1. Landtiere.de
  2. Pferde

Pferdedecken: Fünf Mythen ums Eindecken – was stimmt und was nicht

Erstellt:

Von: Lara-Sabrina Kiehl

Ob Pferde eingedeckt werden sollten, wird immer wieder unter Reitern diskutiert. Aber welche Argumente sind Fakt und welche sind Fake?

München – Die Decken-Frage spaltet Gemüter in vielen Pferdeställen. So sind einige der Meinung Pferde brauchen eine Decke und die anderen sind sich sicher, dass Pferde keine Decke benötigen. Die Argumente, die bei dieser Diskussion aufkommen, sind vielseitig. Nur stimmen längst nicht alle, die so mancher Reiter schon im Stall gehört hat.

Pferdedecken: Fünf Mythen ums Eindecken – was stimmt und was nicht

Eine Decke ersetzt das Putzen: Fake. Pferde, die eine Decke tragen, können sich auf dem Paddock nicht mehr so dreckig machen. Das kann schnell dazu verleiten auf das Putzen zu verzichten. Aber das sollten Reiter besser nicht. Denn die Decke verhindert die natürliche Haut- und Fellpflege des Pferdes, die es normalerweise mit dem Wälzen erledigt.

Zwei Pferde stehen draußen im Schnee und sind eingedeckt. (Symbolbild)
Ob ein Pferd eine Decke benötigt hängt von vielen Faktoren ab. (Symbolbild) © Galoppfoto/Imago

Pferdedecken: Auch eingedeckte Pferde müssen warm geritten werden

Eine Decke ersetzt das Warmreiten: Fake. Trotz einer Decke sollte auf eine Aufwärmphase nicht verzichtet werden. Denn eine Decke wärmt nur die äußere Schicht und nicht die Muskeln. Erst durch Bewegung wird die Muskulatur verstärkt durchblutet und dadurch erwärmt. Ähnlich ist es bei Sehnen, Bändern und Gelenken, die erst durch Bewegung für das Training optimal vorbereitet werden.

Pferdedecken: Wenn es schneit, ist eine Decke kein Muss

Bei Schnee muss eine Pferdedecke sein: Fake. In der Regel muss eine Decke bei Schnee nicht unbedingt aufgelegt werden. Bei dichtem Winterfell bleibt der Schnee auf dem Fell liegen und sorgt dort für eine extra Isolation. Allerdings sieht es bei Regen anders aus. Hier verringert sich die isolierende Wirkung des Fells und die Pferde frieren schneller. Vor allem bei regnerischen und windigen Tagen benötigen Pferde deswegen Schutz. Eine wasserdichte Decke kann an solchen Tagen vor allem auch älteren Pferden sehr helfen.

Pferdedecken: Können natürliche Schutzfunktionen beeinträchtigen

Eine Pferdedecke stört natürliche Schutzfunktionen: Fakt. Pferde haben ein anderes Kälteempfinden als wir Menschen. Während uns schon bei niedrigen Temperaturen im Plusbereich kalt wird, können Pferde mit Temperaturen von bis zu minus 25 Grad in der Regel gut auskommen. Sind sie aber ans Eindecken gewöhnt, verlieren sie die Fähigkeit der Thermoregulation nach und nach und werden dadurch kälteempfindlicher. Außerdem verhindern Decken eine optimale Luftzufuhr und beeinträchtigen so den Feuchtigkeitsaustausch an der Haut und damit auch ihre Barrierefunktion. Deswegen können Decken die Entstehung von Hautpilzerkrankungen begünstigen.

Pferdedecken: Wie sinnvoll das Eindecken ist, sollte individuell entschieden werden

Pferdedecken sind überflüssig: Diese Aussage lässt sich nicht eindeutig einem Fakt oder Fake zuordnen. Denn jedes Pferd ist stets individuell zu betrachten. Ebenso auch die jeweiligen Umstände. In der Regel können die meisten Pferde bei uns sehr gut ohne Decke überwintern. Dennoch sind aber die einen etwas empfindlicher während die anderen etwas robuster sind. Das ist aber längst nicht nur eine Frage der Rasse, sondern durchaus auch des individuellen Bedürfnisses. Bei dünnem Winterfell sind Decken bei Minusgraden aber immer sinnvoll. Und auch ältere Pferde oder gesundheitlich angeschlagene Tiere können von einer Decke profitieren. Vorsicht ist auch bei Jungtieren geboten, bei denen das Fell noch nicht ausgereift ist. *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Auch interessant