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Pferd in Weidetor eingeklemmt: Feuerwehr meistert komplizierte Rettung

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Von: Lara-Sabrina Kiehl

Der freiwillige Sprung eines Pferdes über ein Weidetor endet mit einem Feuerwehreinsatz. Mit beiden Hinterbeinen verfängt es sich zwischen den Metallstreben.

Rheurdt (Nordrhein-Westfalen) – Am Montagmorgen um 8.45 Uhr schlägt es bei der Feuerwehr der Gemeinde Rheurdt Alarm. Ein Notruf, für den sie an diesem Tag etwa 70 Minuten im Einsatz sein werden. Doch das weiß die Mannschaft zu dem Zeitpunkt noch nicht. Mit neun Feuerwehrleuten rücken sie aus und unter ihnen eine Pferdekennerin – zum Glück. Denn Einfühlungsvermögen für ein Pferd ist bei diesem Einsatz besonders gefragt.

Pferd in Weidetor eingeklemmt: Feuerwehr meistert komplizierte Rettung

Bevor bei der Feuerwehr der Notruf eingeht, beobachtet eine Reiterin, wie ein Pferd davon läuft und über ein Weidetor springt. Doch auf der gegenüberliegenden Seite kommt es nicht heile an. Es verfängt sich in einem Metalltor und stürzt zu Boden. Sofort eilen die Reiterin und andere Helfer zu dem Pferd.

Doch was sie sehen, würde jeden Pferdemenschen zutiefst erschüttern und in Angst versetzen. Angst um das Leben des Tieres. Denn es hängt mit beiden Beinen in den Streben des völlig verbogenen Tores fest. Trotz der angespannten Situation heißt es jetzt das Pferd zu beruhigen, selber einen kühlen Kopf zu bewahren und Hilfe zu holen. Denn eines steht für die Reiter fest: Alleine können sie das Pferd nicht befreien. Also alarmieren sie eine Tierärztin und die Feuerwehr. Auch als eine Friesenstute auf der Autobahn durch das Dach eines Pferdeanhängers bricht, muss die Feuerwehr ausrücken.

Die Feuerwehr schneidet das Weidetor, in dem die Hinterbeine eines Pferdes feststecken, auf.
Mit einer Rettungsschere durchtrennen die Einsatzkräfte die Streben vom Weidetor. © Facebook (Freiwillige Feuerwehr Rheurdt)

Pferd in Weidetor eingeklemmt: gemeinsame Rettungsaktion beginnt

Nachdem der Notruf die Feuerwehr erreicht, dauert es nicht lange, bis die Einsatzkräfte vor Ort sind. Dort angekommen sichern sie zunächst die Hinterläufe des Tieres und statten die Reiterinnen mit Feuerwehrhelmen aus, um sie vor möglichen Tritten zu schützen. Außerdem kühlen sie das gestresste Pferd und bereiten die technische Rettung vor. Mit der Befreiung warten sie noch auf die Tierärztin. Zu groß ist die Gefahr, dass sich das Pferd die Beine bricht oder zur Gefahr für die Hilfskräfte wird. Zur Rettung sediert werden musste auch ein blindes Pferd, dass auf der Weide in Panik geraten ist und in einen Löschteich gefallen ist.

Pferd in Weidetor eingeklemmt: Dank Schutzengel keine schweren Verletzungen

Nachdem die Tierärztin das Pferd sediert hat und sich ein erstes Bild vom Gesundheitszustand machen konnte, beginnen die Einsatzkräfte mit ihrer Arbeit. Was zu tun ist, wissen sie genau, schließlich hat die Gruppe schon Erfahrung in der Rettung von Großtieren. In acht Schnitten durchtrennen sie mit einer Rettungsschere die Metallstreben. Dank Ruhe und Besonnenheit der Hilfskräfte können die Hinterbeine des Pferdes ohne schwere Verletzungen befreit werden. Die weitere Versorgung des augenscheinlich nicht schlimm verletzten Pferdes übernimmt von da an die Tierärztin, berichtet die Freiwillige Feuerwehr Rheurdt erleichtert auf Facebook.

Grund zur Erleichterung und Freude gibt auch ein Kommentar unter dem Post, in dem berichtet wird, dass das Pferd wieder gut aufgestanden ist und verhältnismäßig ruhig und fast unverletzt in der Box steht. „Das hätte so böse ausgehen können. Was ein Glück, dass nichts gebrochen ist“, heißt es in einem Folgekommentar. Und ja, das Pferd muss wirklich einen Schutzengel gehabt haben.

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