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Zu Beginn der Weidesaison sollten Pferde langsam an das frische Gras gewöhnt werden, um das Risiko einer Kolik zu minimieren. (Symbolbild)

Häufige Krankheit der Vierbeiner

Kolik bei Pferden: Ursachen, Symptome, Notfalltipps und Behandlung

Koliken gehören zu den häufigsten Krankheiten bei Pferden. Alle Infos zu Ursachen, Symptomen und der richtigen Behandlung.

Aschheim – Die Tierklinik informiert über die Ursachen und Symptome einer Kolik bei Pferden und hebt insbesondere den Zusammenhang mit der Weidesaison hervor.

Kolik bei Pferden: Was sind die Ursachen und Symptome?

Pferde können ihre Schmerzen bei einer Kolik nicht kommunizieren und Halter müssen auf äußere Alarmsignale achten. Die Kolik ist ein Oberbegriff für Bauchschmerzen beim Pferd. Die Ursachen sind unterschiedlich. Beispielsweise können falsches Futter, eine zu schnelle Futterumstellung oder zu wenig Bewegung zu einer Kolik führen. Begünstigt werden die Auslöser durch Stressfaktoren wie einen Stallwechsel oder Aufregung.

Pferde sind für Koliken leicht anfällig. Die Ursachen hängen nicht immer direkt mit der Fütterung zusammen. Diese ist aber ein wichtiger Punkt, den Pferdebesitzer beachten sollten.

Der Beginn der Weidesaison kann bei vielen Pferden das Risiko einer Kolik erhöhen, vor allem, wenn sie zu schnell angeweidet werden. Die Tiere haben einen empfindlichen Magen und blähendes Futter, dazu gehört frisches Gras von der Weide, macht sie anfällig für eine Gaskolik. Damit Pferdebesitzer schnell reagieren können, müssen sie auf folgende Symptome achten:

  • Das Pferd frisst nicht mehr.
  • Das Tier ist unruhig und tritt gegen den eigenen Bauch.
  • Es äppelt nicht mehr.
  • Das Pferd strahlt Unruhe durch Bewegungsdrang aus.
  • Das Tier legt sich vermehrt hin und wälzt sich.
  • Es zeigen sich Krankheitserscheinungen wie Schweißausbrüche oder Atemstörungen.

Nicht jedes Pferd wird unruhig, auch abwesendes Verhalten kann ein Anzeichen für eine Kolik sein.

Kolik bei Pferden: Wie erfolgt die Behandlung?

Zeigt ein Pferd Kolik-Symptome, darf keine Zeit verloren werden. Pferdebesitzer müssen den Tierarzt kontaktieren, um einem schweren Verlauf entgegenzuwirken. Wird die Kolik nicht rechtzeitig behandelt, führt das unter Umständen zum Tod des Tieres, da Teile des Darms absterben können. Bei der Kontaktaufnahme geben Pferdehalter idealerweise Informationen zum Allgemeinzustand durch, damit der Tierarzt eine erste Einschätzung vornehmen kann.

Bis der Arzt im Stall ankommt, müssen Besitzer handeln und dem Krankheitsverlauf entgegenwirken. Die Wasser- und Futteraufnahme des Pferdes muss unterbunden werden. Auch das Führen des Pferdes kann helfen, Krämpfe zu lösen oder die Verdauung anzuregen. Abhängig davon, wie schwerwiegend die Krankheit ist, muss das Pferd womöglich in eine Tierklinik. Die Halter bereiten hierfür einen Transport in die Klinik vor, damit dieser schnell erfolgt.

Eine fachgerechte Untersuchung durch einen Tierarzt gibt Aufschluss über den weiteren Behandlungsverlauf. Das Pferd wird genauestens untersucht und Informationen über den Krankheitsverlauf gesammelt. Die Behandlung erfolgt entweder über Medikamente oder eine Operation, abhängig von der Schwere des Verlaufs. Ist die Kolik überstanden, wird das Pferd langsam wieder an Futter gewöhnt. Das genaue Vorgehen erfolgt in enger Absprache mit dem Tierarzt.

Kolik bei Pferden: Vorbeugung

Mit der Nachsorge infolge einer Kolik beginnt für Pferdebesitzer die Prävention, um weiteren Koliken vorzubeugen. Futter ist eine häufige Ursache für eine Kolik, entsprechend sind Halter gut beraten, auf die passenden Futtermittel zu achten. Verschmutztes oder verdorbenes Futter darf nicht verabreicht werden, außerdem ist das Pferd auf mögliche Intoleranzen zu untersuchen. Wichtig ist auch, die Tiere langsam an eine Futterumstellung heranzuführen. Daher sollte die Zeit beim Anweiden im Frühling nur langsam und unter genauer Beobachtung des Vierbeiners gesteigert werden.

Idealerweise wird Heu vor dem Kraftfutter verabreicht, um den Magen-Darm-Trakt vorzubereiten. Auch die Raufuttermenge sollte angepasst sein. Ein grober Richtwert sind 1,5 Kilogramm Heu pro 100 Kilogramm Lebendgewicht. Die Pausen zwischen den Gaben sollten nicht länger als vier Stunden sein. Neben dem Futter muss dem Tier ausreichend Wasser zur freien Aufnahme zur Verfügung stehen.

Neben der Ernährung müssen Besitzer auf die Bewegung ihres Pferdes achtgeben. Zusätzlich zur kontrollierten Bewegung wie beispielsweise dem Reiten sollten Pferde außerdem täglich freien Auslauf und Sozialkontakt zu ihren Artgenossen haben.