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An heißen Tagen kann das Abspritzen mit einem Wasserschlauch Abkühlung verschaffen. Man sollte immer an den Beinen beginnen. (Symbolbild)

Erhitzung wirksam verhindern

Pferde und Hitze: Wichtige Tipps für heiße Sommertage

Der Klimawandel bringt mehr Tage im Jahr mit großer Hitze, die eine große Belastung für Pferde darstellt. Halter können gesundheitlichen Problemen auf einfache Weise vorbeugen.

Guelph (Kanada) – Am 30. Juli 2020 wurde eine Studie der University of Guelph veröffentlicht, die sich mit der Auswirkung von Hitze auf die Gesundheit von Pferden beschäftigte. Die Untersuchung zeigte, dass Pferde deutlich schneller unter einer Überhitzung leiden als Menschen und lebensbedrohliche Beschwerden entwickeln können. Aus diesem Grund sollten Pferdehalter an heißen Tagen verschiedene Verhaltensregeln unbedingt beachten.

Pferde und Hitze: So reagieren Pferde auf hohe Temperaturen

Bei Hitze zeigen Pferde schwere gesundheitliche Beeinträchtigungen. Durch starkes Schwitzen kommt es zu einem erheblichen Rückgang lebenswichtiger Elektrolyte. Als Folge treten diese Beschwerden auf:

  • Herzrhythmusstörungen
  • Nervenleiden
  • Muskelkrämpfe

Neben einem akuten Elektrolytmangel kann es auch zu den folgenden Symptomen kommen:

  • Koliken
  • Zusammenbruch des Kreislaufs
  • Nierenversagen

Darüber hinaus kann als Folge einer Überhitzung in einigen Fällen auch Durchfall auftreten. Außerdem bekommen Pferde, die längere Zeit einer starken UV-Strahlung ausgesetzt sind, Sonnenbrand. Um dies zu verhindern, sollten auf der Koppel hohe Bäume oder Unterstände vorhanden sein, die Schatten bieten.

Pferde und Hitze: Reiten und Bewegen von Pferden bei sehr warmem Wetter

Bereits ein 20-minütiges Reiten bei Außentemperaturen von mehr als 25 Grad kann zu einer Überhitzung des Pferdes führen. Die Körpertemperatur des Vierbeiners steigt dann deutlich über die normalen 37 bis 38 Grad an. Ab 3 Grad erhöhter Temperatur können lebensgefährliche Komplikationen eintreten. In der Regel schwitzen Pferde bei Bewegung stark, doch bei schwüler Hitze führt dies kaum zu Abkühlung: Der Schweiß kann nicht in ausreichendem Maße verdunsten.

Pferde und Hitze: Der angemessene Schutz von Pferden

Grundsätzlich sollten Pferde an heißen Tagen bevorzugt in den frühen Morgen- oder späten Abendstunden bewegt werden. Außerdem sollte auf ein sehr anspruchsvolles beziehungsweise intensives Trainingsprogramm verzichtet werden.

Wer Pferde bei Hitze reitet, longiert oder auf andere Weise bewegt, sollte sicherstellen, dass der Elektrolythaushalt im Gleichgewicht bleibt. Bei starkem Schwitzen ist zu diesem Zweck eine Elektrolytlösung zu verabreichen. Darüber hinaus müssen Pferde ausreichend mit Wasser versorgt werden. Idealerweise steht ihnen eine jederzeit gefüllte, gut erreichbare Tränke mit frischem, sauberem Trinkwasser zur Verfügung.

Eine dichte Mähne trägt zur Erhitzung von Pferden bei. Um dies zu vermeiden, empfiehlt sich das Einflechten der Haare. Vierbeiner mit sehr dichtem Fell leiden besonders stark unter Hitze. Sie profitieren davon, wenn sie zu Beginn des Sommers geschoren werden.

Pferde und Hitze: So funktioniert das Abkühlen von Pferden

Wenn das Pferd dennoch Anzeichen von Überhitzung zeigt, ist für sofortige Abkühlung zu sorgen. Dafür muss das Pferd in den Schatten geführt werden, um nicht mehr unmittelbar der Hitze ausgesetzt zu sein. Mit lauwarmem Wasser, das aus einem Eimer vorsichtig über den Rücken des Pferdes gegossen wird, gelingt eine deutliche Abkühlung von mehreren Grad Körpertemperatur in kurzer Zeit. Alternativ können Pferdehalter ihre Vierbeiner auch mit einem Schlauch abspritzen, allerdings nur mit einem weichen Strahl. Dabei sollte das Wasser mit einem Schweißmesser abgezogen werden. Auf keinen Fall ist kaltes Wasser zu verwenden. Dies kann zu einem Schock und einer massiven Belastung des Kreislaufs führen.

Nach einer schweren Überhitzung sollte man dem Pferd ein oder zwei Tage ohne Reiten an einem schattigen Platz gönnen. So kann es regenerieren, und der Kreislauf hat Zeit, sich von den überstandenen Strapazen zu erholen.