war seit vielen Jahren mein Partner und mein Freund. Wir werden ihn alle unendlich vermissen, aber ich bin dankbar für die Zeit, die wir gemeinsam hatten. Uns bleibt die Erinnerung an diese tolle Persönlichkeit.“ Pferde in einem Krematorium einäschern zu lassen, kann den Abschied nach ihrem Tod erleichtern.

Pferd nach Sturz eingeschläfert – „Misshandlung von Pferden muss ein Ende finden“

Nach dem tödlichen Unfall übt die Tierrechtsorganisation Peta scharfe Kritik an den Veranstaltern und den Teilnehmern des Maimarkt-Turniers. „Bei dem Vorfall handelt es sich nicht um einen traurigen Einzelfall, sondern um eine der häufigsten Todesursachen bei Hochleistungsturnieren. Der tödliche Sturz zeigt nur einmal mehr, dass Pferde nicht als Sportgeräte missbraucht und wegen Prestige und Preisgeldern über Hindernisse gejagt werden dürfen. Die Misshandlung von Pferden im sogenannten Pferdesport muss endlich ein Ende finden“, betont Peta-Fachreferentin Jana Hoger. Die Tierschützer appellieren daher an die Veranstalter und Beteiligten, künftig keine Springturniere mehr durchzuführen. Nach einem Vorfall bei den Olympischen Spielen in Tokio findet der Moderne Fünfkampf künftig ohne Springreiten statt.

Turnierchef Paul Hofmann erklärt: „Für uns als Veranstalter und alle Beteiligten steht das Wohl der Pferde an erster Stelle. Die Sicherheit von Mensch und Tier im Pferdesport ist unserer oberstes Gebot. Die Parcours und Hindernisse werden stets mit dem Ziel gestaltet, Unfälle und jegliche Verletzungen zu verhindern. Trotzdem kann es nie eine einhundertprozentige Sicherheit geben.“

Rubriklistenbild: © Frank Sorge/Imago